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  • 23.02.2015
  • von Peter Könnicke

Viel Aufwand, kein Ertrag

von Peter Könnicke

Viel Arbeit im Poststadion. Nulldrei-Kapitän Christian Schönwälder und BAK-Stürmer Karim Benyamina lieferten sich intensive Zweikämpfe zum Rückrundenstart der Regionalliga. Der Ex-Babelsberger schoss den Siegtreffer für die Berliner. Foto: Jan Kuppert

Der SV Babelsberg 03 verliert zum Rückrundenstart beim Berliner AK 0:1

Viel investiert und nichts gewonnen. Der SV Babelsberg 03 (SVB) ist mit einer unglücklichen 0:1 (0:1)-Niederlage in die Rückrunde der Regionalliga gestartet. Beim Berliner AK war die Mannschaft von Trainer Cem Efe über weite Strecke der Partie das bessere Team, doch blieb ein halbes Dutzend guter Tormöglichkeiten ungenutzt. So entschied der Treffer des Ex-Babelsbergers Karim Benyamina in der 28. Minute das S-Bahn-Derby vor knapp 2 000 Zuschauern im Alten Poststadion an der Lehrter Straße.

Die lange Winterpause von fast 50 punktspielfreien Tagen war beiden Mannschaften anzumerken, vor allem Abstimmungsfehler in den Defensivreihen prägten die erste Viertelstunde. Ein solcher ermöglichte dem SVB auch die erste Chance: La'Vere Corbin-Ong und Atakan Yigitoglu in der BAK-Abwehr waren sich bei der Ballsicherung uneins, aber Joaquim Makangu und Bilal Cubukcu im Nachsetzen konnten die Chance nicht nutzen.

Der SVB benötige gut 20 Minuten, um ins Spiel zu kommen, hatte fortan mehr Ballbesitz und zeigte die bessere Spielanlage. Der BAK agierte vorwiegend mit langen Bällen auf Benyamina und den schnellen Fousseni Alassani. Der 24-Jährige stellte die SVB-Abwehr, in der Jonas Schmidt gegenüber Julian Prochnow den Vorzug erhielt, wiederholt vor Probleme. Ein langer Ball auf den BAK-Angreifer führte auch zum Treffer des Tages. SVB-Mittelfeld-Regisseur Cubukcu hatte den Ball am gegnerischen Strafraum vertändelt, der weite Pass erreichte Alassani, der keine Mühe hatte, das Leder am herausstürzenden SVB-Keeper Marvin Gladrow vorbei auf Benyamina zu legen, der nur noch einschieben musste. Kurz zuvor hatte Lucas Albrecht fast die Führung für den SVB erzielt, doch landete sein Kopfball nach einem Cubukcu-Freistoß am Pfosten.

Auch nach dem Rückstand blieb Nulldrei die spielbestimmende Mannschaft – mit Möglichkeiten zum Ausgleich: Maximilian Zimmers Freistoß in der 30. Minute verfehlte sein Ziel nur knapp, ebenso Cubukcus Schuss in der 39. Minute. Als Ugurtan Cepni von linker Position aus spitzem Winkel abzog, rettete BAK-Torwart Tom Schmidt glänzend. Schließlich vergab Albrecht kurz vor dem Pausenpfiff eine weitere Chance, als er mit dem Rücken zum Tor den Ball gekonnt annahm, sein Drehschuss aber deutlich über das BAK-Gehäuse ging.

In Halbzeit zwei das gleiche Bild: Der SVB mühte sich, die Hausherren verteidigten mit viel kämpferischem und läuferischem Aufwand die Führung. Der nach gut einer Stunde für Albrecht eingewechselte Enes Uzun belebte die Nulldrei-Offensive – jedoch ohne Erfolg. Einen von Uzun herausgeholten Freistoß zirkelte Cubukcu an die Latte. Den Babelsberger Jubel nach einem Kopfballtor von Julian Prochnow, der für den fleißigen, aber glücklosen Makangu gekommen war, erstickte Schiedsrichter Martin Bärmann im Keim: Er entschied auf Abseits. Efe haderte nach dem Schlusspfiff mit „der Naivität, die wir in manchen Situationen gezeigt haben und in denen die richtige Entscheidung fehlte“.

Dennoch gehe seine Mannschaft gestärkt aus dem Spiel – bis auf Bilal Cubukcu, der in der fünften Minute der Nachspielzeit von Hassan Salhab direkt vor der BAK-Bank rüde gefoult wurde und mit dem Schlusspfiff für Tumulte an der Seitenlinie sorgte. Cubukcu erlitt einen Riss bis auf den Knochen am Schienbein. „In der Summe war es ein bisschen viel“, bewertete Efe später das Verhalten der Berliner. Schon während der regulären Spielzeit hatten sich zwei BAK-Spieler für ihre Auswechslung übertrieben viel Zeit genommen und damit bewusst eine Gelbe Karte provoziert, um im kommenden Spiel gegen den VFC Plauen gesperrt zu sein. Denn nach der Insolvenz der Vogtländer werden deren Partien nur als Freundschaftsspiele ausgetragen, die bisherigen Ergebnisse wurden annulliert, zudem steht Plauen als erster Absteiger fest. Für den SVB bedeutet das nach dem 0:0 in der Hinrunde gegen Plauen den Verlust eines Punktes.

SVB: Gladrow; Mihm, Schmidt, Schönwälder, Cepni; Zimmer (Grundler, 78.), Sindik, Hellwig, Albrecht (Uzun, 61.), Cubukcu; Makangu (Prochnow, 68.)

Tor: 1:0 Benyamina (29.)

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