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  • 20.01.2015
  • von Peter Könnicke

Flüchtlingsmannschaft in Potsdam: DFB dreht Film über "Welcome United Nulldrei"

von Peter Könnicke

Die Flüchtlinge stellen seit Kurzem eine eigene Fußballmannschaft beim SV Babelsberg 03. Foto: Oliver Mehlis/dpa

Der DFB dreht einen Beitrag über das Integrationsprojekt "Welcome United Nulldrei". Darin geht es auch darum, wie Fußball den Flüchtlingen hilft. Diese Aufmerksamkeit wünscht sich auch der SV Babelsberg 03.

Potsdam - Das ZDF hat schon darüber berichtet, vor wenigen Tagen hat RTL einen Film gedreht. Am kommenden Sonntag kommt ein weiteres Filmteam ins Karl-Liebknecht-Stadion, um im Auftrag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) einen Beitrag über die Fußballer von „Welcome United Nulldrei“ des SV Babelsberg 03 (SVB) zu drehen. Der Kleinmachnower Filmproduzent und Sportjournalist Dieter Brennecke, der als Sportreporter unter anderem in der „ran“-Redaktion von SAT 1 und für N 24 tätig war, unterschiedliche Formate in der Fußball-Bundesliga, Champions League und Formel 1 produzierte und der die deutsche Fußball-Nationalmannschaft mehrfach mit der Kamera begleitet hat, wird einen Fünf-Minuten-Beitrag über das Integrationsprojekt des SVB machen. Zu sehen sein wird der Film zunächst online bei DFB TV.

Der Babelsberger Regionalligaverein hatte im vergangenen Jahr zunächst das Refugee-Team gegründet und es kurze Zeit später in „Welcome United Nulldrei“ unbenannt. Der SVB ist der erste Lizenzverein in Deutschland, der ein vereinseigenes Team aus Flüchtlingen und Asylbewerbern unter seinem Logo führt und sich für die Integration der Mannschaft in den regulären Spielbetrieb starkmacht. Alle 30 Spieler sind entweder Asylbewerber in einem laufenden Anerkennungsverfahren oder bereits geduldete Flüchtlinge.

„Mich interessiert das Projekt nicht nur wegen der asylpolitischen Situation, sondern weil ich soziale Projekte im Bereich des Sports grundsätzlich wichtig finde“, sagt Brennecke. Es werde keine intensive investigative Arbeit sein, die er für das Stück geplant hat. „Wir wollen darstellen, wie Fußball den Flüchtlingen helfen kann, den Lebensalltag zu bewältigen“, sagt der Produzent. Zudem wolle er zeigen, dass der gesamte Verein hinter dem Integrationsprojekt steht. „Ich finde es bemerkenswert, dass es innerhalb des Vereins keine unterschiedlichen Strömungen oder gar Zweifel an dem Projekt gibt, sondern dass Vorstand, Mitglieder und Fans dahinterstehen“, sagt Brennecke und fügt hinzu: „Und das, obwohl der Verein selbst viele Schwierigkeiten zu bewältigen hat.“

SV Babelsberg taucht nicht im Imagefilm auf

Diese Wahrnehmung wünscht sich der Vereinsvorstand des SVB auch in der eigenen Stadt. Doch taucht der Babelsberger Traditionsverein in dem offiziellen, von der Landeshauptstadt in Auftrag gegebenen Imagefilm für das aktuelle Jahresmotto „Potsdam bewegt“ überhaupt nicht auf. Vor wenigen Tagen hatte der Film beim Stadtsportball seine Premiere. Das Jahresthema „Potsdam bewegt“ soll sich zwar nicht ausschließlich dem Sport, sondern auch anderen bewegenden Momenten in der Stadt widmen. In dem Zwei-Minuten-Stück sind es indes die Fußballerinnen von Turbine Potsdam, Leichtathleten, Schwimmer, Kanuten, Basketballer, Segler, Freizeitsportler, Kinder und Jugendliche, die den Sport der Stadt präsentieren. Dass der größte Fußballverein der Stadt, der zu seinen Heimspielen im Schnitt mehr als 2300 Zuschauer ins Karl-Liebknecht-Stadion zieht und damit neben Turbine Potsdam zu den größten sportlichen Publikumsmagneten in Potsdam gehört, in keiner Sequenz stattfindet, war bei der Filmpremiere auch Stadtsportbund-Chef Lutz Henrich aufgefallen. Daher war es ihm in seiner Rede während des Stadtsportballes wichtig, ausdrücklich das SVB-Engagement für das Welcome-United-Projekt zu betonen. Schließlich verbindet dieses sportliche und bewegende Momente.

 

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