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  • 28.10.2014
  • von René Garzke (mit pek)

Bekenntnis in Stein gelasert

von René Garzke (mit pek)

Das war der erste Stein. Ex-Nulldrei-Abwehrspieler Björn Laars war der Erste, der mit einem gekauften Pflasterstein die Spendenaktion im Karl-Liebknecht-Stadion eröffnete.

Gut ein Viertel der Nulldrei-Spendensteine fürs Karl-Liebknecht-Stadion sind bereits verkauft

Der Weg hinter der Nordkurve und dem Familienblock des Karl-Liebknecht-Stadions, der neu gepflastert werden soll, bekommt mehr und mehr Farbtupfer. Fast ein Viertel der insgesamt 430 roten Pflastersteine, die von Fans und Unterstützern des Vereins erworben werden können, sind in den vergangenen vier Wochen verkauft worden.

Mit den sogenannten Spendensteinen hat jeder Nulldrei-Anhänger die Möglichkeit, seinen Namen oder eine persönliche Botschaft im „Karli“ zu verewigen. Den Anfang machte der ehemalige Spieler und heutige Geschäftsstellenleiter des SVB, Björn Laars, am 24. September. Er ließ seinen Nachnamen und die 33 – seine frühere Rückennummer – in den Stein gravieren. Gleich 18 Exemplare der roten Klinkersteine sicherte sich eine einzelne Nulldrei-Anhängerin und ließ auf der Höhe des Anstoßpunktes – umrahmt von 14 Herzen – das Vereinsgründungsjahr 1903 legen. Wer sich hinter diesem herzlichen Bekenntnis verbirgt, ist dem Verein bekannt, doch hat die Spenderin um Diskretion gebeten.

Aber nicht nur Fans leisten ihren persönlichen Beitrag zum Pflaster, auch Unternehmen nutzen die Möglichkeit bereits. Derzeit seien das vor allem Sponsoren des Viertligisten. So haben unter anderen bereits die Energie und Wasser Potsdam GmbH, das Mercedes-Autohaus Sternagel, aber auch der Potsdamer Kreisverband der Linkspartei auf dem Stadiongelände einen Stein in Auftrag gegeben.

Diese Form der Spendenaktion hat in Potsdam bereits ein Vorbild: Beim Bau der Kanuscheune auf dem Gelände des Luftschiffhafens konnten Sponsoren, Freunde und Anhänger des Kanuclubs Potsdam die Investition mit dem Kauf von Ziegelsteinen unterstützen, in denen die Namen der Spender eingraviert sind.

Das für das „Karli“ durch die Spenden gesammelte Geld soll zur Konsolidierung des Sportvereins sowie kurzfristig die notwendige Investition in die Pflasterung hinter der Gegengerade refinanzieren – vor dem Pflaster lief man hier auf Kieselsteinen. Für Privatpersonen betragen die Kosten eines Steins 99 Euro, für Unternehmen 199 Euro. Wer möchte, kann statt der standardmäßig vorgesehenen einen Zeile auch eine zweite für einen Aufpreis von 10 Euro dazubuchen und hat so mehr Platz für seine persönliche Botschaft. Die Bestellungen können im Nulldrei-Stadion-Fanshop oder online auf der Ticketplattform reservix.de aufgegeben werden. Einmal pro Woche werden die eingegangenen Stein-Reservierungen dann an die zuständige Gravurfirma gesandt. Mittels Laserstrahl wird der Klinker schließlich zum gravierten Spendenstein modifiziert. Drei bis vier Wochen nach der Aufgabe der Bestellung kann der Stein im Stadion verlegt werden.

Diese Form des Spendensammelns kommt bei den Fans gut an: Mittlerweile sind laut SVB-Marketingchef Thoralf Höntze 80 der vorerst 430 verfügbaren Spendensteine verkauft. Jeden Tag würden neue Bestellungen eintreffen. „Ich find, das ist eine tolle Aktion“, lobt auch ein Nutzer des SVB-Fanforums im Internet. 

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