29.03.2017, 14°C
  • 26.03.2013

INTERVIEW: „Optimistisch, dass die Finanzierung klappt“

Wie soll es nach Wechsel an der Vereinsspitze mit dem SVB weitergehen?

Wir sind angetreten als Vorstand der Erneuerung, um die drei wichtigsten Themen anzugehen: die Wirtschaftlichkeit, den Sport, also den Erhalt in der Dritten Liga, und das Thema Image und Außenwahrnehmung. Bei allen Themen arbeiten wir dran, da müssen wir Fortschritte erzielen.

Der Verein braucht für die nächste Saison wieder Geld, nur woher?

Wir hatten als neuer Vorstand eine erste gute Präsentation bei der Deutschen Kreditbank. Bei dem Genussscheinmodell muss mehr ins Laufen kommen, wir wollen das auch bei anderen Geldgebern aktiv präsentieren. Mit Sponsoren sind wir in guten Gesprächen und optimistisch, dass die Finanzierung klappt, auch weil wir mit der DKB einen sehr guten, zuverlässigen Partner haben. Was wir uns für die Genussscheineinwerbung vorstellen können, ist ein Wirtschaftsbeirat, der sich nur darum und um Sponsoren kümmert. Braunschweig und Waldhof haben da gute Erfahrungen.

Was fehlt denn jetzt noch an Geld?

Der DFB hat Auflagen und die DBK hat uns klare Zusagen gemacht, kann aber nicht alles abdecken. Bis Ende April wollen wir eine Lösung finden. Es fehlt noch ein Betrag, den wir einwerben müssen. Die DKB hat uns gesagt, wir müssen auch selbst unsere Hausaufgaben machen, dazu sind wir in guten Gesprächen. Dazu gehören Genussscheinwerbung, Sponsoren und die Stadt Potsdam. Sie hat uns in schwierigen Zeiten die Hand gereicht, darüber sind wir außerordentlich glücklich. Es ist ein gutes Beispiel kommunaler Geschlossenheit.

Der Wechsel an der Vereinsspitze hatte auch mit dem Druck der Fans zu tun, die vor einer Kapitalisierung warnen. Wie lässt sich der Konflikt lösen?

Der Verein wird lukrativ, wenn er nicht mehr nach außen Unruhe und Unstimmigkeit ausstrahlt. Wir müssen uns zu einem großen Wir vereinen und sehr an uns arbeiten. Es gibt viele, die das wollen. Wenn wir das hinkriegen, werden wir dauerhaft als Profiverein bestehen. Dazu müssen wir uns alle miteinander im Verein professionell verhalten, das üben wir noch. Da sind wir gefühlt noch da, wo wir sportlich stehen.

Dennoch, viele Fans sehen die Zusammenarbeit mit der DKB skeptisch, Sponsoren schrecken andererseits vor einem Engagement zurück.

Die öffentliche Kritik an unseren Fans sollte endlich aufhören. Sie sind sehr authentisch, wir arbeiten gern mit dem Fanbeirat zusammen. Auch die Fans wissen, dass wir uns nicht gegen das Kapital, sondern nur mit dem Kapital im Profifußball halten können. Gerade weil die Fans so authentisch sind und Babelsberg den Ruf als Kultverein hat, kann das gut bei Sponsoren ankommen.

Gespräch: Alexander Fröhlich

Immo von Fallois (50) ist seit Ende Februar Mitglied und stellvertretender Vorsitzender des neuen Vorstandes des SVB 03. Beruflich ist er Kommunikationschef bei Bombardier.

Social Media

Umfrage

Sollten die Mund-Pissoirs in einem neuen Potsdamer Club abgerissen werden? Stimmen Sie ab!