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  • 25.03.2013
  • von Alexander Fröhlich und Peter Könnicke

Umbau beim SV Babelsberg 03: Neue Führung, alte Finanzsorgen und der Versuch, den Kultverein als Marke zu etablieren

von Alexander Fröhlich und Peter Könnicke

Trautes Heim. Wie lange im „Karli“ noch Drittligafußball gespielt werden kann hängt auch am Geld. Gut ging es dem Verein eigentlich nie. Auch jetzt nicht. Foto: Andreas Klaer

Der Potsdamer Drittligist darbt, wenn es ums Geld geht. Die neue Vereinsspitze sucht nach Finanziers – auch über ein umstrittenes Anlagekonzept.

Beim jüngsten Wechsel an der Spitze des SV Babelsberg 03, bei den vorangegangenen Konflikten und bei der desaströsen Außendarstellung ging es nicht einfach nur um Personen. Nicht nur um den neuen, als Retter gefeierten Präsidenten Dieter Wiedemann; nicht einfach nur um den von den Fans angefeindeten und abgelösten Geschäftsführer Klaus Brüggemann. Es ging und geht bei dem Fußball-Drittligisten viel um Symbolik, um das Image als linker und doch abstiegsbedrohter Verein – und bei all dem immer um die Finanzen und die Frage, wie umgehen mit Sponsoren, Geld- und Kreditgebern. Ausverkauf der Vereinskultur, nur um Geldgebern den roten Teppich auszurollen, oder eine Neuaufstellung des Vereins auch als Unternehmen, das auch attraktiv sein muss für die Finanziers?

Brüggemann, der jetzt gegen seinen Rausschmiss juristisch vorgeht und für den es noch keinen Ersatz gibt, stand für Letzteres. Als er im Herbst 2011 nach Babelsberg als Geschäftsführer kam, gab es die Hoffnung, dass das einstige Präsidiumsmitglied von Hertha BSC Sachverstand und neue Sponsoren in den – damals gerade dank eines Zuschusses der Stadt Potsdam von 700 000 Euro vor der Insolvenz geretteten – Vereins einbringt. Von Beginn an wehte dem Unternehmer auch Argwohn entgegen, vor allem sorgten sich Fans vor einer zunehmenden Kapitalisierung des Vereins. Was blieb bei der Akquise neuer Geldgeber, war ein Deal mit der Deutschen Kreditbank (DKB). Die Bank hat dem Verein mehrfach aus der Patsche geholfen. Sie rettete ihn 2011 mit einer Bürgschaft über 1,4 Millionen Euro die Drittliga-Lizenz und ist der finanzkräftigste Geldgeber. Von der Bürgschaft kamen 500 000 Euro zum Einsatz. Die Fans blieben misstrauisch. Befeuert wurde das von Filmparkchef Friedhelm Schatz nach seinem Rücktritt als Aufsichtsratsvorsitzender im Dezember. Er beklagte weitreichende Eingriffe der Geldgeber in die Vereinsgeschicke. Grund war die Umwandlung eines Kredits für die laufende Saison in Genussscheine, eine Anleihe, die die Bank am Verein hält und die diesem zusätzliches Eigenkapital von 1,3 Millionen Euro beschert. Abhängig vom sportlichen und somit wirtschaftlichen Erfolg würde die Bank am Ende der Laufzeit 2017 ihre Beteiligung plus Zinsen zurückbekommen. Finanzexperten bezeichneten diese Anlageform als unüblich, der DFB nennt sie eine nicht gängige Praxis für die Dritte Liga.

 


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