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  • 03.11.2014
  • von Ingmar Höfgen

Eine gefühlte Niederlage

von Ingmar Höfgen

Er hat rotgesehen. Ugurtan Cepni bekam von Schiedsrichter Patrick Kluge die Gelb-Rote Karte gezeigt, nachdem sich der Babelsberger Linksverteidiger nach einem Foulspiel an ihm mit breiter Brust vor seinem Gegenspieler aufbaute. Foto: Sebastian Wells

Fußball-Viertligist Babelsberg 03 lässt beim 1:1 gegen den VfB Auerbach zwei wichtige Punkte liegen und verliert vor dem nächsten Heimspiel noch die Hälfte seiner Viererkette

Trotz großen Aufwands und einer engagierten Vorstellung hat es für den Fußball-Viertligisten Babelsberg 03 am Samstag nur für einen Punkt gereicht. Gegen den VfB Auerbach gelang dem Spitzenreiter der Heimtabelle vor 2034 Zuschauern nur ein 1:1 (0:0). Die verdiente Führung durch Maximilian Zimmer in der 47. Minute glich Martin Bocek 22 Minuten später aus. Auch in Unterzahl, nach einer Gelb-Roten Karte für Ugurtan Cepni (88.), hatten die Nulldreier noch klare Chancen zum Siegtreffer. Aber gegen die Auerbacher, die wenig Spielförderndes boten und aus ihrer ersten richtigen Chance das erste Auswärtstor erzielten und damit ihren ersten Auswärtspunkt der Saison holten, gelang kein zweiter Treffer mehr.

„Das haben wir selbst verloren“, sprach Julian Prochnow nach dem Abpfiff aus, was viele dachten – der eine Punkt fühlt sich nach dem Spielverlauf wie eine Niederlage an. Ähnlich sah es Torschütze Maximilian Zimmer. „Wir hatten nach dem 1:0 das Spiel im Griff, waren dem 2:0 näher als Auerbach dem 1:1.“ Das Ergebnis sei völlig unverdient. SVB-Trainer Cem Efe sagte: „Wenn wir das 2:0 machen, dann beruhigt sich so ein Spiel.“ Mit der Moral seiner Mannschaft war er zufrieden. „Es war zu jeder Zeit zu erkennen, dass wir das Spiel herumreißen wollen.“

Eine halbe Stunde lang war die aggressive Defensive der Vogtländer eine uneinnehmbare Burg. Dem Aufwand standen zunächst keinen Chancen gegenüber, am besten funktionierte beim SVB die Doppel-Sechs mit Lovro Sindik und Leon Hellwig. Zudem bekam Innenverteidiger Prochnow als erster schmerzhaft die Stärke der Gäste zu spüren – Zweikämpfe. Ein Stollen landete früh auf seinem großen Zeh, schon nach zwölf Minuten wurde er gegen Laurin von Piechowski ausgewechselt (siehe Kasten). Wie zäh das Spiel sonst lief, zeigt die Tatsache, dass es nach 43 Minuten den ersten Eckball im Spiel gab. Erst kurz vor dem Pausenpfiff gab es so etwas wie die Chance zum SVB-Führungstreffer.

Den holte Zimmer nach der Pause nach, als die Gäste gedanklich noch nicht wieder richtig auf dem Platz schienen. Eine Eingabe von Lucas Albrecht landete bei Rafael Makangu, der auf Zimmer zurücklegte. Der Torschütze hatte sogar noch Zeit, den Ball von links nach rechts zu legen, ehe er abzog. Die Gastgeber dominierten nun, aber die Vorentscheidung fiel nicht, hinzu kam Wechselpech. Der für Zimmer eingewechselte Enes Uzun versuchte viel und erreichte wenig, Zimmer selbst war mit kaltem Blick zur Auswechselbank gegangen. Verletzt war er nicht, zum Grund „müssen Sie den Trainer fragen“, sagte der Torschütze nach dem Abpfiff. Trainer Efe wollte frische Kräfte fürs Gegenpressing bringen, sagte er später.

Der Spielfluss allerdings schien abgerissen. Auerbach verspürte einen kurzen Aufwind, traf durch Joker Bocek per Kopf nach Flanke von Olukorede Aiyegbusi und zog sich danach wieder zurück. Ein Treffer mit dem niemand gerechnet hatte und der das Karl-Liebknecht-Stadion in urplötzliche Stille versetzte.

Die Gastgeber rappelten sich, fanden ihren Rhythmus wieder und waren bei Chancen von Lucas Albrecht und Bilal Cubukcu dem Siegtreffer ganz nah. Auch nach der Gelb-Roten Karte für Cepni hatte Severin Mihm das 2:1 noch auf dem Kopf. Aber der Ball landete genau bei Auerbach-Keeper Markus Dölz.

„Das Ziel waren drei Punkte“, sagte Auerbachs Trainer Andreas Richter auf der Pressekonferenz und musste kurz lächeln – fast so, als wollte er die Nulldreier noch ein bisschen nachschocken. Er freute sich über die Moral seiner Mannschaft, aber die stimmte auch beim SVB bis zur letzten Sekunde. Und auch sonst schlich sich nie das Gefühl ein, der SVB könnte die Partie noch komplett abgeben – zweifellos ein Fortschritt zur vergangenen Saison.

SVB: Gladrow; Mihm, Schmidt, Prochnow (12. von Piechowski), Cepni; Sindik, Hellwig; Zimmer (61. Uzun), Cubukcu, Albrecht; Makangu (77. Hecko).

Auerbach: Dölz; Dressel, Rau, Paul, Hampf; Müller; Kötzsch (71. Vogel), Wemme (57. Paradies), Jedinak, Hoffmann; Aiyegbusi.

Tore: 1:0 Zimmer (47.), 1:1 Bocek (69.). Gelb-Rot: Cepni (SVB, 88.).

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