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  • 13.11.2012
  • von Henner Mallwitz

Keine einfache Zeit

von Henner Mallwitz

Toller Einstand. Monatelang war Julian Prochnow nicht einsatzbereit. Am vergangenen Freitag wurde er in Unterhaching eingesetzt und freute sich mit seiner Mannschaft über einen 1:0-Sieg. Am Dienstag will er nun gegen Erfurt alles geben. Foto: Jan Kuppert

Julian Prochnow kickt nach langer Verletzungspause wieder für den SV Babelsberg 03

Julian Prochnow bringt es gern auf den Punkt. Dass der Knoten endlich geplatzt sei, erzählt der Mittelfeldspieler des Fußball-Drittligisten SV Babelsberg 03 gern und stellte das am vergangenen Freitag mit seinem Team auch eindrucksvoll unter Beweis. Mit 1:0 setzte sich der SVB verdient bei der Spielvereinigung Unterhaching durch und feierte damit seinen ersten Auswärtssieg der laufenden Saison.

Mit von der Partie war auch Julian Prochnow. In der 63. Minute wechselte ihn Trainer Christian Benbennek ein und Prochnow machte ein gutes Spiel. Schon vor zwei Jahren klagte der 26-Jährige über Schmerzen im Sprunggelenk, spielte aber trotzdem weiter. Wenn der Klassenerhalt sicher ist, so dachte sich der damals noch unter Trainer Dietmar Demuth spielende Kicker, werde er an eine Operation denken. Im Frühjahr wurden seine Beschwerden immer schlimmer – Schmerztabletten, Spritzen und die gute Behandlung durch Babelsbergs Physiotherapeuten Matthias Pefestorff reichten nicht mehr aus. Also die OP in Berlin Anfang Mai, dann ein allmähliches Herantasten an den Trainingsbetrieb. „Vor Saisonbeginn habe ich im Trainingslager langsam mittrainiert, habe viel auf die Fitness gesetzt und dennoch kamen die Schmerzen immer wieder“, erzählt Julian Prochnow. „Ich hatte wohl dreimal einen Rückschlag – es war wahrlich keine einfache Zeit.“

Seit zwei Monaten nun hat er keine Beschwerden mehr und steht seiner Mannschaft wieder zur Verfügung. Und das ausgerechnet in einer Zeit, in der es scheint, als dass die Anfangsschwierigkeiten überwunden sind. Eine neue Mannschaft, ein neuer Trainer – das alles, so Prochnow, funktioniere nicht von heute auf morgen. „Wir sind auf einem guten Weg, die Stimmung im Team ist bestens“, sagt er und freut sich schon ganz besonders auf seinen nächsten Einsatz. Den soll er am heutigen Dienstag bekommen – das Nachholspiel beim FC Rot-Weiß Erfurt steht an. Witterungsbedingt wurde das Match vor zehn Tagen abgesagt und wird nun am heutigen Dienstag um 19 Uhr nachgeholt.

Die Gastgeber stehen nach wie vor auf dem 20. und damit letzten Tabellenplatz und sicherlich auch mit dem Rücken zur Wand. Am vergangenen Spieltag setzte sich das Team um Trainer Alois Schwartz im heimischen Steigerwaldstadion im Derby gegen den Chemnitzer FC mit 3:2 (1:0) durch und dürfte allein deshalb erhobenen Hauptes in die anstehende Partie gegen die Nulldreier gehen. Allerdings haben auch diese in der vergangenen Partie in Unterhaching genügend Selbstbewusstsein getankt, um in Thüringen auftrumpfen zu können.

In Erfurt freut sich Julian Prochnow vor allem auch auf Joan Oumari. Der verließ den SV Babelsberg 03 vor einem Jahr und so kommt es nun zu einem Wiedersehen zwischen den beiden Profis. „Für beide Mannschaften ist es ein sehr wichtiges Spiel“. sagt Prochnow. „Erfurt ist wie wir schlecht in die Saison gestartet, ist Tabellenletzter und wird alles versuchen, um uns zu schlagen. Aber die letzten beiden siegreichen Spiele haben uns so viel Kraft gegeben. Ich glaube wirklich, dass wir das Spiel für uns entscheiden können.“

Ein gesunder Optimismus nach solch langer Verletzungspause dürfte eine gute Grundvoraussetzung sein, allerdings gehen die Nulldreier auch personell geschwächt auf den Rasen. Philipp Kreuels ist rotgesperrt, Benjamin Kauffmann und Kai-Fabian Schulz fallen verletzt aus. Für den heutigen Dienstagvormittag hat Trainer Christian Benbennek noch ein letztes Training angeordnet, dann gehts mit dem Bus nach Erfurt auf Punktejagd. „Wir haben eine kleine Serie“, sagt Julian Prochnow. „Und ganz sicherlich bringen wir was aus Thüringen mit.“

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