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  • 20.04.2013
  • von Henner Mallwitz

„Lasst uns einfach eklig sein“

von Henner Mallwitz

Einsatz fraglich. Süleyman Koc (l.) würde gegen Erfurt gern nachlegen. Foto: Jan Kuppert

Süleyman Koc freut sich auf das heutige Heimspiel des SVB 03 gegen Erfurt – sein Einsatz ist jedoch fraglich

Nach dem so wichtigen und nahezu erlösenden 2:1-Sieg gegen Hansa Rostock am vergangenen Dienstag konnte Süleyman Koc durchaus mit breiter Brust den sandigen Rasen des Karl-Liebknecht-Stadions verlassen. An beiden Toren, die der Fußball-Drittligist SV Babelsberg 03 am Ende zu verbuchen hatte, war der 23-Jährige beteiligt und leistete jeweils aus Standardsituationen heraus die Vorlage für Markus Müller, der schließlich als zweifacher Torschütze nach langer Durststrecke endlich wieder Selbstvertrauen tanken konnte.

Ausgerechnet im nächsten wichtigen Heimspiel am heutigen Samstag gegen Rot-Weiß Erfurt kann Müller nicht eingesetzt werden, da er sich gegen Rostock die fünfte Gelbe Karte eingefangen hatte. Seit Freitag steht obendrein hinter dem Einsatz seines Kollegen Süleyman Koc ein Fragezeichen. „Ich bin im Abschlusstraining beim Zweikampf umgeknickt und das tat recht weh“, sagt der Stürmer. „Ich werde also die Nacht abwarten müssen. Ich will auf alle Fälle spielen, aber das entscheidet sich erst am Samstag.“

Wenn er spielen kann, will er dies jedoch „mit breiter Brust“ tun. „Gegen Rostock haben wir einen sehr guten Fußball gespielt“, schätzt er ein. „Und den wollen wir auch gegen Erfurt zeigen.“ Das Erfolgsrezept lag seiner Meinung nach darin, dass von Beginn an Konzentration in den Zweikämpfen herrschte. Christian Essig sei zudem gut über die Außen gekommen und mit Markus Müller habe das Team einen sehr guten Kopfballspezialisten gehabt. Und: Irgendwie habe er sich bei der Spielweise seiner Mannschaft an die Worte Dietmar Demuths erinnert. „Lasst uns einfach eklig sein“, hatte der ehemalige Coach seinen Spielern gesagt. Koc achtet ihn besonders – schließlich war es Demuth, der dem wegen Bandenüberfällen Verurteilten eine zweite Chance gab. „Er war in der U-Haft immer für mich da, ich habe ihm sehr viel zu verdanken.“

Fraglich war bislang, ob Demuth nach der Neuordnung an der Vereinsspitze neben Interims-Coach Almedin Civa auf der Trainerbank sitzen wird. „Davon gehe ich nicht aus“, sagt „Alme“, der verletzungsbedingt womöglich auch auf Sergej Evljuskin verzichten muss. „Ich habe das Spiel gegen Erfurt gemeinsam mit Cem Efe als Co-Trainer vorbereitet und wir beide werden auch am Samstag auf der Trainerbank sitzen.“

Seine Mannschaft gehe zwar äußerst motiviert und gut vorbereitet in das Spiel – allerdings würden dies die Gäste aus Thüringen ebenfalls tun. Sie verließen in den vergangenen drei Spielen als Sieger den Platz, können mittlerweile 38 Punkte verbuchen und wären mit einem erneuten Sieg und somit 41 Zählern alle Abstiegssorgen los.

Mit dem von Alois Schwartz betreuten Team kommt mit Joan Oumari auch ein alter Bekannter an den Babelsberger Park. Der Deutsch-Libanese spielte von 2008 bis 2011 für Nulldrei als Verteidiger. „Ein sehr guter Spieler, auf den wir besonders achten werden“, schätzt Süleyman Koc ein. „Aber auch wir haben viele gute Spieler und sind die Könige auf unserem Platz.“Henner Mallwitz

Anpfiff ist am Samstag um 14 Uhr.

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