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  • 26.10.2012
  • von Henner Mallwitz

Siegeswille trotz Unruhe

von Henner Mallwitz

Vertrauen in den Trainer. Sergej Evljuskin spielte bereits in der vergangenen Saison gegen Erfurt. Am Samstag will er mit seinem Team erneut einen Sieg einfahren – auch als Zeichen dafür, dass die Mannschaft hinter ihrem Coach steht. Foto: Jan Kuppert

Die Querelen im Verein beschäftigen auch die Spieler des SVB 03 – in Erfurt soll das vergessen sein

Es gibt zwar niemand zu, aber gänzlich spurlos dürften die derzeitigen Querelen beim Fußball-Drittligisten SV Babelsberg 03 auch an den Spielern nicht vorübergehen. Denn wenn ein wichtiger Posten an der Spitze wackelt, stellt sich automatisch auch die Frage nach dem eigenen Arbeitsplatz. „Dennoch ist es im Team ruhig“, erklärt Stürmer Markus Müller und schaut auf das bevorstehende Spiel am Samstag beim FC Rot-Weiß Erfurt. „Wir konzentrieren uns allein auf unsere Aufgabe. Und die heißt, in Erfurt zu punkten und wenn möglich, sogar einen Sieg einzufahren.“ Nach der Außerordentlichen Mitgliederversammlung und der Forderung nach einer Beurlaubung des Geschäftsführers Klaus Brüggemann hatte sich die Mannschaft zusammengesetzt und eine Erklärung aufgesetzt, in der sie sich hinter Brüggemann und Trainer Christian Benbennek stellte. „Das war ein ganz klares Zeichen von uns. Und nun wollen wir es damit beruhen lassen und wieder Fußball spielen“, so Müller.

Mit seiner Meinung ist dere 24-Jährige nicht allein im Team. „Das Ganze sollte nicht auf uns abfärben“, fordert etwa Assimiou Touré. „Die Jungs sind heiß auf das Spiel und wir wollen gewinnen.“ Wie in der vergangenen Saison. Damals gelang den Nulldreiern gegen die Rot-Weißen Thüringer gleich ein Doppelerfolg. Mit 3:0 wurde Erfurt aus dem Karl-Liebknecht- Stadion nach Hause geschickt und im heimischen Steigerwald-Stadion kassierte das Team eine 2:3-Niederlage.

Damals war auch Sergej Evluskin dabei. „Zwei schöne Spiele“, erinnert er sich. „Das Rückspiel fiel in die Zeit um das Jahresende. Da drehten wir noch einmal richtig auf. Und vielleicht gelingt uns ja diesmal wieder eine solch schöne Serie. Wir wollen jedenfalls mit einer guten Leistung zeigen, dass wir Vertrauen in unseren Trainer haben und alle an einem Strang ziehen.“ Das 0:0 gegen Karlsruhe habe der Mannschaft Selbstvertrauen gegeben: „Und darauf können wir aufbauen.“

Cem Efe sieht das nicht anders. Aber der Co-Trainer weiß auch, dass das Geschehene nicht spurlos an der Mannschaft vorbeigeht. „Diese Unruhe schadet nur der Mannschaft“, sagt er. „Wir brauchen die Fans, aber es geht nur zusammen.“ Unter der Woche sei die Belastung zu spüren. „Beim Spiel in Erfurt, da bin ich mir sicher, wird das aber ausgeblendet sein.“

Drei Punkte sollen her – und nicht nur Markus Müller hält das für durchaus machbar. „Die werden uns als auswärtsschwach einschätzen und loslegen“, vermutet er. „Beide Mannschaften erleben derzeit keine befriedigende Situation. Aber ich bin ebenso auf einem aufsteigenden Ast wie die gesamte Mannschaft.“

Während beim SVB Benjamin Kauffmann und Oliver Kragl verletzungsbedingt sowie Lennart Hartmann gelb-rot- gesperrt fehlen, muss Erfurt auf Smail Morabit, Mario Fillinger und Marius Strangel verzichten. Strangl hat eine Venen-Thrombose im Schulterbereich, Morabit befindet sich nach seinem Muskelfaserriss in der Wade wieder im Lauftraining, während Fillinger eine Sprunggelenkverletzung auskurieren muss. Einsatzbereit ist weiterhin der Ex-Babelsberger Joan Omari. In dieser Woche testeten die Thüringer mehrere Spieler: Stürmer Radoslaw Matusiak (zuletzt Widzew Lodz) sowie den zweit- und drittligaerfahrenen Marko Kopilas (zuletzt Darmstadt 98) und den US-amerikanischen College-Spieler Michael Mazullo für die Abwehr.

Auch Babelsberg 03 nahm am Mittwoch drei Stürmer während eines Trainingsspiels gegen die eigene U23 unter die Lupe: Mehmet Aydin (23) vom Spandauer SV , Tobias Wiesner (22) von Jahn Regensburg II und den derzeit vereinslosen Italiener Leonardo Cristini. Der 23-jährige Mittelstürmer spielte im B-Team des FC Bologna, ehe er seiner berufsbedingt nach Berlin gekommenen Frau folgte, wo er beim Oberligisten Lichtenberg 47 mittrainiert. „Von der Größe, Athletik und Bewegung her ist er interessant, aber er war schon nach 15 Minuten platt“, so SVB-Chefcoach Christian Benbennek, der konstatierte: „Alle drei Spieler sind keine deutliche Verstärkung, die uns sofort helfen würden.“ Denkbar ist aber, das Cristini in Babelsbergs U23 körperlich fit gemacht wird. (mit M. M.)

Anpfiff ist am Samstag um 14 Uhr.

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