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  • 09.11.2012
  • von Michael Meyer

Künftig schlauer spielen

von Michael Meyer

Will künftig schlauer kicken. Lennart Hartmann – hier im Heimspiel gegen den Karlsruher SC – sieht seinen SV Babelsberg 03 am heutigen Freitag bei der Spielvereinigung Unterhaching nicht chancenlos. Foto: Jan Kuppert

Lennart Hartmann will mit Babelsberg 03 heute Abend bei der Spielvereinigung Unterhaching punkten

Der vergangene Samstag war für Lennart Hartmann ein harter Tag: Wegen einer Gelb-Rot-Sperre musste der Kicker des SV Babelsberg 03 dem Heimspiel des Fußball-Drittligisten gegen die Stuttgarter Kickers (1:0) tatenlos zuschauen. „Nur zuzusehen fällt verdammt schwer. Aber ich war ja selbst schuld“, sagt der Mittelfeldspieler, der am heutigen Freitagabend beim SVB-Gastspiel südlich Münchens wieder ordentlich Gas geben will. Babelsberg tritt zum Auftakt einer englischen Woche beim Tabellenvierten Spielvereinigung Unterhaching an, ehe es am Dienstag im Nachholspiel bei Rot-Weiß Erfurt und am nächsten Samstag bei Wacker Burghausen gilt. Nach vier Punkten aus den beiden letzten Spielen wollen die Nulldreier heute ebenfalls Zählbares einfahren. Am liebsten wie im Februar dieses Jahres, als sie im Sportpark Unterhaching mit 2:1 gewannen.

„Das wird schwer, denn Unterhaching ist eine sehr gute Mannschaft“, meint Hartmann, der bei jenem Sieg mitspielte. „Wir werden uns die gesamten 90 Minuten auskotzen und konzentrieren müssen, weil dort jeder Fehler sofort bestraft wird. Aber vielleicht glaubt Unterhaching ja, gegen uns als Tabellen-Siebzehnten ein leichtes Spiel zu haben. Wenn wir gegenhalten und aggressiv in die Zweikämpfe gehen, sehe ich uns nicht chancenlos.“

Schwer wiegt für die Nulldreier allerdings, dass mit Philipp „Pipo“ Kreuels ihr Spielgestalter und mit fünf Toren bislang treffsicherster Kicker wegen der gegen Stuttgart gesehenen Roten Karte nun fehlt. „Den Spielertyp Pipo können wir nicht ersetzen“, erklärt Cheftrainer Christian Benbennek, der gestern Nachmittag mit seiner Mannschaft ins 550 Kilometer entfernte Aschheim fuhr und am heutigen Freitag seinen 40. Geburtstag an der Seitenlinie erlebt. „Unser Spiel wird durch sein Fehlen anders werden, wird eine andere Anlage und einen anderen Rhythmus bekommen.“ Unterhaching sei eine sehr schnelle und spielstarke Mannschaft. „Trotzdem ist sie nicht unschlagbar“, so der Übungsleiter. „Sie hat zwar schon 29 Tore geschossen, aber auch schon 20 Gegentore kassiert. Das zeigt, dass wir dort Druck aufbauen müssen.“

Und möglichst treffen. Babelsberg hat nur zwölf Tore auf dem Konto – so wenige wie kein weiterer Drittligist. Auch Lennart Hartmann wünscht sich, endlich einmal das Runde ins Eckige zu bekommen. „Ich hoffe, dass es mal mit meinem ersten Tor für Babelsberg klappt“, sagt der 21-Jährige, der im Babelsberger Gefüge meist als offensiver Sechser vor der Vierer-Abwehrkette agiert. „Und heutzutage wird schon mehr als früher auch vom Sechser verlangt, dass er sich ins Spiel nach vorn mit einbringt“, so Hartmann. Dass er nun Kreuels auf der Zehner-Position ersetzen könnte, glaubt der gebürtige Berliner, der im Januar dieses Jahres von Alemannia Aachen an den Babelsberger Park kam, nicht. „Vielleicht kann ich Pipos Spiel ein bisschen mit übernehmen, denn ich habe in der B- und A-Jugend bei Hertha BSC auf der Zehn gespielt. Aber ich sehe mich eher auf der Sechs oder Acht.“ Was auch Benbennek so sieht. „Lennart hat dann seine Stärken, wenn er aus der Tiefe nach vorn stoßen kann“, meint der Coach, dem heute auch Benjamin Kauffmann (starke Prellung im linken Oberschenkel) und Kai-Fabian Schulz (Muskelzerrung im rechten Beinbeuger) fehlen.

Hartmann fehlte in Babelsbergs bisherigen 15 Saisonspielen dreimal – zweimal verletzungsbedingt, zuletzt wegen Gelb- Rot. Nach dem Platzverweis gegen Karlsruhe will er künftig keineswegs Zweikämpfen aus dem Weg gehen. „Ich werde in Zukunft nicht weniger aggressiv als sonst spielen, denn das zeichnet mein Spiel ja aus“, sagt er. „Aber schlauer.“

Anpfiff ist heute um 19 Uhr.

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