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  • 14.08.2014
  • von Chantal Willers

SERIE: Potsdamer Talente Vor ihrem sportlichen Höhepunkt

von Chantal Willers

Die Potsdamer Moderne Fünfkämpferin Anna Matthes startet bei den Olympischen Jugendspielen in Nanjing

Heute

Anna Matthes

Anna Matthes liebt die Verfolgung des Combined, einer Kombination aus viermal 800 Meter Laufen und vier Schießeinlagen – der letzten Disziplin bei ihren Wettkämpfen im Modernen Fünfkampf. „Man weiß ganz genau, wo man steht, man kann entweder versuchen, die Verfolger auf Abstand zu halten oder selber an den Führenden dran zu bleiben. Das ist wie eine Verfolgungsjagd“, erklärt sie. Bei der Weltmeisterschaft der A-Jugend im ungarischen Budapest im vergangenen Mai war es genau diese Jagd nach den Plätzen, die Anna Matthes das Tor zu einer neuen sportlichen Herausforderung öffnete. Mit ihrem neunten Platz, den sie sich mit einem Schlussspurt um Zentimeter sichern konnte, erarbeitete sich die Fünfkämpferin des OSC Potsdam ihren Startplatz für die Youth Olympic Games vom 16. bis 28. August in Nanjing (China).

Dabei könne schon der kleinste Fehler beim Schießen mit der Luftpistole über das gesamte Rennen entscheiden. Fehler, die sich Potsdamerin, die von ihrer Trainerin Claudia Adermann wohlwollend als perfektionistisch veranlagt bezeichnet wird, selbst nicht erlaubt. „Ich versuche einfach, alles immer möglichst gut zu machen“, gesteht sie. Die großen Unterschiede der fünf Disziplinen – Fechten, Schwimmen, Reiten und Combined – machen für Anna Matthes den Reiz der Sportart aus. „Die Vielfalt begeistert mich einfach“, meint sie. Beim Fechten müsse man immer die Taktik und die Technik im Hinterkopf, beim Reiten das Pferd vollkommen unter Kontrolle haben, sich gleichzeitig aber auch auf das Tier verlassen können. Beim Schwimmen müsse man trotz der körperlichen Anstrengung technisch sauber bleiben und beim Combined müsse man einfach noch einmal alles aus seinem Körper rausholen. „Dazu kommt das Umswitchen zwischen den Disziplinen.“

Aus einer sportbegeisterten Familie stammend, stand für Anna Matthes schon früh fest, dass sie unbedingt auf die Sportschule möchte. Schon ihre größere Schwester Felicia Matthes war als Fußballerin die Potsdamer Sportschule durchlaufen. „Ich hab mich in vielen Sportarten ausprobiert. Ich war damals im Potsdamer Laufclub, Schwimmen konnte ich, geritten bin ich als Kind auch, Fechten habe ich schon mal gemacht und Schießen, dachte ich mir, das kann ich lernen – da war Moderner Fünfkampf die perfekte Wahl“, erzählt sie.

Die Entscheidung zu einer eher am Rande der Aufmerksamkeit gelegenen Sportart, die sich für Matthes bisher schon ausgezahlt hat. Als großes Nachwuchstalent des OSC startet die 1998 geborene Athletin, die noch zum Altersbereich Jugend B gehört, bereits seit der letzten Saison in der höheren Altersklasse. „Ich mag es, gegen Ältere anzutreten“, erzählt die ehrgeizige Sportlerin, die in diesem Jahr bereits bei der Europa- und Weltmeisterschaft der A-Jugend und der Europameisterschaft der B-Jugend an den Start gegangen ist. Ein hohes Pensum. „Für eine so junge Sportlerin ist das körperlich und mental eine großer Herausforderung“, erklärt OSC-Trainerin Adermann.

Matthes letzter Wettkampf in dieser Saison ist auch der Höhepunkt ihrer sportlichen Laufbahn. „Bisher, denn ich will unbedingt einmal zu den Olympischen Spielen!“ Bei den Olympischen Jugendspielen wird lediglich ein Vierkampf ohne Reiten zwischen den Jahrgängen 1996 bis 1999 ausgetragen. Anna Matthes gehört somit zu den Jüngsten im Starterfeld. Deswegen will sie diesen Wettkampf vor allem nutzen, um Erfahrungen gegen die internationale Konkurrenz zu sammeln. „Eine Platzierung unter den Top 15 ist mein Ziel“, sagt sie. Auf die Verfolgungsjagd in Nanjing freue sie sich aber auf jeden Fall schon. Chantal Willers

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