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  • 20.02.2018
  • von Sven Goldmann

FA-Cup: Wigans Wunder dank Will Grigg

von Sven Goldmann

Er war's! Max Power (r.) präsentiert den Torschützen Will Grigg. Foto: Andrew Yates/Reuters

Pep Guardiolas Manchester City scheitert im FA-Cup nach einem 0:1 an Wigan Athletic. Es ist nicht der erste Topklub, der an Will Grigg verzweifelt.

Will Grigg sagt, das Lied sei ja schön und gut, aber eigentlich wolle er doch nur Fußball spielen. Und können die nicht mal was anders spielen im DW Stadium, wo der Wigan Athletic Football Club seine Kundschaft empfängt? Keine Chance! Jedenfalls nicht an diesem Montag, an dem das Städtchen in der Grafschaft Greater Manchester eine Party gefeiert hat, von der sie noch lange erzählen werden. 1:0 siegte der Drittligist Wigan in der fünften Runde des FA-Cups über Manchester City, die mutmaßlich teuerste Mannschaft der Welt. Als alles vorbei war und die Fans den Platz stürmten, versuchte es der DJ mit „Wonderwall“ von Oasis, eine kleine Gemeinheit gegen den Gast, denn die Brüder Gallagher sind bekennende City-Fans. Dann aber übernahmen die Fans die Regie, laut und eindeutig. Der DJ gab auf und spielte, was alle sangen und hören wollten:

„Will Grigg’s on fire,

your defence is terrified!“

Kennt man ja noch von der Europameisterschaft 2016 in Frankreich, als niemand an diesen zwei Zeilen vorbeikam, anmutig gegrölt von den wunderbaren Fans der nicht ganz so wunderbaren nordirischen Mannschaft. Das Lustige war, dass keine Defensive richtig erschrocken war von Will Grigg, weil der keine einzige Minute spielte in diesem französischen Sommer.

Eine große Nacht für den Klub

Das Tor am Montag war so ein typisches Will-Grigg-Tor, nicht besonders spektakulär, das Verdienst gebührte vor allem Citys schläfriger Abwehr. Kyle Walker ließ einen harmlosen Pass passieren und merkte zu spät, dass da noch einer hinter ihm stand, aber da war Will Grigg schon auf und davon. Von hinten senste Aymeric Laporte vergeblich heran und sah mit an, wie Grigg den Ball im Fallen aus halblinker Position ins rechte Eck grätschte.

Der Schütze hob kaum die Arme zum Jubel und rang sich erst dann ein Lächeln ab, als der Kollege Max Power ihn herzte und am Trikot zupfte. Eine Viertelstunde später war Schluss, das Volk flutete den Platz, Citys Argentinier Sergio Agüero musste von zwei Gegenspielern vor einer Prügelei bewahrt werden. Vier Trophäen wollten die Citizens in dieser Saison holen. In der Premier League dürfte nichts mehr schieflaufen, die Champions Leauue ist nach dem klaren Achtelfinal-Hinspielsieg in Porto eine ernsthafte Option, am Sonntag steht gegen den FC Arsenal das Endspiel im Ligapokal an. Nur mit dem FA-Cup wird es nichts mehr werden. „Gratulation an Wigan“, sprach Trainer Pep Guardiola, es fiel ihm schwer.

Und Will Grigg? Hat sich dann doch über sein Lied gefreut und über „die große Nacht für unseren Klub“. Aber eigentlich hätte er ja lieber gegen Tottenham gespielt, gegen seinen alten Kumpel Dele Alli, die beiden warfen vor drei Jahren mit den Milton Keynes Dons das große Manchester United aus dem FA-Cup. Könnte noch was werden in der nächsten Runde. Vorher aber müssen die Spurs in ein kaum erwartetes Wiederholungsspiel, nach einem 2:2 beim Drittliga-Letzten AFC Rochdale. So hätte sich Manchester City auch gern blamiert.

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