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  • 10.02.2014
  • von Ingmar Höfgen

Neue Taktik blieb vorerst ein Versuch

von Ingmar Höfgen

Erst nach der Rückkehr zum Altbewährten gewinnt Babelsberg Testspiel mit 2:1

Gezielt defensiv spielen und den Gegner kommen lassen – zwei Wochen vor dem Rückrundenstart hat Fußball-Regionalligist Babelsberg 03 am Samstag zumindestens in der ersten Halbzeit einiges ausprobiert, von dem viele Beobachter bisher dachten, dass es eher nicht in der Natur dieser Mannschaft liegt. „Das müssen wir allerdings noch mal durchgehen“, sagte Babelsbergs Außenverteidiger Severin Mihm nach dem Spiel. Der 2:1 (1:1)-Erfolg gegen den Oberligisten Torgelow auf dem Kunstrasen des Karl-Liebknecht-Stadions beruhte letztlich dann doch wieder auf einer vertrauten Taktik: früh Druck machen, schnell in die Spitze spielen und den Abschluss suchen.

Beim schön herausgespielten Siegtreffer in der 77. Minute schickte der eingewechselte Enes Uzun, 2011 A-Jugend-Meister mit Wolfsburg und erstmals im Babelsberger Regionalliga-Trikot, nach starkem Dribbling Lovro Sindik steil. Dieser verwandelte mit einem satten Schuss. Uzun, der sich konsequent auf der rechten Seite anbot, gab damit schon einmal einen Vorgeschmack auf sein Leistungsvermögen.

Den Ausschlag für den Babelsberger Erfolg gab neben der Rückkehr zur gewohnten Taktik auch die besser gefüllte und frischere Ersatzbank. 16 Feldspieler konnte Nulldrei-Trainer Cem Efe einsetzen. Insgesamt sechs Babelsberger Akteure wurden im Laufe der zweiten Hälfte eingewechselt. Die meisten von ihnen hatten in der Vorbereitung mehrere Tage oder gar Wochen ausgesetzt und damit nicht alle bisherigen 50 Trainingseinheiten absolviert. So auch Julian Prochnow, der nach langer Verletzungspause nach 55 Minuten erstmalig wieder ins Spielgeschehen eingriff. Der 27-jährige Defensivspezialist hatte sich im Spiel gegen Magdeburg im November eine Gehirnerschütterung zugezogen und litt danach lange unter Gleichgewichtsproblemen. Sindik entschied letzlich eine Partie, in der die Torgelower 30 Minuten lang wenig zuließen. Nulldrei wollte nur kompakt stehen, sehen, wie es ist, wenn man nicht anläuft und auf Fehler des Gegners warten. Mit Kritik wollte sich Efe nach dem Abpfiff zurückhalten. Er sah dennoch, was nicht funktionierte: Zu oft kamen die Nulldreier zu spät oder produzierten dann zu viele Fehlpässe. In der Pause drang Efes Standpauke über 40 Meter bis hin zu den rund 120 Zuschauern. Die hatten zuvor eminent schnelle Greif-Flügelspieler gesehen und Gäste, die verdient in Führung gegangen waren. Als Marvin Gladrow gegen Mateusz Sobolczyk elfmeterreif nachfasste, versenkte Marcin Juszczak den Strafstoß (25.). Sechs Minuten später (31.) glich Maximilian Zimmer, der einen Fehlpass erlief, aus. Ein Freistoß von Juszczak (42.) landete nur am Pfosten. Ingmar Höfgen

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