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  • 01.02.2013
  • von Michael Meyer

Vorfreude auf alte Freunde

von Michael Meyer

Heiß auf den Ex-Klub. Christian Essig will mit Babelsberg 03 am morgigen Samstag daheim gegen den 1. FC Heidenheim punkten. Foto: Jan Kuppert

Christian Essig empfängt am Samstag mit dem Fußball-Drittligisten SV Babelsberg 03 daheim seinen Ex-Klub 1. FC Heidenheim

Christian Essig sieht dem morgigen Heimspiel des SV Babelsberg 03 mit besonderer Spannung entgegen. Schließlich empfängt der Fußball-Drittligist am Samstag um 14 Uhr mit dem 1. FC Heidenheim jenen Klub, von dem Essig im vergangenen Sommer an den Babelsberger Park kam. „Darum ist es für mich natürlich kein Spiel wie jedes andere“, sagt der 27-Jährige. „Ich habe noch viele Freunde dort und stehe mit vielen Hildesheimer Spielern weiter im Kontakt. Mit den meisten von ihnen habe ich ja vier Jahre lang gespielt.“ Auch mit Marc Schnatterer schreibe er sich ab und zu.

Auf Schnatterer werde seine neue Mannschaft am Samstag besonders zu achten haben, erklärt Essig. „Er ist einer der besten Spieler der Dritten Liga und sehr torgefährlich. Er hat einen sehr guten Schuss, man darf ihn deshalb möglichst nicht in Tornähe kommen lassen.“ Schnatterer – mit elf Treffern derzeit auf Rang drei der Drittliga-Torjägerliste – unterstrich seinen Ruf erst wieder am Mittwoch mit einem Treffer per Handelfmeter, als sich Heidenheim durch einen 2:1-Heimsieg über Erfurt in der Tabelle auf Platz fünf verbesserte. Zum FC-Sieg traf dann Michael Thurk mit seinem achten Saisontor. Grund zu Babelsberger Bangen sieht Christian Essig trotz des momentanen Höhenflugs seines Ex-Vereins nicht. „Gegen Heidenheim ist definitiv was drin“, glaubt der Mittelfeldspieler mit der Rückennummer 8, der am Samstag auf einen Einsatz von Anfang an hofft, nachdem er schon im Hinspiel an der Brenz in Babelsbergs Startelf stand. „Da waren wir trotz des 1:2 eigentlich die bessere Mannschaft“, meint Essig, der mit seiner Frau Nina im Potsdamer City-Quartier wohnt. „Wir haben leider nur nicht oft genug getroffen.“

Ein Manko, das den Babelsbergern auch am vergangenen Samstag bei Wehen Wiesbaden (0:1) die Punkte kostete, „die durchaus möglich waren“, sagt SVB-Cheftrainer Christian Benbennek. „Wir haben beim SV Wehen besser gespielt, als es im Nachhinein aussah – und als es diejenigen verbreiten, die nicht mit in Wiesbaden waren, aber denken, damit hier im Verein Politik machen zu können.“ Er sei froh, erklärt der Coach in diesem Zusammenhang, „dass wir jetzt im Verein mit den neuen Gremien eine tolle Basis haben, um eine gute Arbeit zu machen. Drei, vier Nörgler sprechen nicht für das große Ganze.“

Auf dem Fußballplatz wolle seine Mannschaft am Samstag gegen Heidenheim „nicht so sehr auf den Favoriten schauen, sondern vor allem auf unsere eigene Leistung“, so Benbennek. „Es wird schwer, natürlich. Aber dass wir gerade zu Hause auch gegen Favoriten nicht chancenlos sind, haben wir ja beispielsweise schon gegen den VfL Osnabrück und Alemannia Aachen, den Karlsruher SC und Preußen Münster gezeigt. Wir müssen uns vor niemandem verstecken.“ Mit dem früheren Bundesligaspieler Burak Kaplan, der am Mittwoch von Besiktas Istanbul ausgeliehen wurde (PNN berichteten), solle noch mehr Torgefahr aus dem Mittelfeld entwickelt werden. „Für die Neuner-Position“, erläutert der Coach, „fehlt uns das Geld, um die Qualität zu verpflichten, die sofort zu Toren führt.“ Die ebenfalls in der Winterpause verpflichteten jungen Stürmer Lucas Albrecht (von Hansa Rostock) und Moritz Göttel (Borussia Mönchengladbach II) „werden noch Zeit brauchen, um sich zu entwickeln“, erklärt Benbennek. „Aber der Knoten soll und wird auch platzen. Das ist für mich nur eine Frage der Zeit.“

Von Potsdams Stürmern fehlt am Samstag Markus Müller, der sich am Montag bei einem Zweikampf im Training verletzte „und seitdem Rückenbeschwerden hat“, berichtet der Trainer. Matthias Rudolph werde noch geschont, nachdem er am vergangenen Wochenende mit einer fiebrigen Erkältung flachlag und erst am gestrigen Donnerstag wieder ins Mannschaftstraining einsteigen konnte. Außerdem muss Benbennek ohne seine beiden Innenverteidiger Zlatko Hebib (Aufbautraining nach Muskelfaserriss) und Aaron Berzel (Riss des vorderen Syndesmosebandes) planen. Dafür soll – wie schon in Wiesbaden nach Berzels Verletzung – Sergej Evljuskin in die Vierer-Abwehrkette rücken. Wieder eingesetzt werden kann Süleyman Koc, der nach seiner Fersenprellung wieder schmerzfrei ist. Bei Heidenheim fehlt der bislang achtfache Torschütze Florian Niederlechner, der am Mittwoch gegen Erfurt seine fünfte Gelbe Karte sah.

Wieder bereit steht auch Christian Essig, der sich in Wiesbaden nach der Pause eine Verletzung zugezogen hatte. „Als ich dort den Ball wegschlagen wollte, hat ein Gegenspieler seinen Fuß rübergehalten, so dass sich sein Stollen in meinen linken Fuß bohrte. Das hat einen tiefen Cut gegeben, durch den ich ein bisschen aus dem Spiel kam. Eigentlich wollte ich mich durchbeißen, aber die Schmerzen waren größer. Vielleicht hätte ich früher rausgemusst. Ich habe zwei Tage pausiert und seit Dienstag wieder mit der Mannschaft trainiert.“ Schließlich will er erneut dabei sein, wenn es gegen seinen Ex-Klub geht.

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