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SV Babelsberg 03

  • 27.07.2015
  • von Peter Könnicke

SV Babelsberg gegen Viktoria Berlin: Überlegenheit bleibt ungenutzt

von Peter Könnicke

Neu-Babelsberger trifft auf Ex-Babelsberger. Andis Shala (r.) stürmt seit dieser Saison für Nulldrei und kämpft hier gegen Ümit Ergirdi, der von 2008 bis 2010 beim SVB kickte, um den Ball. Der wuchtige Angreifer Shala hatte in der Partie gegen Viktoria mehrere gute Chancen, ein Tor zu erzielen. Foto: Jan Kuppert

SV Babelsberg startet mit einem 0:0 gegen Viktoria Berlin in die neue Regionalligasaison

Sie haben viel miteinander geredet, sich ermutigt und mit „Daumen hoch“ Lob für Zuspiele und Pässe signalisiert. Andis Shala und Matthias Steinborn könnten das neue Sturmduo beim SV Babelsberg 03 werden und die Anhänger des Fußball-Regionalligisten durchaus in Freude versetzen. Dass beim gestrigen Saisonauftakt gegen den FC Viktoria 1889 Berlin nur ein torloses Unentschieden heraussprang, lag unter anderem an der noch fehlenden Feinabstimmung der beiden Neuzugänge. „Die Laufwege waren noch nicht gesetzt“, resümierte Nulldrei-Trainer Cem Efe nach Spielende, fügte aber umgehend hinzu: „Das wird sich ändern.“

Im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark im Prenzlauer Berg, wo Viktoria bis Ende September seine Heimspiele austrägt, weil im heimischen Lichterfelder Stadion ein neuer Rasen verlegt wird, war mehr für die Gäste möglich als ein Remis. In diesem Fazit waren sich Efe und sein Gegenüber einig. „Babelsberg war die bessere Mannschaft, die den Sieg verdient hätte“, erkannte Robert Jaspert an. Daher war der Viktoria-Coach, der in der vergangenen Saison noch die U23 des 1. FC Union Berlin trainiert hatte, nach 90 Minuten „sehr froh über den Punktgewinn.“ Auch Cem Efe verbuchte das Unentschieden im ersten Spiel am Ende als Erfolg: „Letztlich bin ich zufrieden.“

Einig waren sich beide Trainer auch in der Qualitätsanalyse. „Spielerisch hat es auf beiden Seiten noch gehapert“, meinte Jaspert. Seine Mannschaft, die durchaus mit Blick auf vordere Tabellenplätze in die neue Saison geht, habe in den zurückliegenden Trainingswochen deutlich mehr spielerisches Potenzial gezeigt als bei der ersten Pflichtübung am gestrigen Nachmittag. Ähnlich bewertete Efe den Auftritt seiner Mannschaft, in der neben Steinborn und Shala auch die weiteren Neuzugänge Philip Saalbach im Mittelfeld und Erdal Akdari in der Abwehr in der Startelf standen. „Das war eine schwere Geburt“, meinte der 37-Jährige, der vor wenigen Tagen zum dritten Mal Vater geworden ist und sich daher zu einem augenzwinkernden Vergleich animiert sah. Dem Spiel seiner Mannschaft habe noch die Leichtigkeit gefehlt. Nach guter Balleroberung, die häufig gelang, geriet der offensive Aufbau zu kompliziert. „Da haben wir noch viel Arbeit vor uns“, so Efes Erkenntnis.

Chancen, die Partie zu entscheiden, gab es mehrfach. Schon in der zweiten Minute kam Andis Shala zum Abschluss, verzog aber deutlich. Auch in der 42. Minute war es der Neuzugang, der nach feinem Zuspiel von Bilal Cubukcu freistehend aus knapp 16 Metern das Tor verfehlte und in der 58. Minute zu lange zögerte, um zur Führung einzuschieben.

Diese hatte kurz zuvor auch Steinborn auf dem Fuß, der nur noch Viktoria-Keeper Justin Merz vor sich hatte und am guten Schlussmann der Berliner scheiterte. In seinem Fazit hatte Efe schließlich weitere Chancen des eingewechselten Enes Uzun und einen Latten-Kopfball von Akdari vor Augen, als er meinte: „Einer muss rein.“

Dennoch erfreulich war die – verglichen mit vielen Aufritten der vergangenen Rückrunde – erhöhte Anzahl der Tormöglichkeiten. Diese resultierten unter anderem aus dem überraschenden Spielsystem des SVB, der mit einer Dreierkette, einem Fünfer-Mittelfeld und zwei Angreifern begann. Mit der Einwechslung von Uzun nach gut einer Stunde stellte Efe auf die gewohnte Viererkette um. „Wir haben das Spielsystem bewusst umgestellt, um flexibler zu sein“, sagte er.

Viele Torchancen hat der SVB seinem Gegner nicht erlaubt, „defensiv waren wir stabil“, so Efe. Dem Zusammenspiel der einzelnen Abteilungen habe indes noch die Balance gefehlt. „Wir haben viel mehr Potenzial“, verhieß der Nulldrei-Trainer mit Ausblick auf das erste Heimspiel der Saison am kommenden Sonntag gegen den ZFC Meuselwitz.

 

Babelsberg 03: Gladrow; Schönwälder (64. Uzun), von Piechowski, Akdari; Saalbach (46. Mihm), Sindik, Hellwig, Cepni, Cubukcu; Steinborn, Shala (73. Kwatu)

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