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  • 22.10.2011
  • von Caroline Biehl, AFP

Manchmal siegt das Auto

von Caroline Biehl, AFP

Klimafreundlich reisen – wie es gelingt

Zugfahren soll klimafreundlicher werden. Zu diesem Zweck setzt die Deutsche Bahn ab dem Jahr 2014 verstärkt auf Strom aus Wasserkraft, um ihre Züge anzutreiben. Schon jetzt allerdings kann jeder Reisende auch individuell dafür sorgen, dass er möglichst klimafreundlich ans Ziel kommt.

AUF DER SCHIENE

Wer allein auf Reisen geht, der fährt am klimafreundlichsten mit dem Zug. Die Deutsche Bahn bietet ihren Geschäftskunden sogar an, völlig klimaneutral mit 100 Prozent Ökostrom zu fahren. Für Privatkunden ist das bisher noch nicht möglich. Nur rund ein Fünftel des Stroms zum Antrieb der Züge kommt derzeit aus erneuerbaren Energien, doch die Tendenz ist steigend. Der Großteil des Stroms allerdings wird noch aus Kohle, Erdgas und Atomkraft gewonnen.

PER BUS

Solange Zugfahren nicht überwiegend mit Ökostrom funktioniert, ließen sich auch Touren im voll besetzten Reisebus empfehlen, sagt Jens Hilgenberg, Verkehrsexperte beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). „Der Bus muss aber voll besetzt sein und neuesten, sparsamen Ansprüchen genügen“, schränkt der Experte ein. In diesem Fall erreiche das Verkehrsmittel in Sachen geringer CO2-Ausstoß pro Person mindestens „das gleiche Niveau“ wie eine Reise per Zug.

IM AUTO

Wer seinen Wagen mit Mitreisenden teilt, ist deshalb in einem sparsamen Auto mitunter klimafreundlicher unterwegs als mit dem Zug. Denn noch bezieht die Bahn allein die Hälfte ihres Stroms aus fossilen Brennstoffen. Beim Autofahren lassen sich zusätzliche Emissionen sparen, indem der Fahrer auf eine schwere Spritschleuder verzichtet und sich unterwegs auf das besinnt, was der Fahrlehrer einst lehrte: bei spätestens 2000 Umdrehungen pro Minute in einen höheren Gang schalten, Temposchwankungen vermeiden, bei Standzeiten von über 20 Sekunden Motor ausschalten, Klimaanlage sparsam einsetzen, unnötiges Gepäck vermeiden und für genügend Luftdruck auf den Reifen sorgen.

IN DER LUFT

Wer wirklich ernst machen will mit dem Einsparen von Treibhausgasen, der sollte am Boden bleiben. „Innerdeutsche Flüge sind generell zu verteufeln“, formuliert es Hilgenberg drastisch. „Innereuropäische sind zu überdenken.“ Für Flugreisen, die sich nicht vermeiden lassen, sollten Angebote genutzt werden, die Klimasünden ausmerzen, indem sie den Schadstoffausstoß an anderer Stelle zu kompensieren versuchen.

SCHADSTOFFE KOMPENSIEREN

Es gibt eine Reihe von Programmen, mit deren Hilfe Reisende für einen Flug eine Art freiwillige Schadstoffabgabe leisten. Mittels eines Emissionsrechners stellen Initiativen wie „Atmosfair“ oder „Myclimate“ fest, wie viele Schadstoffe ein Reisender mit seinem Flug verursacht hat. Daran bemisst sich dann die Höhe der Abgabe, die der Passagier zu zahlen hat. Das Geld fließt in Projekte, die helfen, Treibhausgase einzusparen, wie beispielsweise in den Aufbau von Ökostromanlagen in ärmeren Ländern. Eine andere Herangehensweise hat die Organisation „The Compensators“. Sie sammelt Spenden, mit denen sie Zertifikate im Emissionshandel aufkauft und vernichtet, so dass Konzerne weniger Verschmutzungsrechte erwerben können. Caroline Biehl, AFP

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