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  • 19.12.2017
  • von Jörg Leopold

Nürnberg Ice Tigers zu Gast bei den Eisbären Berlin: Viel Geld für viel Erfahrung

von Jörg Leopold

Mit Schutzhelm, Schläger und Schoner. Der Nürnberger Torhüter Andreas Jenike (l) im Oktober dieses Jahres beim Penalty gegen den Berliner Thomas Oppenheimer. Foto: Daniel Karmann/dpa

Die Eisbären empfangen am Dienstagabend die punktgleichen Nürnberg Ice Tigers zum Spitzenspiel in der Deutschen Eishockey-Liga.

Dass Thomas Sabo den Dienstagabend im gegnerischen Fanblock verbringt, ist eher unwahrscheinlich. Seine Nürnberg Ice Tigers treten dann im Spitzenspiel der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) bei den Eisbären Berlin an (19.30 Uhr/Arena am Ostbahnhof). Andererseits ist der Mäzen der Franken vielleicht auf den Geschmack gekommen, denn beim wilden 7:4-Heimerfolg der Ice Tigers am Sonntag gegen Bremerhaven verteilte er Freibier an die 150 mitgereisten Anhänger der Pinguins und sah sich das Spiel tatsächlich inmitten der Gästeschar an. Es war dies zwar eine Geste an den Gegner, dessen Fans Sabo aufgrund ihrer Haltung gegen Gewalt bei einem Spiel zuvor imponiert hatten, aber der Schmuckunternehmer gilt in der deutschen Eishockey-Szene grundsätzlich als spendabel.

So lässt er sich seine DEL-Mannschaft durchaus einiges kosten. Im Kader der Ice Tigers stehen gleich mehrere frühere NHL-Größen. Thomas Gilbert, John Mitchell, Milan Jurcina, Steven Reinprecht, David Steckel und Topscorer Philippe Dupuis bringen es zusammen auf rund 3000 Spiele in der besten Eishockey-Liga der Welt. Reinprecht und Steckel sind allerdings derzeit verletzt und werden auch am Dienstag in Berlin nicht mitwirken können.

Trotz ihrer prominenten Ausfälle sind die Nürnberger aber seit Saisonbeginn ununterbrochen ganz oben mit dabei. Trainer Rob Wilson hat der Mannschaft ein erfolgreiches Verteidigungskonzept eingetrichtert, die Ice Tigers sind das Team mit den wenigsten Gegentoren in der Liga. „Nürnberg spielt aus einer kompakten Defensive und mit offensivstarken Spielern, die ihre gefährlichen Konter effizient abschließen können“, weiß Eisbären-Trainer Uwe Krupp. Gerade auf fremden Eis agieren die Nürnberger oft eher zurückhaltend und spielen enorm diszipliniert, was es jedem Gegner schwer macht. „Wir spielen auswärts immer ein bisschen anders als zuhause, da wollen wir den Fans vielleicht ein bisschen mehr bieten“, sagte Stürmer Yasin Ehilz nach dem Sieg gegen Bremerhaven am Sonntag. Der Nationalstürmer traf in diesem Spiel doppelt – nachdem er zuvor 21 Spiele kein Tor mehr erzielt hatte.

Nürnberg ist die einzige Mannschaft, gegen die die Eisbären in dieser Saison noch nicht gewonnen haben

Im Sturm läuft es nicht ganz so gut bei den Ice Tigers wie in der Abwehr, gerade im Powerplay hat die Mannschaft ähnlich wie die Eisbären noch Luft nach oben. Aber so lange die Defensive steht, müssen vorne auch nicht permanent Wunder geschehen. Dass es die auch gibt bei den Ice Tigers, zeigt der Blick auf die Statistik: Fünfmal hat die Mannschaft in dieser Saison schon einen 0:2-Rückstand in einen Sieg gedreht. Auch in Berlin ist ihnen das gleich am ersten Spieltag beim 4:2-Erfolg gelungen. Später folgte daheim ein 2:1 nach Penaltyschießen gegen die Eisbären, damit ist Nürnberg der einzige Klub in der DEL, gegen den die Berliner in dieser Spielzeit noch nicht gewinnen konnten.

Allerdings haben die Eisbären bisher auch noch nicht dreimal in Folge verloren in der laufenden Saison. Nach den Niederlagen zuletzt gegen Köln und Wolfsburg droht nun aber genau das. „Natürlich wollen wir uns gegen Nürnberg besser präsentieren“, sagt Uwe Krupp, dem es am Freitag und Sonntag vor allem an Disziplin bei seinen Spielern mangelte. In dieser Hinsicht müssen die Eisbären wieder zulegen. Und dem Spiel gegen die Ice Tigers kommt durchaus eine gewisse Brisanz zu, denn möglicherweise trifft man sich in den Play-offs wieder und da ist es immer gut, wenn ein Team nicht nur theoretisch weiß, wie es das andere schlagen kann, sondern das auch praktisch zuvor schon geschafft hat.

Am Dienstag können die Eisbären vielleicht wieder auf ihre Nummer eins im Tor bauen, Petri Vehanen war am Montag der einzige Spieler, der auf dem Eis trainierte. Nachdem er zuletzt verletzt ausfiel, könnte der Finne gegen die Ice Tigers sein Comeback feiern und der jüngst wackligen Defensive wieder mehr Halt geben. Bei Frank Hördler, Danny Richmond und Florian Busch dauert es wohl noch etwas länger mit einer Rückkehr ins Team, aber Ausfälle hat ja auch der Gegner aus Nürnberg. Und letztlich ist eine Gemeinsamkeit beider Klubs, dass sie Verletzungen bisher gut kompensieren konnten, auch weil sie die nötige Tiefe im Kader haben. Die Eisbären haben das in dieser Saison auch mithilfe des nordamerikanischen Kooperationspartners Los Angeles Kings geschafft, bei den Ice Tigers ist dafür bis auf Weiteres Thomas Sabo zuständig.

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