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  • 04.01.2013
  • von Michael Meyer

Nulldrei hat 23 Tage Zeit

von Michael Meyer

Fußball-Drittligist Babelsberg trainiert wieder, Lucas Albrecht unterschrieb und am Samstag kommt der BAK

Seit Donnerstag ist im Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion wieder Leben in der Bude. Ausgeruht und gut gelaunt erschienen die Fußballer des Drittligisten SV Babelsberg 03 zum ersten Training 2013. Gut gelaunt war auch Cem Efe. „Alles im grünen Bereich“, signalisierte der Co-Trainer nach dem obligatorischen Wiegen der Kicker, die für die Winterpause individuelle Trainingspläne bekommen hatten. Trotz ihrer Vorgaben hatten die Männer aber genügend Zeit zur Erholung. Daniel Zacher war mittlerweile traditionell in Dubai, „wo ich diesmal Marco Reus und Mario Götze in der Mall und Arien Robben und Roy Makaay am Strand gesehen habe“, berichtete der Torwart über sein zufälliges Zusammentreffen mit aktuellen beziehungsweise einstigen Bundesliga-Stars. Mittelfeldregisseur Philipp Kreuels, mit fünf Toren bislang treffsicherster Nulldreier dieser Saison, relaxte mit seiner Frau Moriab bei deren Familie in Paderborn und bei seinen Eltern in Düsseldorf, Zlatko Hebib war zwei Wochen daheim bei der Familie in Zürich, und Christian Essig heiratete am 28. Dezember in Heidenheim seine Freundin Nina, mit der er seit drei Jahren zusammen ist. Nur Frederic Löhe war nach kurzem Weihnachtsurlaub bei der Familie in Nümbrecht östlich Kölns schon ab 29. Dezember wieder zur Reha in Babelsberg, um nach seiner Anfang Dezember erlittenen Knieverletzung bald wieder fit zu sein. „Im Trainingslager in Side will ich wieder mit der Mannschaft trainieren und am 26. Januar in Wiesbaden wieder im Tor stehen“, erklärte der Keeper.

Insgesamt 23 Tage hat Cheftrainer Christian Benbennek Zeit, seine Mannschaft auf das erste Punktspiel 2013 vorzubereiten. „Dort müssen wir topfit auflaufen. Es wird jetzt kein großes Experimentieren geben. Es geht vielmehr darum, die erste Elf wieder dorthin zu kriegen, wo sie vor der Pause war“, erklärte der Coach, der gestern 22 Kicker – darunter zwei Neuzugänge – zur ersten Übungseinheit des neuen Jahres bei nasskaltem Wetter auf dem oberen Trainingsplatz beisammen hatte. Während Frederic Löhe ein gesondertes Aufbautraining absolvierte und Matthias Kühne einen Magen-Darm-Infekt auskurieren muss, fehlten Nicolas Hebisch und Kofi Schulz, weil sie vom Coach aus dem Kader aussortiert worden waren. Nur wenn die beiden Angreifer den Verein verlassen, könnte der SVB laut Geschäftsführer Klaus Brüggemann auch Vladislav Ivanov (26) vom estnischen Erstligisten JK Trans Narva verpflichten, falls der in Narva geborene Russe im Probetraining Benbennek überzeugt. Der Mittelstürmer, der als Achtjähriger bei JK Trans Narva mit dem Kicken begann und seitdem bei diversen Vereinen in Lettland, der Ukraine, Russlands und Griechenlands spielte, soll zunächst bis zum morgigen Samstag in Babelsberg bleiben. Dann empfängt der SVB um 14 Uhr den vom Ex-Babelsberger Jens Härtel trainierten Regionalligisten Berliner AK zum ersten Testspiel 2013 auf dem Kunstrasenplatz des Karl-Liebknecht-Stadions. Der Eintritt zu dieser Partie ist frei.

Erste Proben ihres Könnens werden morgen auch Babelsbergs Neuverpflichtungen Severin Mihm und Lucas Albrecht zeigen können. Mihm, der vom Regionalligisten FC Energie Cottbus II an die Havel kam und hier am Mittwoch einen Vertrag bis 2014 unterschrieb, sieht diesen Schritt als „eine Riesenchance“, wie er den PNN sagte. „Ich will mich hier weiterentwickeln und natürlich so viele Einsätze wie möglich haben.“ Der Abwehrspieler, der in Berlin groß wurde und bei Hertha 03 Zehlendorf unter Regie Cem Efes trainierte, war seit dieser Saison Mannschaftskapitän des FC Energie II. „Ich bin variabel einsetzbar“, erklärte der beidfüßige Kicker, der derzeit wieder bei seiner Familie in Reinickendorf wohnt.

Lucas Albrecht, dessen Freigabe vom FC Hansa Rostock am Donnerstagnachmittag vorlag und der anschließend bei Nulldrei einen Vertrag bis 2014 plus Option unterschrieb, hofft beim SVB ebenfalls auf möglichst viele Einsätze. „Auch für einen jungen Spieler ist es wichtig zu spielen. Das war für mich in Rostock in letzter Zeit nicht mehr der Fall“, meint der 21-jährige Mittelstürmer, der in der vergangenen Saison für Hansa in sieben Zweitliga-Spielen zweimal getroffen hatte. „Ich war jetzt viereinhalb Jahre bei Hansa, da ist schon ein bisschen Wehmut dabei“, räumte der gebürtige Neubrandenburger ein. „Aber meine Schwester Lisa wohnt in Berlin und einige Cousins und Cousinen leben hier in Potsdam. Außerdem kenne ich Sergej Evljuskin aus gemeinsamen Rostocker Zeiten. Das hilft auch ein bisschen, wenn man ganz neu ist.“

Christian Benbennek hält einiges von Albrecht, der 2010 im Finale der Deutschen A-Junioren-Meisterschaft das 1:0-Siegtor gegen Bayer Leverkusen schoss. „Lucas hat eine sehr gute Technik und ist kein klassischer Stoßstürmer, sondern kann eher als Zehner oder von der Seite für Torgefahr sorgen“, so der Trainer. Er hatte Weihnachten mit seiner Familie daheim in Munster in der Lüneburger Heide gefeiert, war aber Silvester schon wieder in Potsdam und will jetzt mit seiner Mannschaft möglichst rasch den Klassenerhalt in trockenen Tüchern haben.

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