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SV Babelsberg 03

  • 28.02.2014
  • von Peter Könnicke

SV Babelsberg 03 : Schock-Therapie in Sachsen

von Peter Könnicke

Immer noch ziemlich verärgert: Trainer Cem Efe (M.). Foto: Manfred Thomas

Für Babelsberg 03 geht es beim Regionalliga-Spiel in Zwickau um mehr als nur Punkte. Trainer Cem Efe kündigte personelle Konsequenzen an.

Der Schock sitzt noch immer tief bei Cem Efe. „Nein, ich habe mich noch nicht erholt", sagt der Trainer des Fußball-Regionaligisten Babelsberg 03 auch eine Woche nach der 0:2-Pleite gegen den VfB Auerbach. Den katastrophalen Auftritt seiner Elf hat er noch nicht aus dem Kopf bekommen. „So was schleppt man die ganze Woche mit sich,“ sagt er. Daher scheinen die angekündigten personellen Konsequenzen für das morgige Spiel beim FSV Zwickau auch etwas eine therapeutische Maßnahme für ihn zu sein, um wieder auf andere Gedanken zu kommen. Wer dazu beitragen soll, wollte Efe am Freitag noch nicht sagen. Fakt ist aber: „So wie letzte Woche werden wir nicht auflaufen.“

Bei den Westsachsen, die in die Rückrunde mit einer 0:2-Niederlage bei Herthas U23 starteten, erwartet Efe mehr als Wiedergutmachung seiner Mannschaft. Er selbst wolle sehen, dass er die richtigen Akteure und vor allem Charaktere für die Regionalliga geholt hat. „Es geht hier ja nicht nur ums persönliche Wohl und Wehe, sondern um den Verein in seiner jetzigen Situation“, sagt Efe. Nehme er die 90 Minuten gegen Auerbach zum Maßstab, käme er nicht umhin zu gestehen, sich in seiner Mannschaft geirrt zu haben.

Das Spiel „ohne Laufbereitschaft, ohne Kampf und ohne Motivation“ habe gereicht, um sein Vertrauen in seine Spieler zu schwächen. „Bei mir fällt kein Spieler durch, wenn er mal ein schlechtes Spiel gemacht hat." Doch wenn er sehe, dass es an Charakter fehlt, mache er sich Gedanken, ob er nicht zu gutgläubig gewesen ist. „Dann fragt man sich schon, ob man die richtige Wahl getroffen hat“, räumt er selbstkritisch ein.

Seine Annahme, dass nach dem Weggang von Süleyman Koc als herausragender Leistungsträger zur Winterpause andere Spieler mehr Präsenz zeigen und mehr Verantwortung übernehmen, hat sich zumindest am vergangenen Samstag nicht erfüllt. Erklären kann sich Efe das nicht: „Hier hat keiner Druck, nur Chancen“, sagt er.

Doch könnte es Druck geben, wenn der SVB auf einen Abstiegsrang rutscht, von dem er aktuell einen Platz und drei Punkte entfernt ist. Daher hat Zlatko Hebib seinen Mannschaftskollegen in den vergangenen Tagen „die Augen geöffnet“, wie er selbst sagt. „Ich habe in meiner jungen Karriere schon zwei Abstiege erlebt, ich weiß, worum es geht“, sagt der 23-jährige Abwehrspieler. „Da kann einer noch so jung und gut sein, so ein Abstieg bleibt auf der Visitenkarte. Ich hoffe, dass das jedem klar ist und jeder begriffen hat, dass sich keiner unsere Spiele anguckt, wenn wir so auftreten wie zuletzt“, sagt Hebib und fügt hinzu: „Wer jetzt keinen Bock hat, eine Reaktion zu zeigen, der ist nicht nur im Fußball, sondern in jedem Job falsch.“

Zumindest im Training habe die Mannschaft in dieser Woche noch mehr Gas gegeben, sagt Hebib, der gegen Auerbach neben Lovro Sindik und dem eingewechselten Rafael Makangu noch zu den besseren Akteuren zählte. Die nächste Reaktion soll morgen im Westsachsenstadion folgen. „Wir reagieren aber nicht über und sagen, dass jetzt nur drei Punkte zählen", sagt der 23-Jährige. „Dass wir jetzt Charakter zeigen und einen engagierten Auftritt zeigen, ist mindestens genauso wichtig“, sagt Hebib. Dabei ist ihm klar, dass jeder, der am vergangenen Samstag auf dem Platz stand, sich das Vertrauen des Trainers neu erarbeiten muss. „Auf dem Trainingsplatz hat er uns noch mehr gepusht als sonst, aber jenseits des Platzes war ihm die Enttäuschung noch anzumerken“, sagt Hebib.

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