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  • 30.08.2013
  • von Peter Könnicke

Prüfung unter Flutlicht

von Peter Könnicke

Will heute zum Sieg dirigieren: SVB-Torwart Dominic Feber vertritt im Regionalliga-Spiel gegen Germania Halberstadt den rotgesperrten Marvon Gladrow. Nach der Niederlage gegen den BAK vergangenen Samstag will Feber mit der jungen Babelsberger Elf im Heimspiel drei Punkte einfahren. Foto: Jan Kuppert

Torwart Feber spielt heute gegen Germania Halberstadt seine erste Regionalliga-Partie von Anpfiff an

Nicht nur so mancher Nulldrei-Fan rieb sich erfreut die Augen angesichts des erfrischenden Fußballs des SV Babelsberg in den ersten Regionalligapartien. Auch die Fußball-Experten des „Kicker“ attestitierten in ihrem Online-Portal der jungen Truppe couragierte und „überraschend flotte“ Auftritte. Doch sei nach Meinung der Experten der Kader des SVB in der „Breite zu dünn besetzt“, sodass es es für ein Spitzenteam nicht reiche.

Diesen Anspruch hat beim SVB ohnehin niemand erhoben. Und so blieb auch nach der 1:3-Niederlage am vergangen Samstag beim Berliner AK „die Stimmung weiter gut“, wie Dominic Feber sagt. „Das haben wir sportlich und professionell genommen, denn uns war klar, dass wir nicht jedes Spiel gewinnen“, meint der Torhüter. Auch hatte die sportliche Führungsriege des SVB nach den drei Auftaktsiegen dieser Regionalliga-Saison schnell den Fuß auf der Euphoriebremse und weiter das von Beginn an formulierte Ziel beschworen, das Potenzial der junge Mannschaft zu entwickeln und die aktuelle Spielzeit als Lern- und Reifeprozess zu nutzen.

SVB-Torhüter Feber ist ein gutes Synonym für den Neubeginn bei Nulldrei: 19 Jahre jung, ein Talent aus der Region – Feber wohnt in Stahnsdorf und geht in Kleinmachnow zur Schule – und von Hertha 03 Zehlendorf nach Babelsberg gekommen, „um zunächst vor allem viel zu lernen“, wie er zu Saisonbeginn selbst sagte. Dass der Wettkampf die beste Schule eines Sportlers ist, weiß auch Feber. Daher hat er kein Problem damit, dass er nach der Roten Karte für Marvin Gladrow als bisherige Nummer Eins im SVB-Kasten nun bereits am fünften Regionalligaspieltag ins Rampen- sowie morgen ins Flutlicht rückt. „So kann ich eben noch früher meine Erfahrungen machen“, sagt er selbstbewusst und freut sich über die Möglichkeit, sich heute gegen Germania Halberstadt beweisen zu können – und bestenfalls die „Kicker“-Fachleute eines Besseren zu belehren: Dass der SVB – zumindest auf der Torhüterposition – doppelt stark besetzt ist.

Vom heutigen Gegner aus dem Nordharz weiß Feber nicht viel. Für den Zehlendorfer Nachwuchs hat er in der Ersten Bundes- sowie Regionalliga gespielt. „Das waren ganz andere Mannschaften als jetzt in der Regionalliga“, sagt der Abiturient. Zwar stimme Nulldrei-Coach Cem Efe bei den Trainingseinheiten auch auf den nächsten Gegner ein. „Aber in erster Linie konzentrieren wir uns darauf, unser Spiel weiter zu entwickeln und zu verbessern“, erzählt Feber.

Germania kommt als Tabellen-Elfter und mit dem Rückenwind des ersten Saisonsieges am vergangenen Spieltag nach Babelsberg. 1:0 gewannen die Halberstädter gegen die Hertha-Reserve. Auffälligster Akteur in den Germania-Reihen war der Ex-Herthaner Bolivard, den die Babelsberger Trainer sicher auch auf dem Zettel haben. Doch vermittle Nulldrei-Coach Efe seinen jungen Spielern, dass man keinen Gegner in den Himmel heben müsse, sondern mit Spaß das eigene Spiel machen soll , sagt Feber. Und Spaß habe er in Babelsberg. Es sei ein „super Gefühl“, nach der Juniorenzeit in Zehlendorf das erste Mal in einer 1. Männermannschaft zu trainieren und als Teil des Teams akzeptiert zu werden.

Zu diesem wird offenbar noch bis zur Winterpause auch Süleyman Koc gehören. Bekanntlich ist der Zweitligist SC Paderborn an dem Offensivspieler und Babelsberger Leistungsträger interessiert. Koc verbüßt derzeit im offenen Vollzug eine mehrjährige Haftstrafe wegen der Beteiligung an mehreren Überfällen auf Berliner Spielcasinos. Demnächst soll diese in eine Bewährungsstrafe umgewandelt werden – was den Weg für einen Wechsel zum SC Paderborn freimachen würde. Dem Vernehmen nach liegt Koc ein unterschriftsreifes Angebot und dem SVB eine Offerte über 50 000 Euro Ablöse vor. Die Forderungen der Nulldreier sollen bei 150 000 liegen. Bis zum 31. August läuft die Transferphase, sodass alles auf eine Klärung der Koc-Frage erst zur Winterpause hindeutet.

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