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  • 15.09.2014
  • von Peter Könnicke

Gestiegener Unterhaltungswert

von Peter Könnicke

Auch im dritten Heimspiel bot der SV Babelsberg dem Publikum guten Fußball

Almedin Civa muss Spiele wie das am vergangenen Freitagabend im Sinn gehabt haben, als er vor Saisonbeginn meinte, dass der SV Babelsberg seinen Zuschauern zuhause unterhaltsamen Fußball bieten will. Der Sportliche Leiter der Viertligisten dürfte nach dem 2:2 (1:0) gegen den FC Carl Zeiss Jena mit dem Unterhaltungswert der 90 Minuten zufrieden gewesen sein – die Zuschauer waren es jedenfalls. Es ist eine Weile her, dass im Karl-Liebknecht-Stadion Spieler bei ihrer Auswechslung mit Beifall begleitet wurden.

Es war vor allem in der Schlussviertelstunde eine rassige und turbulente Partie – mit zwei Gelb-Roten Karten, späten Toren und Schiedsrichterentscheidungen, die auf beiden Seiten die Emotionen kochen ließen. Dass Jenas Trainer Karsten Hutwelker nach dem Abpfiff seiner Mannschaft die „bislang schlechteste Saisonleistung“ attestierte, aber angesichts der Spannung und der Flutlicht-Atmosphäre dennoch zu dem Resümee kam: „So macht Fußball Spaß“, lag nicht nur am Punktgewinn der Thüringer. Er bescheinigte den Nulldreiern, ein „tolles Spiel“ gemacht zu haben, was deren Trainer Cem Efe genauso sah: „Wir haben sehr, sehr gut gespielt.“ In der Tat: Nach einem etwas nervösen Beginn kombinierten sich die Babelsberger zunehmend gekonnt aus einer sicheren Abwehr heraus in die gegnerische Hälfte, vor allem Maximilian Zimmer und der äußerst spielfreudige Bilal Cubukcu sorgten mit guten Pässen in die Tiefe für Gefahr. In der Spitze ackerte Joaquim Makangu unermüdlich – und belohnte sich mit seinem dritten Saisontreffer.

Nach den Fortschritten, die Efe nach den ersten Spieltagen gegenüber der wenig erfreulichen Vorsaison – mit aller Zurückhaltung – ausmachte, hat seine Mannschaft mit dem Jena-Spiel in einem weiteren Bereich zugelegt: Willen und Moral. Auch nach den zwei Gegentreffern zum zwischenzeitlichen 1:2-Rückstand, die der SVB nach einer Gelb-Roten Karte für Leon Hellwig in Unterzahl kassiert hatte, gab sich die Efe-Truppe nicht geschlagen. Vor allem der im Sommer vom Berliner AK gekommene Bilal Cubukcu, der sich mit der Spielmacherrolle des SVB immer mehr identifiziert, trieb seine Mitspieler ständig an und demonstrierte mit enormer Laufbereitschaft und Vorwärtsdrang, dass er mindestens den Ausgleich wollte. Dass der 27-Jährige drei Minuten vor Abpfiff selbst mit einem verwandelten Foulelfmeter zum Ausgleich traf, krönte seine Leistung. Als er kurz danach ausgewechselt wurde, erkannte das Babelsberger Publikum seinen Auftritt mit einem Extra-Beifall an.

Auch dass sich Efes Spieler nach ihrem vor allem in der ersten Halbzeit überzeugenden Auftritt gegen die immerhin als Mitfavoriten für den Staffelsieg gehandelten Jenaer und dem verdienten Punktgewinn nicht zufriedengaben, ist von neuer Güte. „Wir müssen weiter an uns arbeiten und lernen, nicht nur eine Halbzeit zu dominieren, sondern 90 Minuten“, sagte Maximilian Zimmer nach dem Abpfiff. Den Unterhaltungswert jedenfalls würde es weiter erhöhen. Peter Könnicke

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