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  • 21.04.2017
  • von Julian Graeber

Amateur-Klasse: Ayhan Bilek: Landesliga-Trainer mit Autogrammkarte

von Julian Graeber

Ayhan Bilek ist seit 2011 Trainer des 1. FC Schöneberg. Foto: 1. FC Schöneberg

Mitte der Achtziger Jahre spielte Ayhan Bilek bei Hertha BSC. Auch wenn er nur wenige Einsätze hatte, werden im Internet noch Autogrammkarten von ihm verkauft. Als Trainer hat er seine Heimat in Schöneberg gefunden.

Porträtfotos von Spielern und Trainern gibt es mittlerweile auf der Homepage fast jedes halbwegs organisierten Amateurvereins. Eine eigene Autogrammkarte, die bei Ebay zum Kauf angeboten wird, hat aber wohl nur Ayhan Bilek. Der Trainer des 1. FC Schöneberg spielte Mitte der Achtziger Jahre für Hertha BSC und aus dieser Zeit, der Saison 1985/86, stammt auch die Autogrammkarte. Wer das seltene Stück im Internet zum Verkauf anbietet, ist Bilek ein Rätsel. „Von mir kommt die nicht, auch wenn ich noch eine ganze Kiste davon im Keller habe“, sagt der 52-Jährige. „Ich war damals wohl nicht so gefragt.“

Bileks Spielerkarriere endete nach einigen Einsätzen in der Zweiten Liga und mehreren Jahren in der Oberliga für Hertha und Türkiyemspor verletzungsbedingt früh. Ohne Fußball kann Bilek, der im Verkauf für einen Sportartikelhersteller arbeitet, aber nicht. So war die Trainerlaufbahn die logische Konsequenz. Seit fast 20 Jahren steht Bilek nun an der Seitenlinie, zuerst als Assistent, dann als Cheftrainer. Seit 2011 hat er am Vorarlberger Damm in Schöneberg seine sportliche Heimat gefunden. „Wenn ich daran denke, wie ich hier in der Kreisliga B angefangen habe, hätte ich mir nie vorstellen können, so schnell so weit nach oben zu kommen“, sagt Bilek. Nach drei Aufstiegen in sechs Jahren spielt der Klub mittlerweile in der Landesliga und diese Erfolge sind ganz eng mit dem Trainer verknüpft. „Noch mal in die Berlin-Liga, das wäre schön“, sagt Bilek. Vielleicht widmet sein Klub ihm dann auch noch eine aktuelle Autogrammkarte.

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