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  • 08.05.2013
  • von Henner Mallwitz

„Wir sind nicht die Bayern“

von Henner Mallwitz

Klare Ansage. Almedin Civa, Interims-Trainer des SV Babelsberg 03, fordert von seiner Mannschaft im heutigen Viertelfinale des Landespokals unbedingt einen Sieg gegen Sachsenhausen. Foto: Jan Kuppert

Im Viertelfinale des Fußball-Landespokals tritt der SV Babelsberg heute Abend in Sachsenhausen an

Nach dem so wichtigen 3:1-Sieg am vergangenen Samstag gegen Unterhaching war Almedin Civa erleichtert und sichtlich stolz auf seine Mannschaft. Und dann kam doch noch der Frust auf der Pressekonferenz raus, als man auf das Thema Landespokal zu sprechen kam. Am heutigen Mittwoch tritt der Drittligist im Viertelfinale beim derzeit Zweitplatzierten der Fußball-Brandenburgliga, TuS 1896 Sachsenhausen, an. Ein Sieg ist da Pflicht und sollten die Nulldreier gewinnen, würden sie im Halbfinale auf Optik Rathenow treffen. Wann, steht allerdings noch immer nicht fest. „Ich kenne das schon seit Jahren“, sagt Almedin Civa, der 1999 viermal mit dem SVB den Pokal erkämpfte und bis zum Saisonende als Interimstrainer fungiert. Und fügte nahezu bissig hinzu: „Meinetwegen spielen wir auch erst im September.“

Vom Fußball-Landesverband (FLV) wurde ursprünglich der 29. Mai geplant. An diesem Tag tritt jedoch Fürstenwalde zum Nachholspiel gegen Neubrandenburg an und am 2. und 9. Juni stehen bereits Spiele in der Oberliga an. So herrscht bei allen Teilnehmern des Landespokals Unmut über die Terminplanung des FLV. FLV-Chef Siegfried Kirschen will nun Ordnung in die Sache bringen und hat die vier Halbfinalisten am Freitag nach Cottbus zu einem klärenden Gespräch eingeladen. Almedin Civa, dessen Mannschaft tags darauf im letzten Heimspiel auf Burghausen trifft, hat schon klare Ideen. „Der Landespokal muss einfach schon viel früher in der ersten Halbserie beginnen“, sagt er. „Das machen die Verbände in anderen Bundesländern auch. Und das Halbfinale und Finale bekommst du in der Rückrunde immer hin.“

Wie auch immer die Sache ausgehen wird: Die Nulldreier konzentrieren sich vorerst allein auf das heutige Spiel. Unter der Woche ist das Match gegen Unterhaching noch einmal ausgewertet worden. Über die Wichtigkeit eines Sieges beim Brandenburgligisten musste Civa auch den „Neuen“ im Team nichts erzählen. „Die haben in ihren Landesverbänden auch schon alle im Pokal gespielt“, sagt er. Und somit weiß die Mannschaft auch um das finanzielle Zubrot, dass der Pokalsieg mit sich bringt. 108 000 Euro würde der Einzug in den DFB-Pokal in die Kasse spülen – eine stolze Summe für einen finanziell klammen Verein wie den SVB 03. Und schließlich ist auch die sportliche Seite zu bedenken. In der ersten Runde ist meist ein Bundesligist zu Gast, der weitaus mehr Fans anzieht, als es bei Punktspielen der Fall ist. Im vergangenen Jahr mussten sich die Nulldreier dem SV Falkensee-Finkenkrug mit 1:2 geschlagen geben und überließen ihnen für das Finale das Karl-Liebknecht-Stadion. Tausende sahen bei bestem Wetter die Niederlage gegen den VfB Stuttgart.

So weit soll und darf es diesmal nicht kommen, doch Civa hat auch eine schwere Aufgabe übernommen. Mitten in den englischen Wochen steckend, ist ein Teil der Spieler ausgepowert. „Da muss man ganz genau aufpassen und mit Fingerspitzengefühl arbeiten“, sagt der Sportliche Leiter. „Manche sind angeschlagen, es war bisher eben alles sehr kräftezehrend.“

Dennoch bekomme jeder Spieler seine Chance. Und diese, so Civa, solle auch jeder nutzen, um sich weiterhin für die Dritte Liga zu empfehlen. „Wir können eben nicht rotieren. Wir sind nicht die Bayern. Aber wir müssen das Ding gewinnen.“ Co-Trainer Cem Efe beobachtete TuS Sachsenhausen in den vergangen Wochen bereits und machte ein „starkes Team“ aus, das auch mit vielen Berlinern Spielern gespickt ist.

In dem schmucken Elgora-Stadion in Oranienburg ist man auf den favorisierten SV Babelsberg indes bestens vorbereitet und freut sich auf das Spiel. „Unser Stadion, um das uns unsere Gäste übrigens immer beneiden, fasst 3000 Zuschauer“, erzählt TuS-Manager Fred Lange. „Wir rechnen mindestens mit 2000 Leuten.“ Für seine Mannschaft sei es das Spiel des Jahres. „Wir haben nichts zu verlieren, Babelsberg hingegen alles.“

Anpfiff ist am Mittwoch um 18 Uhr.

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