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  • 08.11.2014
  • von Ingmar Höfgen

Zwischen ordentlich und gut

von Ingmar Höfgen

Ein wieder heimstarker SV Babelsberg 03 empfängt am heutigen Samstag mit einer neu formierten Defensive den VFC Plauen, den ganz andere Probleme plagen

Wer schon länger zu den Fußballern des SV Babelsberg 03 geht, reibt sich ob des guten Starts verwundert die Augen. Noch keines ihrer sechs Heimspiele haben die Nulldreier in dieser Viertliga-Saison verloren. Solch ein erfolgreicher und für das Wiederkommen der Fans wichtiger Heimauftakt gelang letztmals 2008/2009, ebenfalls in der vierten Liga. Und: Mit 14 Zählern auf eigenem Platz erreichte die Mannschaft von Trainer Cem Efe schon jetzt fast so viele Heimpunkte wie in der ganzen Saison 2013/14 (15), als der SVB vor allem auswärts punktete.

Beim Heimspiel am heutigen Samstag gegen den VFC Plauen (Anstoß: 13.30 Uhr) im Karl-Liebknecht-Stadion wollen die Babelsberger diese erfolgreiche Serie verlängern. Plauen, nach dem VfL Auerbach der zweite vogtländische Klub, der binnen einer Woche in Potsdam gastiert, kommt mit der Empfehlung einer guten Auswärtsbilanz von zehn Punkten aus sechs Spielen. „Sie versuchen, gut zu kontern“, sagt Cem Efe, „wir müssen versuchen, unseren Stiefel runterzuspielen, mit hohem Aufwand wie in den anderen Heimspielen.“

Vielleicht würde Efe sich ein paar Sorgen weniger machen, wenn nicht gleich drei Spieler in der Defensive zu ersetzen wären. Kapitän und Innenverteidiger Christian Schönwälder trainiert nach seiner Muskelverletzung zwar wieder, soll aber eigentlich erst beim Pokalspiel bei Germania Schöneiche in einer Woche zum Einsatz kommen. Julian Prochnow, der andere Innenverteidiger, erlitt wie berichtet beim 1:1 gegen Auerbach einen Zehbruch und fällt zunächst aus. Und Ugurtan Cepni, Linksverteidiger mit Offensivdrang, muss nach einer Gelb-Roten Karte aussetzen. „Es kommt darauf an, wie wir die Spieler ersetzen können.“

Der Alternativen gibt es nur noch wenige, sie sind jung – und haben es gegen Auerbach „ordentlich gemacht“, wie Cem Efe sagt. Beim 1:1 gegen Auerbach standen Jonas Schmidt (21 Jahre) und Laurin von Piechowski (20) 77 Minuten lang nebeneinander in der Deckungszentrale, nachdem Prochnow wie berichtet früh ausgewechselt werden musste.

Schmidt wie von Piechowski haben damit im heutigen Spiel gegen Plauen gute Chancen auf die Startelf – nicht nur als Notlösung. In den vergangenen 15 Monaten haben sie sich über Training und Einsätze an das Regionalliga-Niveau herangearbeitet, sind abgeklärter und sicherer geworden. Von Piechowski, der sich zum Mediengestalter ausbilden lässt, wurde bei 19 Viertliga-Spielen seit Sommer 2013 oft eingewechselt. Jonas Schmidt, der bei einer Berliner Sportmarketingfirma arbeitet, kam in dieser Zeit insgesamt zwölfmal im Regionalliga-Team zum Einsatz. Verdrängen konnten sie noch keinen der Etablierten, aber Efe hofft, dass beide weiter an sich arbeiten. „Sie haben es ordentlich gemacht“, sagt Efe, und fordert: „Sie müssen es gut machen.“

Das scheint eher umsetzbar, verglichen mit jenen Dingen, die Plauens Trainer Michael Hiemisch ansprach. „Wann kommt endlich der Zeitpunkt, an dem man versucht, die Balance zwischen wirtschaftlichen Möglichkeiten und sportlichen Belangen wiederherzustellen? Es muss endlich gesagt werden, was wir uns leisten können“, sagte er laut der in Chemnitz erscheinenden Freien Presse am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Richtung Vereinsführung, die demnächst neu gewählt wird. Hiemisch sehe seine Glaubwürdigkeit wegen unpünktlicher Gehaltszahlungen leiden, heißt es weiter. Eine halbe Stunde soll seine Analyse gedauert haben. Das Ziel für die Partie in Potsdam hat er auch noch formuliert: drei Punkte.

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