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  • 07.11.2013
  • von Michael Meyer

Die Frage nach dem Techniker

von Michael Meyer

Elfmeter-Töter. Hier pariert Babelsbergs Marvin Gladrow einen Foulstrafstoß des Berliners Ümit Ergirdi. Am morgigen Freitag will der Torwart unter Flutlicht mit Nulldrei möglichst auch gegen den 1. FC Magdeburg punkten. Foto: imago/Sebastian Well

Marvin Gladrow will nach seinem gehaltenen Elfmeter mit Babelsberg 03 nun auch gegen Magdeburg punkten

Marvin Gladrow ist kein exzellenter Statistiker. „Wie viele Elfmeter ich bisher gehalten habe? Keine Ahnung. Ich erinnere mich nur an einen gehaltenen in der letzten Saison bei Hertha BSC II“, sagt der Torwächter des Fußball-Regionalligisten SV Babelsberg 03, der am vergangenen Freitag beim 3:1-Sieg des SVB bei Viktoria 89 Berlin einen Foulstrafstoß des früheren Nulldreiers Ümit Ergirdi parierte.

Dabei half ihm ein Ratschlag seines einstigen Torwarttrainers Ronny Zeiß beim FC Energie Cottbus. „Er gab mir den Tipp, gegebenenfalls eine bestimmte Ecke zu wählen, in die in der Regel nur Techniker schießen. Daher fragte ich Jule Prochnow, ob Ergirdi ein Techniker sei, und als er das bejahte, wählte ich rechts. Glück war aber natürlich auch dabei. Außerdem gucke ich mir im Fernsehen bei Sport im Osten immer genau an, wohin ein Elfmeterschütze schießt“, erklärt Gladrow, der nach der Operation seines linken Miniskus Mitte Oktober noch gar nicht wieder im SVB-Kasten erwartet worden war. „Eigentlich braucht man nach so einer Operation auch etwa sechs Wochen“, so der 23-Jährige. „Bei mir verlief die Genesung jedoch sehr gut und ohne Komplikationen. Ich mache zwar weiter meine Reha, konnte in Berlin aber schon ohne Risiko spielen und habe auch alles gut verkraftet.“

Daher hofft Gladrow, dass ihn Coach Cem Efe auch am morgigen Freitag im Heimspiel um 19 Uhr gegen den 1. FC Magdeburg zwischen die Pfosten beordert. „Wenn der Trainer mich aufstellt, dann werde ich spielen“, sagt der im Sommer vom FC Energie Cottbus II an den Babelsberger Park gekommene Keeper. Und alles sieht danach aus, dass er nach mehrwöchiger Rot-Sperre und anschließender Verletzung nun auch sein sechstes Punktspiel bestreiten kann. „Marvin hat seine Aufgabe in Berlin sehr gut gemacht und gezeigt, welch großer Rückhalt er für die Mannschaft ist“, erklärt Efe, der zugleich davor warnt, nach Babelsbergs fünftem Saisonsieg nun gegen Magdeburg Wunderdinge zu erwarten. „Außerhalb spielen wir oft grandios, zu Hause oft genau das Gegenteil. Vielleicht nehmen sich unsere Jungs vor heimischem Publikum zu viel vor – ich kann es nicht erklären“, sagt der Cheftrainer, und: „Magdeburg ist eine ganz starke Mannschaft, die aufsteigen will. Die hat zuletzt die mit sieben Vollprofis angetretenen Hertha-Amateure mit 4:1 besiegt. Wenn wir gegen Magdeburg jetzt einen Punkt holen, ist das für uns wie ein Sieg.“

Für das Duell der beiden Traditionsvereine, das als Sicherheitsspiel eingestuft wurde, hat Efe bis auf Maximilian Zimmer – der bei Viktoria 89 Rot sah und dessen Sperre noch nicht feststeht – alle Spieler an Bord. Letztmals trafen Babelsberg und Magdeburg in der Regionalliga-Saison 2009/10 aufeinander; damals gewann der SVB daheim 3:2 und auswärts 1:0.

Auch Marvin Gladrow hat mit Energie Cottbus II schon zu Hause gegen die Elbestädter gewonnen – im Februar 2012 mit 1:0. „Aber jedes Spiel ist anders, und Magdeburg ist eine robuste Mannschaft, gegen die es natürlich wesentlich schwerer wird als zuletzt bei Viktoria“, weiß der gebürtige Mecklenburger. „Wir dürfen uns jetzt nicht auf dem Sieg in Berlin ausruhen, sondern müssen unsere Leistungen aus jenem Spiel bestätigen. Wenn wir wieder so aggressiv und mutig nach vorn spielen wie in Berlin, können wir auch diesmal wieder punkten.“ Und – wenn nötig – vielleicht erneut einen Elfmeter halten.

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