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  • 25.11.2013
  • von Peter Könnicke

Babelsberg baut Hertha II auf

von Peter Könnicke

Gestrauchelt beim Tabellenletzten: Auch Süleyman Koc konnte die Niederlage bei Hertha II nicht verhindern. Foto: Dietmar Otto

Bei der 2:5-Niederlage beim Tabellenletzten haben die Nulldreier vieles falsch gemacht

Wenn es beim Regionalligisten SV Babelsberg 03 heißt, dass die aktuelle Saison zum Lernen ist, dann war das gestrige Spiel bei Hertha BSC II eine Lehrstunde. 2:5 verloren die Babelsberger bei der Bundesliga-Reserve. „Wir haben viel falsch gemacht“, konstatierte Nulldrei-Trainer Cem Efe nach dem Schlusspfiff.

Dass ausgerechnet der Tabellenletzte den Babelsbergern zeigte, wie man effektiv und mit guter Ordnung Fußball spielt, mag den einen oder anderen überrascht haben. Gerade mal sechs Punkte hatten die Berliner nach 13 Spielen auf dem Konto, sodass viele den SVB als Favoriten sahen. Doch es ist nicht umsonst die Ausbildungsmannschaft eines Bundesligisten: Technisch gut geschult und mit vier Spielern aus dem Profikader auf dem Platz demonstrierten die Berliner eine Qualität, die gestern zum verdienten Sieg führte. Zudem stand mit Ante Covic ein neuer Trainer an der Seitenlinie, der während des Spiels seine Mannschaft immer wieder zu Aggressivität antrieb und der in den drei Trainingseinheiten unter der Woche versucht hat, „viele Handbremsen zu lösen und den Jungs die Freude am Fußball zurückzubringen“.

Diese zeigten die Berliner von Beginn an, während die Gäste den Start komplett verschliefen. Die Partie war gerade mal acht Minuten alt, da stand es bereits 2:0 für Hertha II. Zunächst überraschte Fabian Holland Nulldrei-Keeper Marvin Gladrow mit einem 25-Meter-Schuss, der sich ins rechte Toreck drehte. Vier Minuten später kam nach einem Freistoß Kevin Stephan im Babelsberger Strafraum nahezu unbedrängt zum Kopfball, nach dem sich Gladrow vergeblich streckte. So waren die Nulldreier frühzeitig gefordert. Nach gut einer Viertelstunde bekamen sie das Spiel besser in den Griff. Die Nulldreier hatten mehr Ballbesitz, konnten aber nicht wirklich Druck aufbauen, weil die von Herthas US-Nationalspieler Anthony Brooks gut organisierte Abwehr wenig zuließ.

Ansehnlich war das Spiel in der ersten Halbzeit dennoch: Hohes Tempo, engagierte Babelsberger und passsichere Berliner ließen das Geschehen nicht langweilig werden. Im Gegenteil: Das Bemühen der Gäste wurde in der 34. Minute belohnt, als Süleyman Koc von rechts auf Lukas Albrecht flankte und der Stürmer für den Anschlusstreffer sorgte. Der schnelle Gegentreffer nur drei Minuten später durch Maximilian Obst offenbarte indes die Schwächen in der Babelsberger Abwehr. Eine unglückliche Kopfballabwehr von Severin Mihm landete direkt vor den Füßen des Hertha-Kapitäns, dessen abgefälschter Schuss den 3:1-Halbzeitstand markierte.

Der zweite Durchgang erreichte nicht mehr das Niveau der ersten 45. Minuten. Die Babelsberger, bei denen das Fehlen von Abwehrchef Julian Prochnow, Mittelfeldakteur Heiko Schwarz (beide verletzt) sowie Maximilian Zimmer (Rotsperre) deutlich zu merken war, fanden gestern nicht die spielerischen Mittel, um für Torgefahr zu sorgen. Die Berliner hingegen kamen über wenige Stationen immer wieder gefährlich vor das Babelsberger Gehäuse. „Wir sichern unser Angriffsverhalten nicht ab,“, bemängelte Trainer Efe im Anschluss. Das ermöglichte den Berlinern leichte Tore: In der 74. Minute köpfte Brooks eine Freistoßvorlage über Gladrow zum 4:1 ein; sechs Minuten vor Schluss schlenzte der eingewechselte Nils Fiegen von der Strafraumgrenze den Ball an den Innenpfosten. Zwischenzeitlich hatte auf Babelsberger Seite Joaquim Makangu kurz nach seiner Einwechslung das 2:4 besorgt.

Babelsberg: Gladrow; Maaß (83. Rode), von Piechowski, Hebib, Mihm (79. Makangu); Sindik, Blazynski; Becker, Moral Fuster (69. Druschky) ; Koc, Albrecht.

Hertha II: Sprint; Ndjeng, Regäsel, Brooks, Zingu (55. Neuendorf) Andrich (62. Fiegen), Syhre, Holland, Perdedaj, Obst (69. Ntsin), Stephan.

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