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  • 07.04.2014
  • von Peter Könnicke

Effiziente Nullnummer

von Peter Könnicke

Kein Durchkommen für SVB-Mittelfeldakteur Heiko Schwarz gegen die Rathenower Defensivabteilung. Foto: Manfred Thomas

Babelsbergs Trainer Cem Efe freut sich nach dem 0:0 gegen Optik Rathenow über einen Punkt

Fußball ist Ergebnissport, bei dem der Unterhaltungswert mitunter auf der Strecke bleibt. Cem Efe handhabt diese Reihenfolge in diesen Wochen besonders streng. Schließlich ringt der Trainer des SV Babelsberg 03 um jeden Punkt zum Klassenerhalt in der Regionalliga. Insofern ist es verständlich, wenn Efe den Punktgewinn nach dem 0:0 gegen Optik Rathenow am Sonntagnachmittag als Erfolg verkaufte. „Ziel war, den Gegner auf Distanz zu halten. Das ist gelungen“, sagte Efe.

Jeweils einen Punkt wollte Efe aus den beiden Partien dieser Woche gegen Lok Leipzig und Rathenow holen. Mit vier Punkten nach dem 1:0 vom Mittwoch und dem gestrigen Remis ist das Soll also übererfüllt. Die 2 168 Zuschauer hatten für die Nullnummer gegen den Tabellenletzten aus Rathenow allerdings nicht ganz so die effektive Betrachtungsweise wie der Nulldrei-Trainer. Sie quittierten die hohe Fehlpassquote und die harmlosen Angriffsversuche der Babelsberger zunehmend mit Unmut und Pfiffen. In der ersten Halbzeit spielte Sascha Rode wiederum auf der Sechserposition, sodass die Nulldreier aus einer kompakten Defensive heraus nach vorn spielen konnten. Jedoch gelang das nur selten so gut wie in der 15. Minute, als Daniel Becker sich auf der rechten Außenbahn durchsetzte, seine Flanke der frei stehende Dennis Lemke aber nicht verwerten konnte. Der zur Rückrunde verpflichtete Angreifer blieb bis zu seiner Auswechslung glücklos, er agierte zu umständlich und zu unentschlossen.

Auf der anderen Seite wartete Optik ab und überließ den Hausherren die Regieführung – wohlwissend, dass die Efe-Truppe Probleme hat, das Spiel selbst zu bestimmen. Die Folge waren 45 Minuten Harmlosigkeit, die kurz vor dem Halbzeitpfiff fast mit der 1:0-Führung für Rathenow beendet worden wäre: Philipp Grüneberg zog völlig frei am Strafraum ab, schoss aber zu unplatziert, sodass Nulldrei-Torwart Marvin Gladrow mit einer Faustabwehr parieren konnte.

Hatte Cem Efe den ersten Durchgang noch als „ordentliches Spiel“ kommentiert, kam er für die zweiten 45 Minuten nicht um Kritik herum. Nachdem Rode verletzt in der Kabine geblieben war und durch Christopher Blaszynski ersetzt wurde, hatten die Babelsberger noch mehr Probleme, nach vorn zu spielen. „Wir müssen uns wieder mehr zutrauen und das Umkehrspiel schneller gestalten“, sagte Efe. Dennoch gab er bei allem Unmut auf den Rängen zu bedenken: „Vor ein paar Wochen hätten wir solche Spiele noch verloren.“

Auch sein Gegenüber konnte mit dem Punktgewinn gut leben. „Nach dem Heimsieg gegen Hertha II in der Vorwoche haben wir nun auswärts den nächsten Schritt gemacht“, sagte Optik-Coach Ingo Kahlisch nach Abpfiff der Partie. Nach einer Serie von 13 erfolglosen Spielen und den Sturz in den Tabellenkeller habe sich seine Mannschaft wieder gefangen. „Wir haben wenig zugelassen und am Ende hatten wir die besseren Chancen“, so Kahlisch. Tatsächlich brachte der eingewechselte Shelby Printemps Nulldrei-Keeper Gladrow in Schwierigkeiten, als dieser den Ball erst im Nachfassen sichern konnte. In der 85. Minute musste Gladrow sein ganzes Können zeigen, als Süleyman Kapan einen Freistoß direkt aufs Tor zog.

Der Schütze sowie Damir Coric zählten zu den auffälligsten Akteuren bei den Rathenowern. Auf Babelsberger Seite waren der gewohnt lauf- und zweikampfstarke Lovro Sindik sowie Abwehrspieler Severin Mihm noch die besten Spieler in einer müden Mannschaft. „Die drei Spiele innerhalb einer Woche haben schon geschlaucht“, sagte Mihm.

 

SV Babelsberg 03: Gladrow; Mihm, Hebib, Prochnow, Maaß; Rode (46. Baszinsky), Schwarz, Becker, Sindik, Zimmer (77. Makangu); Lemke (55. Druschky)

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