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  • 21.11.2014
  • von Ingmar Höfgen

Der doppelte Dietmar

von Ingmar Höfgen

Ein guter alter Bekannter. Zum zweiten Mal in dieser Saison trifft der SV Babelsberg 03 auf eine Mannschaft, die von Ex-Trainer Dietmar Demuth trainiert wird. Im Sommer kam der BAK ins Karl-Liebknecht-Stadion, am Samstag geht es nach Meuselwitz. Foto: Sebastian Wells

Fußball-Viertligist Babelsberg 03 spielt am Samstag in Meuselwitz schon zum zweiten Mal in dieser Saison gegen Ex-Trainer Dietmar Demuth

Neulich in Halberstadt ist Dietmar Demuth, jetzt Trainer beim Fußball-Regionalligisten ZFC Meuselwitz, schon so etwas Ähnliches gefragt worden. „Sie waren doch schon mal hier“, hatte dort ein Zuschauer festgestellt. Die ersten sechs Spieltage lang hatte er den  Berliner AK gecoacht, der sich in Berlin allzu gern als Nummer drei etablieren würde, dann wurde er entlassen. Und mit dem hatte er bereits im August ein Gastspiel gegeben.

Nicht nur dort war Demuth in dieser Saison bereits, auch beim SV Babelsberg 03 hat er Anfang August schon zu siegen versucht. Am zweiten Spieltag war aber nicht viel zu holen für ihn. 2:0 gewann der SV Babelsberg 03 gegen den Berliner AK und legte den Grundstein für eine bemerkenswerte Heimbilanz von vier Siegen und drei Unentschieden.

Demuth dagegen, der von 2007 bis 2012 den SVB gecoacht hatte und mit ihm 2010 in die dritte Liga aufstieg, ging als Verlierer vom Platz. Er genießt unter Fans Kultstatus, auch wenn er mit der Erinnerung an teilweise sehr nackten Ergebnisfußball verbunden ist.

Wie gegen Halberstadt bekommt Demuth nun auch gegen den SVB so etwas wie eine zweite Chance in dieser Saison. Am morgigen Samstag treten die Babelsberger um 13.30 Uhr in der Bluechip-Arena des Zipsendorfer Fußball-Clubs (ZFC) Meuselwitz an. Nach dem 3:1 im Landespokal-Sieg am vergangenen Wochenende in Schöneiche sind die Babelsberger als Tabellensechster jetzt acht Pflichtspiele (sechs in der Liga, zwei im Pokal) ohne Niederlage.

Die Erwartungen sind hoch, dass diese Serie beim Tabellenletzten Meuselwitz nicht reißt. Mit Severin Mihm (Innenbandanriss) und Julian Prochnow (Zehenbruch) fehlen zwei wichtige Stützen in der Verteidigung. Dass die Abwehr nicht in Bestbesetzung antrat, war aber auch schon in den vorherigen Spielen so. Dennoch haben die Babelsberger immer etwas aus den Spielen mitgenommen.

Aber die Gastgeber aus Thüringen sind am Tabellenende zweifellos unter Wert platziert. „Vom Potenzial her müssen wir fünf, sechs Mannschaften hinter uns lassen“, sagt Demuth, dessen Bilanz nach der Beurlaubung seines Vorgängers Marco Kämpfe makelloser nicht sein könnte. Zwei Siege und 4:0 Tore – mehr geht wohl kaum. „Einige taktische Umstellungen, Lockerheit reingebracht, damit die Jungs wieder Spaß am Fußball haben“, zählt Demuth die Erfolgsfaktoren auf. Und natürlich gehöre auch Glück dazu, wie in Halberstadt. Von den Rahmenbedingungen gehört Meuselwitz ohnehin nicht in den Tabellenkeller. Zahlreiche Spieler arbeiten bei Sponsor Bluechip, einem dortigen Unternehmen, das Computertechnik herstellt und vertreibt. Dabei können sie die Arbeits- den Trainingszeiten anpassen.

Dietmar Demuth hat seinen Ex-Verein SVB in letzter Zeit häufiger gesehen. Er wohnt weiter in Potsdam, pendelt an einigen Tagen die Zwei-Stunden-Autobahn-Strecke nach Meuselwitz und bleibt an anderen Tagen vor Ort. Er war öfter bei den den Heimspielen im Karl-Liebknecht-Stadion. Viel sagen will er aber nicht zum SVB. „Ich mache mir privat meinen Kopf“, sagt Demuth, der glaubt, dass der Verein ohne seine Entlassung 2012 nach dem gelungenen Klassenerhalt noch in Liga drei spielen würde. „Ich konzentrier mich auf Meuselwitz und auf die nächste Aufgabe. Und das ist nun mal Babelsberg.“

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