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SV Babelsberg 03

  • 26.04.2015
  • von Peter Könnicke

Nach dem verlorenen Heimspiel gegen Halberstadt: Viel auf dem Spiel

von Peter Könnicke

Laurin von Piechowski erzielt den Anschlusstreffer zum 1:2. Da gab es noch Hoffnung. Foto: Jan Kuppert

Der Regionalligist SV Babelsberg 03 ist dabei, seinen mühsam erarbeiteten Kredit zu verspielen

Der SV Babelsberg 03 ist auf bestem Weg, mühsam erarbeiteten Kredit zu verspielen. Höhepunkt einer bislang enttäuschenden Rückrunde ohne Sieg ist die 1:5 (0:2)-Heimklatsche vom vergangenen Freitag gegen Germania Halberstadt – ein durchschnittliches Regionalliga-Team, das der SVB in der Hinrunde noch souverän mit 2:0 besiegt hatte. Doch vom Selbstbewusstsein der Truppe von Trainer Cem Efe ist nichts mehr übrig geblieben, das spielerische Niveau lässt von Auftritt zu Auftritt nach, das Karl-Liebknecht-Stadion ist spätestens seit vergangenem Freitag keine Festung mehr. Zeigte sich Almedin Civa als Sportlicher Leiter des SVB jüngst noch verärgert über Pfiffe aus dem Publikum, musste sich diesmal Trainer Cem Efe für den Auftritt seiner Mannschaft entschuldigen. „Das war eine Schande“, so seine Worte.

Mit guten, zuweilen leidenschaftlichen Heimauftritten vor der Winterpause – so gegen Jena, Union II oder Nordhausen – erfüllte die Mannschaft die zu Saisonbeginn von Civa gemachte Vorgabe, das Babelsberger Publikum vor allem für die vergangene Saison zu entschädigen. Davon haben sich die Nulldreier immer mehr entfernt – gegen Halberstadt geriet das Spiel zu einer Zumutung. Dass mit den Verletzten Severin Mihm (Schulter), Lucas Albrecht (Schienbein) und Leon Hellwig (Knie) drei wichtige Akteure fehlten, kann keine Entschuldigung sein. „Dieser Auftritt ist unerklärlich“, sagte SVB-Routinier Julian Prochnow nach Abpfiff, „keiner kam auch nur annähernd an seine Leistungsgrenze.“

„Zum Glück haben wir gleich in der kommenden Woche die Chance zur Wiedergutmachung“, sagte Marvin Gladrow, der sich am Tag nach der Pleite versuchte, beim Spiel der Drittliga-Handballer des VfL Potsdam abzulenken. Der Torhüter des SVB zeigt – trotz der fünf Gegentreffer vom Freitag – neben Hellwig und Laurin von Piechowski seit Wochen noch die konstantesten Leistungen. Gegen den VfB Auerbach, der auf Platz zwölf unmittelbar hinter dem SVB liegt, geht es am nächsten Samstag um mehr als Wiedergutmachung: Es ist auch ein Charaktertest.

Zwölf Spiele ist Nulldrei nun ohne Sieg. Viermal – davon einmal zu Hause – gibt es noch die Chance, den Eindruck der vergangenen Wochen zu korrigieren. Ansonsten bleibt zum Saisonende die Erkenntnis, dass der viel beschworene Charakter der Mannschaft und der Zusammenhalt nur für eine Saisonhälfte gereicht haben. Es würde die Aufgabe ungemein erschweren, für die kommende Spielzeit einen Kader zu formieren, mit dem sich die geplante Entwicklung weiter fortsetzen lässt. Den mühsam aufgebauten Ruf als attraktive Regionalliga-Adresse setzt der SVB derzeit aufs Spiel.

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