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  • 24.04.2015
  • von P. Könnicke

Antworten mit Gehalt

von P. Könnicke

Cem Efe muss umstellen. Der Trainer des SV Babelsberg muss am heutigen Abend im Spiel gegen Halberstadt Serverin Mihm und Leon Hellwig ersetzen. Foto: M. Thomas

Der SV Babelsberg stellt sich heute Abend erneut der Frage nach dem ersten Sieg in diesem Jahr. Leon Hellwig und Severin Mihm fehlen gegen Germania Halberstadt

Es waren Erfahrungswerte der vergangenen Jahre, die die kundige Anhängerschaft des SV Babelsberg 03 vor der Winterpause unken ließen: Die Rückrunde würde schlechter werden, das sei schon immer so gewesen. Die Skeptiker haben recht behalten – bislang zumindest: Sechs Zähler aus zehn Rückrundenspielen, vom sechsten auf den zehnten Platz abgerutscht, an Punkten gemessen das schlechteste Team der Rückserie – das sind die nackten Fakten, die sich auch nicht schönreden lassen. „Wir stehen zu Recht da, wo wir sind“, sagt Nulldrei-Trainer Cem Efe absolut selbstkritisch. Die Chance, die Bilanz zu korrigieren, gibt es am heutigen Freitagabend im Heimspiel gegen Germania Halberstadt.

„Es ist schon eine schwierige Situation“, räumt Efe ein. An sich gibt es aufgrund des feststehenden Zwangsabstieges des VFC Plauen und des Rückzuges der U23 von Union Berlin aus der Regionalliga keinen Druck für den SVB. Doch hat mit der andauernden Erfolgslosigkeit vor dem gegnerischem Tor – sieben Treffer in der Rückrunde – der Glaube an sich selbst gelitten. Das Selbstwertgefühl und das mannschaftliche Gefüge zu stärken und zusammenzuhalten, ist für Spieler und Trainer momentan eine Herausforderung. Denn das Frustrisiko steigt, wenn die Belohnung für Aufwand und Bemühungen um spielerische Qualität dauerhaft ausbleibt. Efe gibt das unumwunden zu: „Ich selbst werde dann unangenehm.“

Zudem muss der Trainer bei einigen Akteuren einen Formabfall konstatieren. „In der Hinrunde gingen alle elf Spieler auf dem Platz an ihre Leistungsgrenze. Jetzt haben wir zwei, drei Ausfälle“, kritisiert er. Almedin Civa fand da in der vergangenen Woche deutliche Worte: „Mir geht die mangelnde Konzentration bei einigen auf den Senkel“, schimpfte der Sportliche Leiter des SVB. Doch lassen sich die Ausfälle nicht kompensieren. „Spieler aus der zweiten Reihe tun sich noch nicht so stark hervor, wie ich es erhofft habe“, sagt Efe.

Zwangsläufig werden sie aber auch heute Abend die Möglichkeit bekommen, sich zu beweisen. Severin Mihm wird auf der rechten Abwehrseite wegen einer Schulterverletzung fehlen. Und auf der Sechserposition muss Efe auf Leon Hellwig verzichten, der sich vermutlich einen Teilabriss am Knie-Innenband zugezogen hat. Hellwig spielte bislang eine gute Saison – lauf- und zweikampfstark, immer präsent, extrem effektiv in der Balleroberung. „Der beste Mann fällt aus“, so Efe über eine neue Baustelle in seiner Mannschaft.

Eine noch größere hat der Babelsberger Regionalligist auf der Stürmerposition. „Uns fehlt ein absoluter Torjäger“, wiederholt Efe, was nicht nur er in den zurückliegenden Wochen immer wieder sagen musste, sondern was augenscheinlich ist. Da mit unschöner Regelmäßigkeit der Mangel zuletzt immer wieder bewiesen wurde, setzt Efe inzwischen hinter die Feststellung ein Ausrufezeichen. Will sich der SVB in der Liga weiterentwickeln und im kommenden Jahr unter den Top-Fünf platzieren, wie es Vorstandschef Archibald Horlitz jüngst betonte, braucht die Sturm-Frage eine Antwort mit Gehalt – vermutlich im doppelten Wortsinn. „Jede Mannschaft, die vorn steht, egal welche Liga, hat zwei, drei Spieler dieser Sorte“, sagt Efe.

In den verbleibenden fünf Saisonspielen und schon heute Abend gegen Germania Halberstadt muss das Toreschießen anders gelingen – irgendwie. P. Könnicke

Freitag, 19 Uhr, Karl-Liebknecht-Stadion

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