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  • 15.10.2012
  • von Michael Meyer

Experiment geglückt – Nulldrei weiter

von Michael Meyer

Der passte. Hier schlägt der Freistoß von Süleyman Koc zum Babelsberger 3:0 im kurzen linken Eck ein; Luckenwaldes Torwart Robert Petereit kommt zu spät. Foto: Benjamin Feller

Der SV Babelsberg 03 gewann am Sonntag beim FSV Luckenwalde mit 3:1

Fußball-Drittligist SV Babelsberg 03 ließ am gestrigen Sonntagnachmittag im Landespokal-Achtelfinale beim Oberligisten FSV 63 Luckenwalde nichts anbrennen, gewann mit 3:1 (2:0) und steht im Viertelfinale. Christian Essig (25.), Michael Leschnik per Eigentor (29.) und Süleyman Koc (68.) schossen den SVB vor 1312 Zuschauern in Führung, für Luckenwaldes Ehrentor sorgte Daniel Becker (88.). „Die Überraschung blieb aus, Babelsberg hat verdient gewonnen“, bilanzierte nach dem Abpfiff Luckenwaldes Trainer Ingo Nachtigall aus Potsdam.

Von wegen keine Experimente. Nulldrei-Coach Christian Benbennek hatte denen unter der Woche eine Absage erteilt, um gestern doch etwas in dieser Saison noch Neues zu probieren. Er ließ seine Mannschaft erstmals mit einer Raute und zwei Stürmern spielen: Sergej Evljuskin auf der Sechs vor der Vierer-Abwehrkette, Lennart Hartmann und Philipp Kreuels halb vor ihm und Christian Groß hinter den beiden Spitzen Oliver Heil und Christian Essig. „Wir wollten damit ein Übergewicht im Mittelfeld schaffen und konnten so auch mit zwei Stürmern spielen“, erklärte Benbennek später seine Überlegungen, die zum erhofften Erfolg führten. Zunächst hielt der Tabellenzweite der NOFV-Oberliga Nord im heimischen Werner-Seelenbinder-Stadion gut mit, dann aber erzwangen die favorisierten Gäste doch ihre Führung. Nach einem Foul Felix Nachtigalls an Heil vorm Strafraum blieb der Kreuels-Freistoß zwar in der Mauer hängen, dann aber jagte Essig die Kugel mit straffem Schuss flach in die Luckenwalder Maschen. FSV-Torwart Robert Petereit schaute dem Ball ohne Reaktion hinterher. Nur vier Minuten später faustete der Schlussmann einen Groß- Schuss von rechts noch weg, doch Leschnik lenkte das Leder beim Rettungsversuch gegen den einschussbereiten Essig in den eigenen Kasten. „Das war wichtig, aber wir hätten noch vor der Pause das 3:0 machen müssen“, meinte Christian Essig später. Wohl wahr. Als Groß bei einem 40-Meter-Solo allein auf Petereit zulief, lag das dritte Tor auch in der Luft, aber der 23-Jährige schoss links vorbei (33.). „Ich habe mich falsch entschieden und hätte die lange statt der kurzen Ecke nehmen sollen“, ärgerte sich Christian Groß später. So hätte es zur Pause auch 1:2 heißen können, hätte SVB-Schlussmann Frederic Löhe nicht am linken Pfosten reaktionsschnell gegen Luckenwaldes Markus Müller geklärt (43.).

In Halbzeit zwei setzte Luckenwalde die ersten Akzente, doch Markus Müller scheiterte erneut an Löhe (51.) und Beckers Schuss aus der Drehung verpasste knapp Babelsbergs Kasten (61.). Dann bewies Benbennek ein goldenes Händchen, als er Süleyman Koc brachte und der nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung einen Freistoß von links sehenswert direkt in die kurze Ecke zum 0:3 zirkelte. „Das war einstudiert. Solche Freistöße sind meine Stärke, ich muss sie nur schießen dürfen“, meinte später Koc, der kurz nach seinem Tor aus Nahdistanz an Petereit scheiterte (72.). Auf der Gegenseite köpfte Daniel Reiche einen Schuss Markus Goedes noch von der Linie (74.), ehe die bis zuletzt nicht aufgebenden Platzherren zum Ehrenreffer kamen, als Becker einen Freistoß von der Strafraumgrenze unter die Querlatte jagte. „Wer weiß, wie das Spiel nach einem 1:2 zur Pause gelaufen wäre. Es war aber ein verdienter Sieg Babelsbergs“, sagte Daniel Becker, während Christian Essig durchatmete. „Wir hatten Riesenrespekt vor Luckenwalde und es war auch kein einfaches Spiel heute. Umso wohltuender und wichtiger war der Sieg für uns. Damit haben wir Mut für das nächste Spiel in der Liga gegen Karlsruhe geschöpft.“

Der Karlsruher SC kommt am kommenden Samstag nach Babelsberg – für den SVB könnte nach dem geglückten Experiment vom Sonntag nun auch in der 3. Liga eine Raute im Mittelfeld eine Option sein.

Babelsberg 03: Löhe; Kühne, Berzel (46. Hebib), Reiche, Toure; Evljuskin; Hartmann (80. Opper), Kreuels; Groß; Heil, Essig (66. Koc). Michael Meyer

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