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Potsdamer Talente

  • 06.02.2014
  • von Chantal Willers

Potsdamer Talente: Multi-Talent mit der Lizenz zum Siegen

von Chantal Willers

Spaß an der Vielfalt. Das sportliche Leben von Christian Zillekens besteht aus fünf Disziplinen: Fechten, Schwimmen, Reiten, Schießen und Laufen. Foto: Andreas Klaer

Der Potsdamer Christian Zillekens zählt zu den weltweit größten Talenten im Modernen Fünfkampf. Er braucht in seinem Sport Präzision, Geschick, Schnelligkeit, Ausdauer und ein gutes Gefühl für Rhythmus, um sein persönliches Ziel der "magischen Zehn" zu erreichen.

Christian Zillekens’ Hand schnellt nach oben. Die Luftpistole fest im Griff, den Finger nah am Abzug. Vor Augen hat er nur das eine Ziel: die kleine schwarze Scheibe. Präzision ist gefragt, wenn er die Zielscheibe anvisiert. Das Heben der Waffe, das Abfeuern, das Senken, die notwendige Berührung mit dem Tisch und das Nachladen – alles muss zueinander passen. „Es ist alles eine Frage des Rhythmus“, erklärt Christian Zillekens.

Der Moderne Fünfkampf, für den Zillekens beim OSC Potsdam trainiert, verlangt von seinen Athleten neben Treffsicherheit auch Schnelligkeit und Ausdauer. Mit seinen fünf Disziplinen – Fechten, Schwimmen, Reiten und dem Combined, der Kombination aus Schießen und Laufen – ist es eine abwechslungsreiche Sportart, die Vielseitigkeit fordert. Jeder Part wird bestimmt von seinem eigenen Rhythmus. Sich darauf einzustellen, sei nicht immer ganz einfach, meint der 18-Jährige. Als Nachwuchstalent des OSC Potsdam arbeitet er täglich daran, denn er weiß, dass Begabung allein irgendwann nicht mehr reicht.

Christian Zillekens: "Ich habe das Glück, das mir vieles zufällt"

Vom Schwimmen kam Christian Zillekens, der in Neuss bei Düsseldorf aufwuchs, zum Fünfkampf. Zunächst eher nebenbei, bis ihm die Vielfalt immer mehr Spaß machte. Als sich sein Heimatverein auflöste, suchte er nach einer anderen Trainingsmöglichkeit – und fand sie in Potsdam. Als Achtklässler kam er an die Sportschule am Luftschiffhafen. Der Schul- und Ortswechsel fiel ihm zunächst gar nicht so einfach. Der Zeitdruck und die strenge Planung von Sport, Schule und Freizeit seien für ihn anfangs schwierig gewesen. Er sei eher der entspannte Typ, sagt er und über sein ganzes Gesicht zieht sich ein Grinsen.

Christian Zillekens kann nahezu enthusiatisch über seinen Sport erzählen, geht es jedoch um ihn selbst, antwortet er einsilbig und zurückhaltend. Auch aus seinen Erfolgen als Junioren-Weltmeister oder Deutscher Meister im Fünfkampf der A-Junioren macht er keine große Sache. Er erzählt davon, als wären sie selbstverständlich, jedoch ohne überheblich zu wirken. „Ich habe das Glück, dass mir vieles zufällt“, sagt er. Dabei halte ein Wettkampf, der immer über zwei Tage geht, für ihn auch immer eine Portion Ungewissheit bereit. „Er fängt mit Fechten an, da kann man einen schlechten oder guten Start haben. Aber richtig reinkommen kann man eben auch später.“

Umstellung auf das Combined brachte ihm noch mal einen Leistungsschub

Die Umstellung auf das Combined, welches erst vor vier Jahren aus den zwei Einzeldisziplinen Laufen und Schießen zusammengefügt wurde und das Finale eines Modernen Fünfkampfs ist, brachte ihm noch einmal einen Leistungsschub. „Ich war schon immer ein guter Läufer, aber durch die Umstellung ist mittlerweile Combined meine stärkste Disziplin geworden.“ Laufen, anhalten, schießen - den richtigen Rhythmus hat der Elftklässler für sich gefunden. Bei den Weltmeisterschaften der A-Jugend im vergangenen Jahr in Wuhan (China) stellte „Zille“, wie er von seiner Trainerin Claudia Adermann genannt wird, das unter Beweis. Neben dem Weltmeistertitel Einzel, den er sich in China sicherte, kann Zillekens bereits auf zwei Vize-Weltmeistertitel im Team und in der Mix-Staffel verweisen.

Christian Zillekens kämpft zwar gegen die Mitstreiter um die besten Platzierungen, aber in der Uhr sieht er seinen größten Gegner. Die eigenen Bestzeiten zu schlagen, sei sein oberstes Ziel. Um dies zu erreichen, seien auch Extra-Einheiten am Wochenende keine Seltenheit. Ein Platz unter den zehn Besten ist der Anspruch an sich selbst, dem er sich bei jedem Wettkampf stellt. „Zehn ist die magische Zahl. Wenn man unter den besten zehn ist, hat man sein Bestes gegeben“, sagt er. Sein größter Traum ist natürlich eine Olympiateilnahme. „Wenn man hart dafür arbeitet, ist alles möglich“, meint er mit reinem Optimismus in der Stimme. Dass dafür nicht nur Talent reicht, weiß Christian Zillekens und er ist schon dabei, hart für sein Ziel zu arbeiten. Mit Präzision und Ausdauer.  

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