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  • 11.11.2013
  • von Peter Könnicke

Zwischen traurig und Genießen SVB-Coach Cem Efe: Magdeburg hat gewackelt

von Peter Könnicke

Guter Einstand: Jerome Maaß machte in der Abwehr ein gute Partie. Foto. J. Kuppert

Es wäre zu viel der Beachtung, würde man die Aktionen im Fanblock des 1. FC Magdeburg bei der Regionalliga-Partie gegen den SV Babelsberger 03 vom vergangenen Freitag so beschreiben, als hätten sie das Spiel überschattet. Dafür war das Ostderby der beiden Traditionsmannschaften zu gut. Viel Tempo auf beiden Seiten, viel taktische Disziplin der Babelsberger, reichlich Torchancen und vier Tore machten das Flutlichtspiel im Karl-Liebknecht-Stadion zu einem äußerst unterhaltsamen Fußballabend.

Die Babelsberger boten ihrem Publikum gegen den Tabellenfünften nach zuletzt vier Heimniederlagen mehrfach Szenen für Beifall. „Wir haben uns gut bewegt und waren jederzeit in der Lage, das Tempo zu bestimmen“, freute sich Coach Cem Efe über den Auftritt seiner Mannschaft. Die hatte das in der Vorwoche beim Auswärtssieg gegen Viktoria Berlin getankte Selbstvertrauen nicht nur bei der frühen 1:0-Führung (8.Min) gezeigt, sondern vor allem nach dem zwischenzeitlichen 1:2-Rückstand nach 52 Minuten. Die zweite Halbzeit waren die Babelsberger die deutlich bessere Mannschaft, die auch taktische Umstellungen während des Spiels gut umsetzte. Trainer Efe wollte aus dem jungen und wenig erfahrenen Team keinen Spieler besonders hervorheben, doch attestierte er Manuel Fuster, Lavro Sindik und Süleyman Koc eine besonders starke Leistung. Auch die beiden Verteidiger Jerome Maaß bei seinem ersten Einsatz für den SVB sowie Serverin Mihm, dessen Offensivdrang mit dem Ausgleichstor (77.Min) zum 2:2 belohnt wurde, verdienten sich gute Noten.

„Bis zur 77. Minute war es eine Werbung für den Regionalfußball“, befand Magdeburgs Co-Trainer Danny König. Dass nach dem 2:2 sogenannte Fans im Gästeblock versuchten, die Absperrtore gewaltsam zu öffnen und den Platz zu stürmen, nannte König „einfach nur beschämend“. Bereits zuvor musste Schiedsrichter Lars Albert die Begegnung dreimal unterbrechen, nachdem in beiden Fanblöcken immer wieder Pyrotechnik gezündet wurde. Nach dem Ausgleichstor stand für 20 Minuten die Polizei auf dem Platz, während sich in den Kabinen beide Mannschaften, Referee Albert und die Polizei-Einsatzleitung verständigten, ob die Partie fortgesetzt wird. Magdeburgs sportlicher Leiter Mario Kallnik signalisierte den Gäste-Fans: Bei der nächsten Störaktion werde seine Mannschaft die drei Punkte freiwillig in Babelsberg lassen.

„Vielleicht haben die Magdeburger Fans ihre Mannschaft sogar gerettet“, sinnierte Efe nach dem Spiel. „Denn der Gegner hat gewackelt, wir hätten nachlegen können“, meinte der Nulldrei-Coach. Daher sei er über das Ergebnis ein „bisschen traurig“ und könne es gleichzeitig „etwas genießen“. Peter Könnicke

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