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SV Babelsberg 03

  • 13.03.2015
  • von Peter Könnicke

Vor Spiel SV Babelsberg 03 gegen Budissa Bautzen: Cem Efe bleibt Trainer beim SVB: Vision für den Verein

von Peter Könnicke

Cem Efe wird die nächsten zwei Jahre Trainer beim SVB sein. Foto: Sebastian Wells/Image

Cem Efe wird auch die nächsten zwei Jahre Trainer von SV Babelsberg 03 sein. Sein Motto "Ärmel hochkrempeln" wird für das heutige Spiel des SV Babelsberg gegen Budissa Bautzen zum Leitmotiv.

Potsdam - Es gibt Nächte, in denen der Fußball Cem Efe nicht schlafen lässt. „Dann gehe ich nachts um zwei zum Kühlschrank und überlege, was die Mannschaft braucht, um sich zu verbessern“, verrät der Trainer des SV Babelsberg 03. Gut möglich, dass Efe in den kommenden zwei Jahren die eine oder andere schlaflose Nacht mehr haben wird. Der Verein hat den Vertrag mit dem 36-Jährigen frühzeitig verlängert. Gemeinsam mit seinem Co-Trainer Enrico Große und Torwart-Coach Matthias Boron wird Efe bis Ende der Saison 2016/17 Regie auf dem Trainingsplatz und an der Seitenlinie führen.

Es ist ein Signal, das der Vorstand des Fußball-Regionalligisten mit Efes Vertragsverlängerung sendet. Ein Zeichen, dass der SVB nach unruhigen Zeiten um Beständigkeit und neben der finanziellen auch um personelle Konsolidierung bemüht ist. Und es ist ein Vertrauensbeweis in die Arbeit und Ideen des Trainers.

Cem Efe: "Nach Babelsberg gibt es nicht viel, was reizvoll für mich ist"

„Es blieb nicht viel übrig“, sagt der gebürtige Berliner selbst. Er meint damit weniger den Mangel an Angeboten, sondern vielmehr die Möglichkeit, sich mit Herz und einer Vision einzubringen. Für Efe, dessen Familie aus der Türkei kommt, wäre nur noch ein Angebot aus der Heimat interessant gewesen. „Oder mit meinen Kinder zu spielen“, wie er sagt und betont: „Nach Babelsberg gibt es im Moment nicht viel, was reizvoll für mich ist.“

Den Reiz beim SVB sieht Efe in der kreativen Spielwiese, die ihm die Vereinsführung bereitet und die er mit der aktuellen Mannschaft beackern kann. „Ich habe eine Vision für den Verein“, sagt Efe und er merke, dass er dafür Wegbereiter sein könne. „Die Entwicklung der Mannschaft ist noch lange nicht am Ende“, sagt er. Er selbst hat sie begonnen, als er nach dem Drittliga-Abstieg, den er als Co-Trainer des damals noch vor Saisonende entlassenen Christian Benbennek erlebte, im Sommer 2013 vor einem Trümmerhaufen stand. Doch er habe sich vorstellen können, die Ärmel hochzukrempeln, Verantwortung zu übernehmen und in nur wenigen Wochen Zeit um eine Handvoll verbliebener Spieler eine halbwegs konkurrenzfähige Mannschaft aufzubauen. Nur mit Mühe gelang in der Vorsaison der Klassenerhalt, doch bei aller Not war bereits ansatzweise Efes Handschrift zu erkennen, die in dieser Saison weitaus deutlichere Konturen annimmt: Dem Babelsberger Fußball wird in den wöchentlichen Punktspielkritiken regelmäßig eine gute B-Note erteilt. Dass dies nicht reicht, weiß Efe selbst am besten. „Das hat keine Bedeutung, wenn du nicht gewinnst“, sagt er nach zuletzt drei sieglosen Spielen in der Regionalliga. Daher nennt er bei aller fußballerischer Güte „Mentalität, Wille und Herz“ als die letztlich entscheidenden Tugenden, die auch für das heutige Heimspiel gegen Budissa Bautzen (19 Uhr) verlangt seien.

Efe ist eng verbunden mit dem SVB, hat als Spieler 2001/02 das Zweitliga-Abenteuer des Vereins miterlebt und als Co-Trainer die drohende Insolvenz nach dem Drittliga-Abstieg. „Die Höhen und Tiefen verbinden“, sagt Efe. Am Ende war es ein kurzes Gespräch bis zur Vertragsverlängerung. „Ich habe mich immer durchgekämpft. Das lebt auch der Verein und deshalb passt es inhaltlich zusammen“, sagt er. Schon als Nachwuchstrainer bei Hertha 03 Zehlendorf – mit der A Jugend stieg er in die 1. Bundesliga auf – genoss er das Gefühl, etwas bewegen zu können. „Ich will das hier in Babelsberg jeden Tag spüren“, sagt er – auch wenn es ihm schlaflose Nächte bereitet. 

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