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SV Babelsberg 03

  • 04.03.2015
  • von Peter Könnicke

Neue Trikots für SVB-Damen: Sportliche Shoppingtour

von Peter Könnicke

Auserwählt. Die Nulldrei-Spielerinnen Lisa Häfker (l.) und Jessica Bunzel suchen nach dem besten Material für die künftigen Spieltrikots ihrer Mannschaft. Foto: P. Könnicke

Noch spielen die Fußballerinnen des SV Babelsberg 03 in ausrangierten Männershirts. Bald bekommen sie neue Trikots, die sie in Eigenregie designen.

Potsdam - Der Anspruch ist Bundesliga-Qualität. Nicht auf dem Platz, das wäre zu vermessen für die Frauenfußball-Mannschaft des SV Babelsberg 03. Schließlich gibt es das Team erst seit vergangenem Sommer, die Kleinfeldplätze der Kreisliga sind bislang das Maß der Dinge. Doch beim Outfit werden die jungen Kickerinnen künftig in erster Güte-Klasse auflaufen. So verheißt es zumindest der Ausrüster des Teams: Artiva Sports – ein junges Unternehmen aus Berlin, das genau nach individuellen Wünschen und Vorstellungen Sportswear designt und produziert.

Bislang tragen die Nulldrei-Spielerinnen ausrangierte Männertrikots. Jessica Bunzel kennt das gar nicht anders. „Ich habe bisher immer in abgetragenen Männershirts gespielt“, sagt die 20-Jährige, die beim FSV Brück und Hertha 03 Zehlendorf Fußball kickte, ehe sie im vergangenen Jahr beim ersten Probetraining an den Babelsberg Park kam und blieb. „Ich hatte Lust, von Beginn an dabei zu sein, wenn eine neue Mannschaft aufgebaut wird“, sagt sie. Und der Entwicklungsprozess findet nicht nur auf dem Fußballplatz statt, sondern auch am Schneidertisch.

Hier ist auch das Trikot vom Welcome United-Team entstanden

Vor wenigen Tagen saß Jessica Bunzel mit Mannschaftskollegin Lisa Häfker im Artiva-Showroom in der Berliner Fasanenstraße und begutachtete Stoffe, Materialien, Schnitte, Aufdrucke und Designs von Sportshirts. An Beispielen mangelt es nicht. Urs Meier hat bei den Berliner Designern eine eigene Schiedsrichter-Kollektion anfertigen lassen, Teams der Frauenvolleyball-Bundesliga spielen in den Artiva-Trikots, ebenso zahlreiche Fußball-Mannschaften. Für den populären Mallorca-Marathon hat die Kreativwerkstatt im vergangenen Jahr das Teilnehmer-Shirt entworfen. Auch das Trikot des Welcome United Team des SV Babelsberg 03, das die Fans der Nordkurve gesponsert haben, ist hier entstanden.

„Design beginnt mit dem Schnitt und den Nähten“, sagt Johannes Assmann, Marketing- und Verkaufschef von Artiva. Bei der Farbe für das neue SVB-Trikot gibt es wenig Diskussion. „Blau und weiß“, geben die beiden abgesandten Spielerinnen das Abstimmungsergebnis aus der Mannschaftsberatung weiter. Die Vereinsfarben sind gesetzt, mit einer Präzisierung: „Überwiegend blau wäre schön“, so Lisa Häfker. Für das Aufbringen von Applikationen, des Vereinslogos und der Sponsorenzüge gestaltet sich der Findungs- und Entscheidungsprozess schon schwieriger – was überhaupt nichts mit dem vermeintlichen Vorurteil zu tun hat, dass Frauen sich beim Kleiderkauf nur schwer entscheiden können. Tatsächlich ist die Palette an Veredelungstechniken riesig: Es kann gedruckt, beflockt, bestickt, geplottet, eingewebt werden. Es gibt zig verschiedene Stoffe mit unterschiedlichen funktionellen Eigenschaften.

Lisa und Jessica nehmen ihren Auftrag ernst: Sie erfühlen und ertasten den möglichen Tragekomfort, sie vergleichen in den Stoff eingefärbte und auf den Stoff gedruckte Logos und Rückennummern. „Nummern in das Material direkt einweben ist schon ungewöhnlich für Fußballer“, meint Verkäufer Assmann. „Wir wollen es ja ungewöhnlich“, entgegnen die beiden Spielerinnen.

Nach gut einer Stunde hat Assmann einen klaren Auftrag für zwei Trikotsätze. Nun wird ein Mustershirt entworfen. Wenn es Gefallen findet, geht es in die Produktion. Viele Aufträge werden in Polen realisiert. „Dort wird geschnitten, genäht, gefärbt und veredelt“, so Assmann. Edel finden die Nulldrei-Spielerinnen auch das Engagement des Vereins für ihr Team. „Das erlebe ich zum ersten Mal und es ist schon einzigartig“, kommentiert Jessica Bunzel die Art und Weise, wie sie sich als Spielerinnen einbringen können. Lediglich Trainer Stephan Weidner ist bei der Trikotwahl etwas außen vor. „Mitreden durfte er schon, aber entscheiden nicht“, sagt Lisa Häfker. Peter Könnicke

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