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  • 08.03.2013
  • von Henner Mallwitz

Verordnete Lockerheit

von Henner Mallwitz

Trotz der Lage voller Zuversicht. SVB-Trainer Christian Benbennek wollte unter der Woche die nötige Lockerheit in die Köpfe seiner Spieler zurückbringen – eine wichtige Voraussetzung für einen Sieg in Aachen. Foto: Jan Kuppert

SVB-Trainer Christian Benbennek kritisiert vor dem Spiel in Aachen die mangelnde Unterstützung der Fans

Es ist ein sogenanntes „Schicksalsspiel“, das da am morgigen Samstag um 14 Uhr auf dem Tivoli angepfiffen wird: Alemannia Aachen empfängt zum Punktspiel der Dritten Fußball-Liga den SV Babelsberg 03. Beide Teams mussten am vergangenen Spieltag eine Niederlage einstecken. Während die Aachener Unterhaching mit 0:1 unterlagen, kassierten die Nulldreier im heimischen Karl-Liebknecht- Stadion ein 0:2 gegen Arminia Bielefeld.

Ein Spiel, an das SVB-Coach Christian Benbennek nur ungern zurückdenkt. „Das war für uns ein Auswärtsspiel“, erklärt der Trainer. „Denn wir hatten wirklich mehrere gute Aktionen gezeigt und einige Chancen herausgespielt. Doch anstatt die Mannschaft anzufeuern, beließen es die Fans lieber bei ’Brüggemann raus’-Rufen. Das hat die Mannschaft sehr enttäuscht.“

Und so zogen es Trainerstab und Team dann auch vor, unter der Woche unter sich zu bleiben und auch in Anbetracht der schweren Lage ein lockeres Training zu absolvieren. Nachmittags bat der Trainer in dieser Zeit zu keiner Einheit – allenfalls am Vormittag wurde konzentriert gearbeitet. Vom Umfang her weniger als üblich. „Wichtig war mir, dass die Jungs locker bleiben und nicht so verkrampft sind“, erzählt Benbennek. „Daran krankte unter anderem auch das Spiel gegen Bielefeld.“

Aber vor dem wichtigen Spiel standen natürlich auch mehrere Videoanalysen auf dem Programm. Als einen gefährlichen Punkt machte Benbennek dabei die Jugendlichkeit der Aachener Mannschaft und das damit einhergehende hohe Tempo im Wechselspiel aus. Der niederländische Trainer René van Eck habe zudem eine gehörige Portion holländischen Fußballs einfließen lassen. Und schließlich kam Benbennek zu der Erkenntnis, dass seine Mannschaft sowohl die notwendige Ordnung als auch den dringend nötigen Torinstinkt zeigen müsse. „Wir brauchen Lockerheit, um zu gewinnen.“

Ein Sieg in Aachen ist für die auf dem 18. und somit einem Abstiegsplatz stehenden Nulldreier von extremer Wichtigkeit. Aber auch die Gastgeber, die sich mit drei Punkten Vorsprung auf dem 16. Rang befinden, möchten ihre Position verbessern, da am Tabellenende alles sehr eng beieinander liegt.

So blieb es nicht aus, dass Christian Benbennek unter der Woche auch seiner Rolle als Mentalcoach gerecht werden musste. Da bringt er dann auch gern seine beiden „Vorzeigeprofis“ Sergej Evljuskin und Daniel Reiche ins Gespräch: „Die kommen als Erste und gehen als Letzte. Und wenn solche Jungs gegen Bielefeld viele Fehlpässe fabrizieren, war der Druck wohl zu groß. Daran haben wir gearbeitet.“ Eine gewisse Zuversicht klingt da mit, und die bewies auch Stürmer Markus Müller nach der Niederlage. „In Aachen gewinnen wir – das verspreche ich“, sagte er.

Auch diesmal können die SVB-Fans ihr Team zum Auswärtsspiel begleiten. Der Bus fährt um vier Uhr am Lutherplatz ab; Informationen gibt es auf der Homepage.

www.bbg03.de

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