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  • 18.10.2012
  • von Henner Mallwitz

Karim Benyamina kommt

von Henner Mallwitz

Noch nicht in Bestform. Benyamina erzielte für den KSC noch kein Tor. Foto: Imago/ Eibner

Zweitliga-Absteiger Karlsruher SC spielt am Samstag am Babelsberger Park – ein Sieg ist für ihn dann ebenso Pflicht wie für den Gastgeber SVB 03

Wenn der Traditionsverein Karlsruher SC am Samstag um 14 Uhr im Karl-Liebknecht-Stadion aufläuft, stehen sich zwei Mannschaften gegenüber, die ein ähnliches Problem haben. Der KSC hat als Absteiger aus der Zweiten Bundesliga von Beginn der Drittligasaison an in jedem Spiel die Favoritenbürde zu tragen und findet sich derzeit lediglich auf dem elften Platz wieder. Beim gastgebenden SV Babelsberg 03 erklärte man vor dem Saisonstart, mit dem Abstieg absolut nichts zu tun haben zu wollen, doch die Truppe um Trainer Christian Benbenneck steht zurzeit auf dem 18. Platz.

„Unsere Lage ist immer gleich“, sagt KSC-Trainer Markus Kauczinski. „Wir sind als Absteiger die Gejagten, die Leute erwarten immer einen Sieg von uns. Das macht vielen jungen Spielern oftmals zu schaffen.“ Und so ist der Coach täglich immer auch als Psychologe gefragt. Auf seiner Mannschaft lastet ein erheblicher Druck, auch vonseiten der Vereinsspitze. Diese hat einen Vier-Millionen-Etat für die Mission Wiederaufstieg bereitgestellt und erwartet nun auch die entsprechende Leistung.

Allerdings muss – und hier geht es den beiden Samstag-Kontrahenten ebenfalls ähnlich – aus einer neu formierten Mannschaft auch erst einmal ein Team geformt werden. Der KSC, der in der Saison 1993/94 das UEFA-Cup-Halbfinale erreichte und bei dem der spätere Nationaltorhüter Oliver Kahn einst seine Profikarriere begann, verpflichtete mit Saisonbeginn gleich 17 neue Spieler – unter ihnen auch Karim Benyamina. Der 30-Jährige, der 2004/05 für den SV Babelsberg 03 in 32 Oberliga-Spielen 18 Tore erzielte, dann zum 1. FC Union Berlin wechselte und in diesem Sommer nach einem Jahr beim Zweitligisten FSV Frankfurt zum KSC ging, hat im Badischen noch nicht zu seiner Form gefunden.

In sieben Spielen wurde Benyamina bislang eingesetzt – ein Tor erzielte er bei keinem seiner Einsätze. „Aber er kämpft sich langsam heran“, attestiert ihm Trainer Kauczinski. „Man merkt ihm zwar noch immer die Zeit in Frankfurt an, wo er sehr selten zum Einsatz kam. Aber er kämpft und gibt sich nicht auf. Im Training gibt er immer Gas und hat auch in den vergangenen Pokal- und Freundschaftsspielen überzeugt. Ich bin mir ganz sicher, dass er gegen seinen alten Verein zum Einsatz kommen wird.“ Das jedoch wird auch von der Leistung seiner beiden Sturm-Konkurrenten abhängen. Neben Koen van der Biezen hat sich auch Rouwen Hennings seinen Stammplatz in der Angriffsformation erkämpft – hinter diesen beiden rangiert Benyamina derzeit auf dem dritten Rang.

Wen Kauczinski auch zum Einsatz bringt – ein Sieg ist für den KSC am Samstag ebenso Pflicht wie für den SVB 03. Den Gegner schätzt der KSC-Coach als „kompakt, zweikampfstark“ und als eine Mannschaft ein, die meist an ihre Grenzen geht. „Der SVB ist unbequem“, sagt er. Wenn sich das KSC-Team am Freitag mit dem Zug auf den Weg nach Potsdam macht, werden unter anderem Mittelfeldspieler Manuel Bölstler, Stürmer Simon Brandstetter und Abwehrspezialist Martin Stoll verletzungsbedingt fehlen. Karim Benyamina aber wird sich auf seinen einstigen Verein freuen.

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