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SV Babelsberg 03

  • 13.04.2015
  • von Peter Könnicke

„Das ist das, was wir vorhaben“

von Peter Könnicke

Das ist die Zukunft. Stürmer-Talent Lauritz Schulze-Buschhoff (l.) gab im Spiel gegen Viktoria Berlin und im Zweikampf gegen Julian Austermann sein Regionalliga-Debüt. Foto: S. Wells

Der 19-jährige Lauritz Schulze-Buschhoff gibt beim 0:0 gegen Viktoria Berlin sein Regionalliga-Debüt

Almedin Civa nutzte seine Ersatzfunktion für eine Grundsatzrede. Der Sportliche Leiter des SV Babelsberg 03 vertrat am vergangenen Freitag den an einer Lungenentzündung erkrankten Cem Efe auf der Trainerbank beim Regionalliga-Spiel gegen den FC Viktoria 1889 Berlin. Nach dem 0:0 nutzte er die Pressekonferenz für eine klärende Mission.

Die Spielanalyse war schnell erledigt. „Wir waren 90 Minuten die spielbestimmende Mannschaft, aber im Strafraum wieder zu harmlos. Wir haben ein Problem damit, Chancen zu kreieren“, reflektierte Civa, was zuvor 1893 Zuschauer im Karl-Liebknecht-Stadion gesehen hatten. So kam der SVB auch gegen den Tabellenletzten nicht zum erhofften ersten Pflichtspiel-Erfolg im laufenden Kalenderjahr, sammelte stattdessen das fünfte Remis in Folge – das zehnte der Saison.

Dass damit die Ungeduld der Babelsberger Anhängerschaft wächst, ein siegreiches Heimspiel zu erleben, war am Freitagabend deutlich zu spüren. Das ginge aber, so Civa, den Spielern genauso, denen das Bemühen nicht abzusprechen sei. Daher kann er die vereinzelten Pfiffe und Schmährufe aus dem Publikum nicht verstehen. „Man muss sich doch mal bewusst machen, woher wir kommen und was unsere Möglichkeiten sind“, sagte der 40-Jährige und zitierte als mahnendes Beispiel den Gegner vom Freitagabend – Viktoria Berlin: „Die wollten zu Saisonbeginn aufsteigen, jetzt kämpfen sie gegen den Abstieg.“

In Babelsberg haben Civa, Efe und auch der Vorstand vom ersten Punktspieltag an gesagt, dass diese Saison eine der Stabilisierung und das Ziel ein Platz im Mittelfeld ist. Genau da steht der SVB. Die B-Note des Babelsberger Fußballs gehört in dieser Saison zu den besten der Liga. 23 Gegentore sind der drittbeste Wert in der Nordost-Staffel. Bei aller Kritik an der Magerkost im Sturm: Man muss die Truppe auch erst mal schlagen. „Wir sind in einem Entwicklungsprozess. Wer den mitgehen will, ist herzlich willkommen“, sagt Civa. Dabei macht er auch die Erfahrung, dass er für diese Denkweise Überzeugungsarbeit leisten muss – nicht nur in den eigenen Zuschauerreihen. Jüngst wollte er einen Spieler des VFC Plauen nach Babelsberg holen. „Der hat mich ausgelacht, als ich ihm gesagt habe, was er verdienen kann.“ Zur Erinnerung: Der VFC Plauen ist insolvent.

Die Früchte des Babelsberger Reifeprozesses haben andere Namen. Neben dem 21-jährigen Innenverteidiger Laurin von Piechowski, der sich einen Stammplatz erobert hat, ist Lauritz Schulze-Buschhoff ein Spieler, der illustriert, „was wir vorhaben“, so Civa. Der Mittelstürmer feierte am Freitag seinen 19. Geburtstag und sein Debüt in der Regionalliga. Seit der C-Jugend spielt Schulze-Buschhoff beim SVB. „Er ist sehr ehrgeizig, ein Junge mit viel Talent“, lobte Civa. Eigengewächse statt teure Verpflichtungen – das soll der Weg beim SVB sein, den auch in Zukunft – ganz sicher – nicht nur Siege markieren werden. Peter Könnicke

 

SVB: Gladrow; Mihm, von Piechowski, Schönwälder, Cepni; Sindik, Hellwig, Uzun (68. Schulze-Buschhoff), Cubukcu, Zimmer; Albrecht

 

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