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  • 29.01.2013
  • von nbsp;Michael Meyer

„Wir müssen alle im Verein einbinden“

von nbsp;Michael Meyer

Guido Koch setzt als neuer Aufsichtsratschef des SV Babelsberg 03 auf die Stärken des Fußball-Drittligisten

„Ich habe das Amt nicht angestrebt, mich dann aber in die Pflicht nehmen lassen“, sagt Guido Koch zu seiner neuen Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzender des Fußball-Drittligisten SV Babelsberg 03. Koch war am Freitagabend auf einer Sitzung des Aufsichtsrates zu dessen neuem Chef gewählt worden (PNN berichteten) und ist Nachfolger des Mitte Dezember zurückgetretenen Friedhelm Schatz. „Als man mich darum bat, den Vorsitz zu übernehmen, habe ich die Notwendigkeit eingesehen, vernünftige Lösungen im Sinne aller zu befördern“, so der 46-Jährige.

Koch, der beruflich als Wirtschaftsprüfer arbeitet und Leiter der Niederlassung der Schultze&Braun-Rechtsanwaltsgesellschaft-Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Berlin/Potsdam ist, war 2009 noch von der damaligen Vereinsspitze mit Aufsichtsratschef Peter Paffhausen und Vereinspräsident Rainer Speer für das höchste SVB-Gremium gewonnen worden. „Ich habe seitdem viele engagierte Leute im Verein kennengelernt, auch aus dem Fanbereich, und schätze sehr deren Einsatz für den SVB“, so Koch, der in der Gemeinde Nuthetal wohnt und auch Landesvorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft der CDU ist.

Den inhaltlichen Schwerpunkt seiner Arbeit im SVB sieht Guido Koch jetzt darin, „den Teamgedanken in den Gremien wieder voll zum Tragen zu bringen“, wie er es formuliert. „Als Fußballverein weiß man, dass man nur im Team erfolgreich sein kann, Einzelspieler sind nicht so gefragt“, erklärt der Aufsichtsratschef. „Und dafür ist unser neuer Vereinsvorsitzender Professor Dieter Wiedemann genau der richtige Mann. Er kann das schaffen, in der Perspektive dann auch Archibald Horlitz.“ Horlitz, Gründer der auf Apple-Produkte spezialisierten Handelskette Gra- vis, soll in nicht allzu ferner Zukunft Dieter Wiedemanns Amt übernehmen. „Er wird in Babelsberg etwas bewegen können“, glaubt Koch. „Meine Aufgabe wird es sein, den Prozess in die richtige Richtung zu lenken.“

Er habe selbst auch konkrete Vorstellungen, wohin die Reise des Vereins gehen solle. „Es ist wichtig, die Stärken, die man hat, richtig zur Geltung zu bringen – beim SVB die Themen Filmstadt und Babelsberg – und dabei alle Beteiligten mitzunehmen“, erklärt Koch. „Wir müssen alle im Verein einbinden. Wie überall gibt es auch bei Nulldrei unterschiedliche kulturelle Prägungen einzelner Akteure. Ich bin aber zutiefst davon überzeugt, dass man gemeinsam den Weg nach vorn finden kann.“ Man müsse die Stärken des Vereins weiterentwickeln, „aber auch im Sinne einer Kompatibilität mit Sponsoreninteressen“, so Koch. „Das muss man allerdings mit der notwendigen Sensibilität tun.“ Darin sehe er auch seine Aufgabe. „Ich bin hauptberuflich Unternehmenssanierer und weiß daher, dass man etwas nicht gegen die Grundidee des Unternehmens oder eines Vereins wie den SVB sanieren kann.“ Man müsse diese Grundidee nach vorn treiben, und hier sehe er bei Babelsberg 03 ganz klar das Thema Film, meint Guido Koch. „Da kann man wirklich viel machen in Potsdam-Babelsberg, denn da sind wir auch überregional absolut bekannt. Und mit mehr Zuschauern und mehr Öffentlichkeit wird man auch mehr Sponsoren bekommen. Das wird nicht sehr schnell gehen, ich sehe aber die DKB an unserer Seite und wirklich Licht am Ende des Tunnels.“

Der neue Vereinschef Dieter Wiedemann hält Guido Koch als Aufsichtsratschef „für eine gute Wahl, denn der Verein hat einen Ausgleich nötig. Es geht um Fußball und um einen Verein und nicht darum, warum sich Leute nicht leiden können“, so der 66-jährige ehemalige Präsident der Potsdamer Filmhochschule „Konrad Wolf“, der am Montag mit SVB-Geschäftsführer Klaus Brüggemann zusammensaß, um die Aufgaben für die nächsten Wochen zu besprechen. „Durch die bevorstehende Berlinale, auf der auch unsere Hochschule vertreten sein wird, habe ich erst einmal etwas weniger Zeit. Aber ich hoffe, dass wir spätestens im März zu einer Mitgliederversammlung einladen können.“ Dann will auch Guido Koch seine Vorstellungen erläutern.

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