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  • 13.01.2018
  • von Christoph Dach

32:19 gegen Montenegro: Deutsche Handballer starten mit klarem Sieg in die EM

von Christoph Dach

Julius Kühn steigt hoch, Montenegro war allerdings keine große Hürde für die Deutschen zum EM-Auftakt. Foto: dpa

Überzeugender Auftritt der deutschen Handball-Nationalmannschaft im ersten EM-Spiel. Gegen Montenegro hat das Team von Bundestrainer Prokop beim 32:19 wenig Mühe.

Am Ende wäre beinahe doch noch etwas schiefgegangen. Andreas Wolff ließ die Zeigefinger umeinander kreisen und nahm Blickkontakt zur Bank auf – klassische Geste für eine unfreiwillig bevorstehende Auswechslung. Im ersten Vorrundenspiel der deutschen Handball-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Kroatien hatte sich der Torhüter kurz vor Schluss unglücklich vertreten; der Schmerz, den Wolff bereits am Morgen nach dem Aufstehen im Fuß gespürt hatte, meldete sich plötzlich wieder zurück. Und auf der Tribüne begannen die ersten Spekulationen: War es das vielleicht schon für den Mann, der im offiziellen EM-Heft als deutscher Schlüsselspieler geführt wird?

„Ich glaube, wir müssen uns keine Sorgen machen“, sprach Bundestrainer Christian Prokop wenig später und wirkte schwer erleichtert, „Andy ist nach dem Spiel direkt zu mir gekommen und hat gesagt, dass es nicht so schlimm ist, es war also eine reine Vorsichtsmaßnahme“. Eine Verletzung des Ausnahmekeepers hätte auch überhaupt nicht gepasst zum reibungslosen Auftritt des Titelverteidigers gegen Montenegro, an dessen Ende ein nie gefährdetes 32:19 (17:9) stand. Damit ist dem Team von Bundestrainer Prokop der Auftakt ins Turnier geglückt. „In Abwehr und Angriff gibt es wenig auszusetzen. Wir haben über 60 Minuten konzentriert das durchgezogen, was wir vorbereitet hatten“, analysierte der 39-Jährige.

Rechtsaußen Patrick Groetzki fand ebenfalls ausschließlich positive Worte. „Wir hatten uns auf ein deutlich engeres Spiel eingestellt, aber darüber werde ich mich jetzt nicht beschweren“, sagte er, „für mich zählt vor allem, dass wir bei einem so großen Turnier auf den Punkt gegen einen Gegner da waren, der sehr unangenehm sein kann“. Und Paul Drux von den Füchsen Berlin, der mit fünf Treffern beste Werfer neben Kapitän Uwe Gensheimer (9/5 Siebenmeter), ergänzte: „Dieses Ergebnis und die Art und Weise, wie es zu Stande gekommen ist, geben uns ein Gefühl von Sicherheit. Wir sind alle gut reingekommen und haben ein kleines Zeichen gesetzt.“

Torhüter Wolff gab nach seiner Auswechslung Entwarnung

Nach dem überraschenden Sieg Islands gegen Schweden und dem Schützenfest Kroatiens gegen Serbien am Freitagabend dürfte die Konkurrenz den Auftritt des Europameisters in der Tat registriert haben.

Lediglich in der Anfangsphase waren die Deutschen so großzügig, den Gegner halbwegs mitspielen zu lassen. Beim Stand von 4:3 legte Prokops Team dann einen 9:0-Lauf hin, der im Grunde schon früh die Vorentscheidung brachte. Torhüter Wolff hielt in dieser Phase so herausragend, dass direkt Erinnerungen an die letzte EM in Polen wach wurden, als Wolffs sportlicher Stern aufgegangen war. Aber auch darüber hinaus gab es viele positive Erkenntnisse: Zum Beispiel die, dass Philipp Weber eine der großen Überraschungen des Turniers werden kann. Der 25-Jährige vom SC DHfK Leipzig ist für einen Spielgestalter extrem torgefährlich und zeigte das auch gleich zu Beginn; Weber erzielte drei der ersten vier Treffer.

Im weiteren Verlauf erhielt er allerdings Unterstützung seiner Nebenleute; zur Pause hatten sich bereits neun verschiedene Akteure in die Torschützenliste eingetragen, nach 60 Minuten waren es zehn – ein herausragender Wert, der Prokop außerordentlich freuen dürfte. Vor dem Turnier hatte der Bundestrainer x-mal betont, wie wichtig ihm der Teamgedanke und eine breite Bank seien. So war es auch nur logisch, dass er alle 16 auf dem Spielberichtsbogen vermerkten Kandidaten einsetzte. „Für mich war besonders wichtig, dass wir die positive Stimmung aus der Vorbereitung sofort mitnehmen und alle gemeinsam gut ins Turnier starten“, sagte der Bundestrainer, „und damit meine ich auch wirklich alle“.

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