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  • 26.10.2013
  • von Luisa Müller

Babelsbergs Kopfballstärke

von Luisa Müller

Eckenspezialist. Daniel Becker wird mit seinen Eckbällen, die oftmals direkt auf den Köpfen seiner Mitspieler landen zum Torgarant bei den Babelsbergern. Foto: J. Kuppert

Der SV Babelsberg 03 traf bereits viermal per Kopf nach einer Ecke und empfängt nun Nordhausen

„Ecke, Kopfball, Tor“ - so lautet derzeit das Erfolgsrezept des Fußball-Regionalligisten SV Babelsberg 03. Der Ablauf dieser Kombination brachte den Nulldreiern in ihren letzten drei Spielen gleich vier Tore ein. Hauptdarsteller der Szene sind stets – bis auf einmal – Mittelfeldspieler Daniel Becker als Eckenreingeber und Kopfballtorschütze Julian Prochnow gewesen. Am Ende verbuchten die Babelsberger zuletzt einen 2:0-Sieg in Rathenow, eine 1:2-Niederlage gegen Neustrelitz und ein unglückliches 2:2-Unentschieden in Plauen. Ob die Blau-Weißen auf diese Weise auch im Heimspiel am Sonntag um 13.30 Uhr gegen Wacker Nordhausen wieder zum Torerfolg kommen, weiß selbst Trainer Cem Efe nicht. „Wir wollen offensiv nach vorne spielen, aber wie die Tore dann fallen, ist mir eigentlich egal.“

Mit der offensiven Taktik könnte auch Mittelfeldspieler Daniel Becker, der in Plauen zunächst auf der Bank saß, wieder seinen Stammplatz in der Startelf bekommen. Im letzten Auswärtsspiel brachte der Trainer seine etatmäßige Nummer 10 erst in der zweiten Halbzeit. „Wir wollten zunächst defensiver spielen“, erklärt Efe die Maßnahme. Becker bedankte sich trotzdem mit zwei hervorragend getretenen Eckbällen, die zu Toren führten.

Doch was ist eigentlich die Schwierigkeit bei solch einem Eckball? Die Ausgangssituation ist leicht erklärt: Der Schiedsrichter entscheidet auf Eckstoß, wenn der Ball die Torauslinie überquert – ausgenommen der Ball landet im Tor – und ein Spieler der verteidigenden Mannschaft ihn zuletzt berührt hat. Becker legt ihn sich dann in die Nähe der Eckfahne auf der Seite, wo der Ball ausgegangen ist. Die Kunst ist es nun, den Ball möglichst genau in den Bereich zwischen dem Fünf-Meter-Raum und dem Elfmeterpunkt zu flanken. Geht der Ball zu dicht ans Tor, hat ihn der Torwart, fällt er zu weit hinter den Elfmeterpunkt, besteht die Gefahr auf eines gegnerischen Konters. In den geforderten Bereich laufen vier bis sechs Mitspieler – zumeist die größten und sprungkraftstärksten – ein, um den ankommenden Ball aus der Luft ins Tor zu köpfen. Damit das Timing stimmt, werden die sogenannten Standardsituationen im Training mehrfach geübt. „Alle zwei Wochen machen wir eine Einheit dazu“, verrät Becker. Den größeren Anteil am Torerfolg haben laut dem 26-Jährigen allerdings die Einläufer. „Die müssen den Ball erst einmal reinmachen“, sagt er. Weil die Babelsberger in der Defensive eine besondere Kopfballschwäche hatten, ließ Efe diese in den vergangenen Wochen intensiv trainieren. „Jeden Dienstagvormittag, wenn Techniktraining auf dem Plan stand, haben wir geübt, mit einem Partner oder mit dem Kopfballpendel“, erklärt der 35-jährige Coach.

Und der Erfolg stellte sich ein, allerdings – anders als erwartet – nicht in der Defensive, sondern in der Offensive. Die Abwehrspieler Julian Prochnow und Zlatko Hebib trafen zuletzt per Kopf – nach einer Becker-Ecke. „Julian Prochnow konnte schon immer gut köpfen“, so Efe zum dienstältesten Nulldreier. „Jetzt haben wir auch einen guten Standardschützen.“

Becker, der in der Mannschaft auch den Spitznamen „Becks“ trägt, spielte zuvor für den FSV 63 Luckenwalde in der Oberliga. Auch dort war er bereits Standardspezialist. „Als kleiner Spieler musste ich schon immer die Standards schlagen“, erzählt er. Mit der bisherigen Saison ist Becker nur teils zufrieden. „Das Spiel gegen BAK war bitter.“ Die Rote Karte gegen Torhüter Marvin Gladrow brachte dem Team nach ihrem guten Saisonauftakt einen Knacks in die anfängliche Erfolgskurve. Doch eigentlich will sich der Sportmanagement-Student gar nicht so sehr mit der Vergangenheit beschäftigen. „Jetzt kommen die Gegner, die wir schlagen wollen.“ Nordhausen, Viktoria Berlin und Hertha II stehen allesamt hinter den Babelsbergern, die derzeit auf dem siebten Rang stehen.

Ob Daniel Becker wieder so gut flankt, dass seine Mitspieler den ersten Heimsieg seit August erköpfen können? „Mal sehen, wir müssen jedenfalls gewinnen, wie ist eigentlich egal“, antwortet der Eckenspezialist.

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