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  • 22.04.2013
  • von Michael Meyer

Wieder mit dem Kopf gepunktet

von Michael Meyer

Rechtzeitig zum Ablauf der 15-Tagesfrist von Übergangscoach Almedin Civa (Foto) hat Fußball-Drittligist SV Babelsberg 03 am Montag in Dieter Timme einen neuen Trainer mit UEFA-Pro-Lizenz präsentiert. Foto: Manfred Thomas

Fußball-Drittligist SV Babelsberg 03 spielte daheim 1:1 gegen den FC Rot-Weiß Erfurt

Mitunter wiederholen sich Glücksmomente – auch für Fußballer und ihre Fans. Ebenso wie vier Tage zuvor, als Markus Müller nach zwei Freistößen von Süleyman Koc jeweils per Kopf zum 2:1-Sieg über Hansa Rostock getroffen hatte, war am Samstag – erneut daheim – Lucas Albrecht nach einem Koc-Freistoß mit dem Kopf zum 1:1 des SV Babelsberg 03 gegen Rot-Weiß Erfurt zur Stelle. Erfurt war durch Phil Ofosu-Ayeh (32.) in Führung gegangen, ehe Albrecht noch ausglich (73.).

Der Punktgewinn des abstiegsgefährdeten Fußball-Drittligisten SVB, der Tabellen-16. bleibt, war letztlich verdient. „Wir sind erneut nach einem Rückstand zurück ins Spiel gekommen. Man hat gesehen, dass die Jungs wollen“, erklärte Babelsbergs Interims-Trainer Almedin Civa, der ohne Drittliga-Lizenz die Nulldreier bis zum Nachholspiel am 30. April daheim gegen Borussia Dortmund II betreuen kann. Dann muss für den Rest der Saison ein Coach mit Lizenz her. Ob dies der im vergangenen Mai beurlaubte und bis zum 30. Juni dieses Jahres noch bei Nulldrei unter Vertrag stehende Dietmar Demuth sein wird, ließ Notvorstand Götz Schulze am Samstag weiter offen. Fest steht dagegen, dass sich der am vergangenen Mittwoch gewählte neue SVB-Aufsichtsrat am Mittwoch dieser Woche zu seiner konstituierenden Sitzung treffen und dann auch den neuen Vereinsvorstand berufen will.

Am Samstag gab es vor 2858 Zuschauern im Karl-Liebknecht-Stadion kein langes Abtasten beider Seiten. Civa musste auf Müller (fünfte Gelbe Karte) und dessen Sturm-Kollegen Oliver Heil – für den die Saison wegen eines Haarrisses im linken Ellenbogen zu Ende scheint – verzichten, bei den Rot-Weißen blieb der im Sommer zu Greuther Fürth wechselnde Stürmer Dominick Drexler auf der Bank. Die erste Chance bot sich Erfurts Mijo Tunjic (11.), ehe Oliver Kragl (17.) und Sergej Evljuskin (18.) an Gäste-Keeper Andreas Sponsel scheiterten. Die Gastgeber übernahmen nun stärker die Oberhand im Ostderby und wären fast durch ein Eigentor des Ex-Babelsbergers Joan Oumari, der nur knapp am Gäste-Kasten vorbeiköpfte, in Führung gegangen (25.). Umso kälter traf sie die Erfurter Führung. Rafael Czichos drosch das Leder aus halblinker Position vors SVB-Tor, wo Ofosu-Ayeh den Ball unbedrängt mit links flach über die Linie spitzeln konnte. „Das war ein glücklicher Treffer, denn Czichos Schuss wurde noch abgefälscht, sonst hätte ihn Fredy (Frederic Löhe/d. Red.) gehalten“, erklärte später Nulldrei-Mannschaftskapitän Daniel Reiche. „Ärgerlich, aber so etwas passiert.“

Die Babelsberger zeigten sich verunsichert, auch mit Beginn der zweiten Spielhälfte, in der durchaus Erfurts 2:0 in der Luft lag. Aber Oumari köpfte knapp über die Querlatte (52.), Aykut Öztürk zirkelte das Leder freistehend knapp rechts vorbei (62.), Tunjic drosch den Ball aus halbrechter Position links daneben (66.). Dann bewies Civa ein glückliches Händchen, als er Albrecht auf den Rasen schickte, der für den bislang ganz vorn ackernden Koc in die Spitze ging – und der sieben Minuten später tatsächlich zum Ausgleich zur Stelle war. „Das hat Lucas prima gemacht. Er hat in den vergangenen Wochen gut trainiert und sich dieses Tor verdient. Dafür muss er heute Abend in unserer WG einen ausgeben“, meinte Reiche. „Das war heute wieder ein Spiel auf Augenhöhe, und ich bin relativ froh, dass wir wenigstens einen Punkt mitgenommen haben.“

Rot-Weiß-Trainer Alois Schwarz haderte mit dem Ergebnis. „Wir haben heute zwei Punkte liegen gelassen“, sagte er, während Erfurts bester Abwehrspieler Joan Oumari – der den Thüringer Klub am Saisonende wahrscheinlich verlassen wird – meinte: „Wir können mit dem Punkt zufrieden sein, weil Babelsberg in der zweiten Halbzeit noch viel Gas gegeben hat.“ Und Almedin Civa erklärte: „Man hat gemerkt, dass die Mannschaft lebt.“

SVB: Löhe; Kühne, Reiche, Hebib, Touré (55. Kaplan); Evljuskin (66. Albrecht), Groß; Essig (78. Prochnow), Kreuels, Kragl; Koc.

Erfurt: Sponsel; Ofosu-Ayeh, Möckel, Oumari, Czichos; Engelhardt; Pfingsten-Reddig, Aykut Öztürk (82. Fillinger), Morabit; Tunjic.

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