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  • 17.05.2018
  • von Julian Graeber

Basketball: Alba Berlin steht im Halbfinale der Play-offs

von Julian Graeber

Das Halbfinale im Blick: Albas Stefan Peno (r) dribbelt Oldenburgs Isaiah Philmore vorbei. Foto: Soeren Stache/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Es ging um alles: Im fünften und letzten Spiel des Viertelfinales schlägt Alba Berlin endlich die Baskets Oldenburg und kommt ins Halbfinale.

Joshiko Saibou lief zu Stefan Peno und schlug ihm mit der Hand gegen die Brust. Es war eine anerkennende, aber nicht gerade sanfte Geste in Richtung seines Mitspielers, doch in den USA heißt es in den Play-offs nicht ohne Grund: go hard or go home. Peno hatte seinem Gegenspieler Mickey McConnell gerade den Ball aus den Händen geschlagen und ihn mit einem Hechtsprung Richtung Seitenlinie erobert. Es war nach einer verhaltenen Anfangsphase der Startschuss für Alba Berlin im entscheidenden fünften Spiel der Viertelfinalserie gegen die Baskets Oldenburg.

Die Mannschaft von Trainer Aito Garcia Reneses war nun hellwach, kämpfte um jeden Ball und nutzte ihre spielerischen Vorteile. Das vorzeitige Saisonende bleibt den Berlinern damit erspart. Vor 8115 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof gewannen sie am Donnerstag verdient mit 85:68 (17:19, 28:16, 18:17, 22:16) und stehen im Halbfinale der Basketball-Bundesliga. Dort treffen sie ab Montag (18 Uhr) auf Ludwigsburg. . "Es ist einfach geil, dass wir endlich wieder im Halbfinale sind", sagte Akeem Vargas nach seinem 300. Spiel für Alba.

Schwerer Start für Alba

Alba startete mit einigen Problemen in dieses entscheidende fünfte Spiel. Wie schon bei der Niederlage in Oldenburg am Dienstag taten sich die Berliner besonders in ihrer eigentlichen Spezialdisziplin schwer. Egal ob Peyton Siva, Marius Grigonis oder Spencer Butterfield, die Würfe aus der Distanz fanden anfangs nicht den Weg in den Korb. Erst nach acht Minuten gelang Saibou der erste erfolgreiche Dreier und da hatte Albas spanischer Trainerroutinier schon zweimal leicht beunruhigt zu seiner Wasserflasche gegriffen.

Das erste Viertel gehörte eindeutig den Oldenburgern. Die Gäste spielten offensiv zwar auch nicht überragend, schafften es aber, Alba bei nur 17 Punkten zu halten. Anders als in den ersten vier Spielen der Serie kamen sie bei dieser schweren Aufgabe sogar fast ohne Fouls aus und so führten sie nach dem ersten Abschnitt knapp.

Danach änderte sich das Spiel allerdings deutlich. Nach Penos kämpferischer Balleroberung wurde es auf dem Parkett immer emotionaler und nun war klar zu sehen, dass es für beide Mannschaften um alles oder nichts ging. Nach gerade einmal zwei Minuten hatte Oldenburg die Grenze von fünf Fouls erreicht. Am Ende des Viertels waren es sogar zehn, was gleichbedeutend mit zahlreichen Freiwürfen für Alba war. Die Berliner zeigten nun erstmals den Tempobasketball, der sie in der Hauptrunde auf Rang zwei gebracht hatte. Sie zogen oft zum Korb, provozierten Fouls und verteidigten auch deutlich aggressiver.

Aus einem knappen Rückstand wurde so schnell ein Vorsprung, der immer weiter anwuchs. Als innerhalb einer Minute Niels Giffey zwei Dreier traf und Dennis Clifford Oldenburgs Center Rasid Mahalbasic mit einem Block stoppte, näherte sich der Lärmpegel in der Halle seinem Maximum. Alba führte nun mit zwölf Punkten und in dieser Phase hatten die Gäste großes Glück, dass der beste Spieler der Bundesliga-Saison mit seiner Wurfquote haderte. Luke Sikma (insgesamt nur drei Punkte) vergab vier Freiwürfe in Folge und so ging es letztlich mit 45:35 für Alba in die Kabinen.

Der Nachwuchs rettet den Sieg

Zu Beginn der zweiten Halbzeit gelang es keiner der beiden Mannschaften, regelmäßig zu punkten. Die Verteidigungen dominierten das Spiel nun, die Wurfquoten sanken und so waren die Center Mahalbasic und Bogdan Radosavljevic beim Rebound im Dauereinsatz. Offensiv konnte sich Alba vor allem auf Marius Grigonis verlassen. Der Litauer erzielte neun der 18 Berliner Punkte und machte den Gäste mit seinen Dreiern das Leben schwer. "In dieser Serie hat bei uns immer ein anderer Spieler einen rausgehauen – und das war auch heute so", sagte Vargas.

Oldenburg verhinderte es mit großem Einsatz und mehreren krachenden Dunks ihres Urgesteins Rickey Paulding zwar, dass Alba das Spiel schon im dritten Viertel entschied, musste danach aber ohne Karsten Tadda auskommen. Für den Nationalspieler war nach seinem fünften Foul schon frühzeitig Feierabend und das reduzierte die Alternativen bei den ohnehin von Verletzungen geschwächten Oldenburgern noch mehr.

Dennoch lieferten die Gäste Alba weiter einen harten Kampf. Paulding wollte sich mit 18 Punkten einfach nicht geschlagen geben und zwischenzeitlich verkürzte Oldenburg den Rückstand sogar auf sieben Punkte. Neben Grigonis (16 Punkte) waren es mit Giffey und Saibou (je 15) dann zwei Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, die die letzten Zweifel am Sieg beseitigten und den Halbfinaleinzug perfekt machten.

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