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  • 07.03.2014
  • von Ingmar Höfgen

Methode Eichhörnchen

von Ingmar Höfgen

In der Abwehr sicher stehen und Tore verhindern, lautet die neue Maxime beim Regionaligisten Babelsberg 03. In Zwickau reichte dies zum Punktgewinn, beim heutigen Heimspiel gegen den Berliner AK erwartet die Zuschauer ein ähnliches Spiel. Foto: Jan Kuppert

Neuer Kurs beim SV Babelsberg: Mehr Punkte, weniger Attraktivität

Gern gibt Cem Efe diesen neuen Kurs nicht vor. Hinten sicher stehen, kein Gegentor kassieren, einige Aktionen nach vorn starten – was der Trainer des Regionalligisten SV Babelsberg 03 (SVB) als Marschrichtung vor dem heutigen Regionalliga-Spiel gegen den Berliner AK (Anstoß: 19 Uhr) ausgibt, dürfte nicht jedem gefallen. Aber der Abstiegskampf – der SVB steht als Zwölfter mit 19 Punkten sechs Punkte vor dem ersten Abstiegsplatz – fordert seinen Tribut bei der taktischen Ausrichtung.

Dies sei „nicht meine Spielphilosophie, sondern Mittel zum Zweck“, sagt Efe. Auch er würde lieber attraktiv und erfolgreich nach vorn spielen lassen. Nachdem der Erfolg aber öfter ausblieb und die Mannschaft nach dem Abgang des besten Torschützen Süleyman Koc in der Winterpause in der Offensive nicht mehr so gut aufgestellt ist, rückt nun das Punktesammeln noch mehr in den Vordergrund. Das 0:0 in Zwickau am vergangenen Sonntag bot darauf einen Vorgeschmack. Kein gutes Spiel, von beiden Teams, dafür ein Punkt für den SVB – Efe wirbt darum, dass sich die Sichtweise ändert. Das 0:0 war der erste Zähler seit dem 2:2 Anfang November in Magdeburg. Danach hatte der SVB in drei Partien fünf Tore erzielt, aber elf bekommen. „Ich erwarte die nächsten Spiele, dass die Mannschaft sehr gut verteidigt“, sagt Efe – und die eine oder andere Chance vor dem gegnerischen Tor nutzt. Bis auf Manuel Moral Fuster (Meniskus-Operation) und Kai Druschky, der sich in Zwickau eine Muskelverletzung zuzog, sind alle Spieler dabei.

Was der SVB zuletzt hatte, den einen Punkt aus einem schlechten Spiel, das hätte auch der Berliner AK (BAK) gern auch mal wieder gehabt. Ebenfalls seit Anfang November ist das Team, das im Poststadion nahe dem Berliner Hauptbahnhof trainiert, ohne Punkt. Mitte Februar, nach der 2:4-Niederlage bei Viktoria, wurde zudem Trainer Engin Yanova geschasst. „Für den Anfang wäre auch ein Punkt ganz gut“, sagt deshalb Özkan Gümus, Interimstrainer des BAK. Von Abstiegssorgen ist der BAK als Tabellenfünfter mit 27 Punkten wohl frei. Eine positive Auftaktserie von zehn Partien ohne Niederlage wirkt noch nach, einige Spieltage lang stand das Team sogar auf Platz eins. Für den Einbruch hat Gümüs eine Erklärung: „Die Mannschaft muss sich finden, das dauert länger als einen Monat.“

Wie lange Gümüs das Training noch leitet, ist indes offen. Bei der Suche nach einem neuen Coach zählen der Ex-Nulldrei-Trainer Dietmar Demuth sowie Uwe Erkenbrecher zu den heißesten Kandidaten. Demuth, der im Sommer 2012 trotz des Klassenerhalts in der 3. Liga vom damaligen Vorstand geschasst worden war, wohnt nach einem kurzen Engagement beim Hamburger Landesligisten Bergedorf mit seiner Familie wieder in Potsdam. Erkenbrecher war zuletzt für Tammeka Tartu (Estland) verantwortlich. Auch A-Lizenz-Inhaber Gümüs traut sich den Job zu. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, sagt BAK-Präsident Mehmet Ali Han, auf den täglich mehrere neue Bewerbungen von Trainern einprasseln. Noch sei nicht entschieden, worum es im nächsten Jahr gehen soll. Ungefährdet mitspielen oder den Aufstieg ins Visier nehmen und dafür mehr Geld in die Hand nehmen – dafür wollen sich die Berliner noch etwas Zeit lassen.

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