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  • 25.08.2014
  • von Peter Könnicke

Auf Augenhöhe

von Peter Könnicke

Leon Hellwig ist der Abräumer mit Aufbauqualitäten beim SVB. Foto: Jan Kuppert

Mit dem Heimsieg gegen Neustrelitz zeigt sich der SV Babelsberg konkurrenzfähig in der Regionalliga

Torsten Gütschow machte seinen Fußballern ein Riesen-Kompliment: „Sie haben das beste Auswärtsspiel der bisherigen Saison gemacht“, sagte der Trainer der TSG Neustrelitz am Freitagabend nach der Regionalligapartie gegen den SV Babelsberg 03. Dass der amtierende Meister mit 0:1 (0:0) durch das späte Gegentor von Nulldrei-Joker Rafael Makangu in der 88. Minute verloren hatte und dennoch derart gelobt wurde, lässt vielleicht erahnen, wie sich Gütschows Kollege Cem Efe gefühlt haben mag. Doch zumindest verbal blieb der Babelsberger Trainer zurückhaltend: „Wir haben glücklich, aber verdient gewonnen“, sagte er.

An der Seitenlinie hingegen war in der 88. Minute mehr als deutlich zu sehen, wie sehr Efe und seine Spieler den Siegtreffer feierten: Ein blau-weißes Knäuel hüpfte am Spielfeldrand auf und ab und bejubelte den zweiten Heimspielsieg der noch jungen Saison. Für Efe ist es mehr als ein Gewinn von drei Punkten. Vielmehr ist es ein erster zarter Nachweis einer Handschrift, die der 36-Jährige der neu formierten Mannschaft geben will. „Wir haben eine gute Spielanlage gezeigt“, meinte er nach Spielende. Dabei war es vor allem Bilal Cubucku, der als Ballverteiler und Ideengeber den Takt vorgab und den Spielaufbau mit Kurzpassspiel oder langen Flanken variabel gestaltete. Serverin Mihm, Lovro Sindik und Leon Hellwig überzeugten als Balleroberer. Christian Schönwälder und Julian Prochnow sorgten mit ihrer Kopfballstärke und gutem Stellungsspiel in der Abwehr für Rückhalt, wenngleich die Neustrelitzer vor allem dann zu Chancen kamen, wenn sie das Spiel schnell machten.

„Wir waren auf Augenhöhe“, befand Efe, was nach dem dritten Spiel ein bemerkenswertes Zwischenfazit ist. Vor drei Monaten – zum Abschluss der vergangenen Saison – trennte den SVB und Meister Neustrelitz 13 Tabellenplätze und 37 Punkte. Nach dem gutklassigen Spiel mit viel Tempo und reichlich Torraumszenen am vergangenen Freitag hat der SVB den Eindruck verstärkt, in dieser Saison ligatauglich und konkurrenzfähig zu sein. „Wir haben mehr Qualität, die sich mit besserem Spielverständnis und zunehmender Fitness noch deutlicher zeigen wird“, sagt Lucas Albrecht. Das zeige sich unter anderem daran, dass die Offensivspieler des SVB sowohl im Spiel gegen den Berliner AK (2:0) als auch gegen Neustrelitz da zu sehen sind, wo sie in der vergangenen Spielzeit selten waren – im gegnerischen Strafraum. Zwar bemängelt Efe noch: „Vor dem Tor sind wir zu harmlos.“ Doch die Richtung stimmt. Und dass Makangu im zweiten Punktspiel jeweils nach seiner Einwechslung traf – am vergangenen Freitag mit einem sehenswerten Schuss unter die Latte – begründet der 23-Jährige Stürmer mit seiner Fitness: „Ich konnte verletzungsfrei trainieren und fühle mich fitter als in der letzten Saison“.

Einsatz, Laufstärke und mannschaftliche Geschlossenheit waren gegen Neustrelitz, das sich mit zahlreichen Neuzugängen gerade wieder neu aufgestellt hat, der Schlüssel zum Erfolg – „Laufen, laufen, laufen“, verriet Miroslav Hecko die vorgegebene Devise, die der für den gelb-rot-gesperrten Ugurtan Cepni in die Anfangself gerückte Neuzugang vor allem in der zweiten Hälfte nachhaltig umsetzte. Dass zwei Minuten vor Spielende dem SVB ein „Lucky Punch“ gelingt, ist für Trainer Efe eine neue Erfahrung, Torsten Gütschow machte es sprachlos: „Ich weiß gar nicht, wie es das bewerten soll“.

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