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  • 18.09.2014

Mit dem Bogen unterwegs

Gestartet. Paul Kriegel (l.) tritt als einer von zwölf Startern der Werderaner Bogenschützen in Zepernick an. Foto: Verein

Werderaner Bogenläufer starten bei Titelkämpfen

Das Bild ist noch ungewohnt. Ein Starterfeld bestehend aus Läufern, die noch etwas in der Hand haben. Es ist ein Bogen, wie er auch beim Bogenschießen verwendet wird, aber ohne Pfeile – die liegen erst am Schießstand bereit. Dorthin müssen sie laufen und anschließend die Scheibe treffen. Gelingt es nicht, sind Strafrunden fällig.

Das ist Bogenlauf. Ein bisschen wie Biathlon, nur ohne Schnee, Skier und bei Weitem nicht so populär.

Recht erfolgreich in dieser Randsportart sind die Werderaner Bogenschützen, ein 45 Mitglieder starker Verein, der sich 2005 gegründet hat. Damals stellten sich drei Bogenschützen der Herausforderung, Laufen und Bogenschießen in einem Wettkampf zu verbinden, inzwischen sind es 14. Zwölf von ihnen im Alter zwischen zehn und 44 Jahren treten am Wochenende bei der Deutschen Meisterschaft in Zepernick (Barnim) an. Gute Chancen auf Meistertitel haben die mehrfachen Meister Marco Kreische, der auch den international führenden Sportlern aus Russland Paroli bieten kann, und Silke Bleich, sagt Vereins-Sportwart Matthias Wolter. Auch von den Jugendlichen und in den Teamwettbewerben erhofft er sich einige Medaillen.

Im Einzelwettbewerb laufen die Sportler jeweils eine 800-Meter-Runde, ehe sie am Schießstand mit Pfeil und Bogen drei Schüsse auf eine Scheibe abgeben. Insgesamt werden fünf Runden, also 4000 Meter, gelaufen, viermal wird geschossen. Für jeden Fehlschuss muss eine etwa 100 Meter lange Runde absolviert werden. Die Größe der zu treffenden Scheiben hängt vom Bogen ab: Beim in Europa gebräuchlichen Standardbogen mit einem Visier beträgt der Durchmesser 20 Meter. Bei Wettkämpfen mit dem in Deutschland auch verbreiteten traditionellen Bogen ist der Durchmesser doppelt und die Trefferfläche vierfach so groß.

Etwa 100 Bogenläufer gehen bei den deutschen Meisterschaften an den Start, schätzt Wolter. Die zweite sportliche Hochburg im Land Brandenburg ist Hohen Neuendorf (Oberhavel), einzelne Starter kommen aus Briesen, Schwedt oder Strausberg. Bundesweit wird Bogenlauf unter anderem in Straßdorf (Baden-Württemberg), Hessen und Sachsen-Anhalt relevant betrieben. ihö

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