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  • 15.11.2013
  • von Michael Meyer

Torerfolg und Vaterfreuden

von Michael Meyer

Tore im Pokal und nun auch in der Liga. Heiko Schwarz will mit dem SV Babelsberg 03 am Samstag beim Oberligisten FC Strausberg ins Landespokal-Halbfinale einziehen. Foto: Kuppert

Heiko Schwarz will nach der Geburt seines Sohnes mit dem SV Babelsberg 03 weiter erfolgreich sein – zunächst am Samstag beim FC Strausberg

Heiko Schwarz erlebt derzeit nicht gerade ruhige Nächte. Das liegt aber nicht am bevorstehenden Spiel im Krombacher-Landespokal, zu dem Schwarz mit dem Regionalligisten SV Babelsberg 03 am morgigen Samstag beim Oberligisten FC Strausberg antritt. Der Grund seiner kurzen Nächte ist ein viel schönerer – Heiko Schwarz ist seit dem 30. Oktober Vater. Inzwischen sind Freundin Stefanie und Söhnchen Oskar zu Hause, und wenn der Kicker seinen Stammhalter im Arm hält, „ist das ein unglaublich schönes Gefühl“, erzählt der Mittelfeldspieler, der im Sommer vom Drittligisten Wacker Burghausen an die Havel kam.

Auf dem Fußballplatz konnte sich Schwarz am vergangenen Sonntag richtig gut fühlen, nachdem er mit dem SVB daheim dem favorisierten 1. FC Magdeburg durch ein 2:2 einen Punkt abgetrotzt und dabei selbst zum 1:0 getroffen hatte. „Das Tor war gut und wichtig für die Psyche, denn nach zwölf Spielen besteht schon ein gewisser Druck, dass man als Offensivspieler auch mal trifft“, gesteht der 24-Jährige. „Nun können wir erst einmal durchatmen – mehr aber auch nicht, denn wir müssen und wollen uns als Mannschaft ja weiterentwickeln.“ Die beiden letzten Spiele bei Viktoria 89 Berlin (3:1) und zuletzt gegen Magdeburg hätten schon eine „ordentliche Entwicklung“ gezeigt, so Schwarz. „Das muss nun der Maßstab sein für die nächsten Spiele – auch jetzt im Landespokal in Strausberg.“

Beim momentanen Tabellenvierten der NOFV-Oberliga Nord erwartet die Babelsberger eine schwere Partie. „Die werden sich voll in die Aufgabe knien und uns alles abverlangen“, ahnt Heiko Schwarz, mit bislang vier Toren – je zwei in den Spielen beim FSV Brieske-Senftenberg (6:0) und bei Eintracht Miersdorf/Zeuthen (6:3) – derzeit treffsicherster Nulldreier im Landespokal. Eine Meinung, der sich Cem Efe anschließt. „Strausberg ist eine sehr kompakte Mannschaft, die mit neun Mann hinter dem Ball steht, während zwei vorn für Entlastung sorgen“, sagt Babelsbergs Cheftrainer, der den Oberliga-Aufsteiger in dessen Punktspiel am vergangenen Sonntag daheim gegen Lichtenberg 47 (1:1) beobachtete. „Bei Standardsituationen müssen wir hellwach sein.“

Im Gegenzug beobachtete Strausbergs Coach Helmut Fritz die Nulldreier bei deren Sieg bei Viktoria. „Wenn die Babelsberger bei uns so spielen wie dort, dann haben wir wohl keine Chance“, erklärt der 48-Jährige, der einst für Strausberg kickte und die Mannschaft nach zwei Jahren ab 2005 nun wieder seit 2011 trainiert. „Das wird wieder so ein Kampf David gegen Goliath, aber wir werden natürlich alles versuchen. Dieses Spiel ist für uns schon ein Highlight, dem alle entgegenfiebern“, so Fritz. Im bisherigen Pokalgeschehen hatte die Truppe um Kapitän Daniel Anton beim KSV Gollmitz (3:0) aus der Kreisliga Westuckermark, beim Brandenburgligisten BSV Guben Nord (4:2) und beim Landesligisten FC Schwedt 02 (2:1) gastiert.

„Es jetzt in einem Pflichtspiel mit einem höherklassigen Gegner zu tun zu haben, ist doch herrlich“, meint Helmut Fritz. „Ich muss meine Männer dafür nicht extra heißmachen. Wir freuen uns auf die Begegnung, in der sich jeder beweisen will, und haben danach noch drei Punktspiele in diesem Jahr, die auch wichtig sind.“ Vorrangiges Saisonziel des Oberliga-Neulings sei der Klassenerhalt, „aber wenn wir am Ende einen einstelligen Tabellenplatz einnehmen würden, dann wäre das überragend“, erklärt der Coach, der beruflich im Paketzentrum Rüdersdorf tätig ist. Strausbergs erfolgreichste Torschützen im bisherigen Saisonverlauf waren die beiden Stürmer Ringo Kretzschmar (7) und Alexander Rahmig (6); Kretzschmar sicherte am vergangenen Sonntag in der Nachspielzeit mit einem verwandelten Foulstrafstoß noch den Punktgewinn gegen Lichtenberg. „Das Gute ist, dass unsere bisherigen 22 Tore von vielen Spielern erzielt wurden – dadurch sind wir nicht so ausrechenbar“, sagt Helmut Fritz, der nach Lage der Dinge am Samstag noch auf seinen verletzten Mittelfeldregisseur Steve Georges verzichten muss.

Für Babelsbergs Coach Cem Efe ist derzeit noch ungewiss, ob er den erkälteten Daniel Becker und den angeschlagenen Lovro Sindik morgen ins Pokalrennen schicken kann. Dass der SVB in Strausberg mit seinem bestmöglichen Aufgebot antreten muss, um ein Ausscheiden zu vermeiden, wissen Efe und auch Heiko Schwarz. „Wir müssen am Samstag unsere Defensive weiter stabilisieren, um kein Gegentor zu bekommen“, erklärt der Mittelfeldspieler. „Alle müssen rennen und bereit für weite Wege sein.“ Seine Mannschaft müsse über den Kampf ins Spiel kommen. „Das jetzige ist das wichtigste der vier Spiele, die wir in diesem Jahr noch vor uns haben. Wir wollen weiterkommen und ins Halbfinale, denn der DFB-Pokal ist das erklärte Ziel der ganzen Mannschaft“, sagt der junge Familienvater.

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