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  • 14.10.2013
  • von Ingmar Höfgen

Der Favorit machte erst spät alles klar

von Ingmar Höfgen

Zweifacher Torschütze in Zeuthen. Heiko Schwarz traf am Samstag im Pokal-Achtelfinale zweimal für den SV Babelsberg 03 und verhinderte den möglichen 3:3-Ausgleich für die Gastgeber, als er auf der Torlinie rettete. Archivfoto: Jan Kuppert

Ein Klassenunterschied war nicht durchgängig sichtbar – bis zur Schlussviertelstunde lag Miersdorf/Zeuthen nur 3:4 gegen den SVB zurück

„Drei waren’s, oder?“ Ein wenig passte Heiko Schwarz’ Rückfrage beim Thema Gegentore zum turbulenten Babelsberger Pokalspiel am Samstag. Mit 6:3 (3:2) gewann der Fußball-Regionalligist SV Babelsberg 03 beim SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen und hat damit das Viertelfinale erreicht, das am 16. November ausgetragen werden soll. Dem Pokalsieger winkt nicht nur ein großes Los im DFB-Pokal, sondern auch etwa 150 000 Euro an garantiertem Fernsehgeld. In den letzten beiden Jahren hatte der SVB dieses Ziel verfehlt.

In Zeuthen ließen sich die Schützlinge von Trainer Cem Efe letztlich nicht überraschen und gewannen aufgrund ihres größeren Engagements und der individuellen Klasse verdient. „Wir mussten eine Reaktion zeigen nach dem Neustrelitz-Spiel“, sagte Doppeltorschütze Schwarz – zuletzt standen in der Regionalliga drei Heimniederlagen zu Buche. Engagiert und ballsicher im Spiel nach vorn, ließen die Nulldreier den tiefstehenden Gastgebern wenig Platz für eigene Aktionen. Der Führung des aufmerksamen Kai Druschky schon nach sechs Minuten, der ein Missverständnis zwischen Daniel Tauchmann und Torwart Alexander Schröder im Strafraum nutzte, ließ Süleyman Koc mit einem satten Schuss das 0:2 folgen (14.). Auch danach lehnte sich der Favorit nicht zurück, Schwarz und Daniel Becker suchten in der teilweise aus sechs Mann bestehenden Abwehrkette immer aufs Neue die Lücke.

Miersdorf hatte wenig vom Spiel, traf aber zweimal. Kurios das 1:2 durch Marcel Hass, als ein 40-Meter-Freistoß aufsetzte und hoch ins lange Eck sprang. Nulldrei-Keeper Dominic Feber wirkte da ebenso unglücklich wie beim 2:3 kurz vor der Pause, als er Marco Alischs Schuss von der Strafraumgrenze nicht mehr um den Pfosten lenken konnte. „Zwei Tore, die nie fallen dürfen“, so Nulldrei-Trainer Cem Efe. „Wir hatten alles im Griff und haben es uns selbst wieder schwer gemacht“, sagte Schwarz, der vorher das 1:3 erzielt hatte (35.). Ihn ärgerte vor allem, dass sich sein Team von den Gegentreffern beeindrucken ließ und zu lange brauchte, um sich wieder aufzuraffen. Miersdorfs Taktik schien dagegen aufzugehen. „Wir müssen die Fehler nutzen, die Babelsberg anbietet“, gab Eintracht-Trainer Norbert Welzel nach dem Abpfiff die Marschrichtung preis.

Nach der Pause – Nulldrei-Innenverteidiger Zlatko Hebib kam für Lovro Sindik, Julian Prochnow rückte vor die Abwehr – agierten die Miersdorfer mutiger und aggressiver und brachten die Nulldreier öfter in Bedrängnis. Nach einem Eckball rettete Schwarz beim Stand von 2:3 gegen Paul Meinerts Schuss auf der Linie (53.). Sieben Minuten später fing Meinert einen katastrophalen Hebib-Querpass ab, setzte den Ball aber frei vor dem herauskommende Feber an die Querlatte.

Auch der Schwarz-Treffer zum 2:4 nach einem starken Solo von Koc, der trotz muskulärer Probleme auflief, brachte dem Favoriten die Sicherheit nicht zurück. Die Eintracht drückte, angetrieben von Alisch und dem rechts von Severin Mihm kaum zu kontrollierenden Jan Wolter – das 3:4 durch Paul Meinert war der verdiente Lohn. „Zwischen der 60. und der 75. Minute war kein großer Klassenunterschied zu sehen“, fand Welzel. Erst Daniel Beckers 3:5 (81.) sorgte für die Vorentscheidung und erlöste die mehr als 100 Babelsberger Fans unter den 380 Zuschauern. Lucas Albrecht versenkte seinen Konter vier Minuten vor dem Abpfiff zum Endstand. Hauptsache weiter.

SV Babelsberg 03: Feber; Zimmer, Prochnow, Rode, Mihm; Sindik (46. Hebib), Fuster; Koc (65. Blazynski), Becker, Schwarz; Druschky (58. Albrecht).

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