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  • 08.10.2012
  • von Holger Appel

SV Babelsberg ging in Offenbach unter

von Holger Appel

Auf dem zweiten Tor. Christian Groß (rechts) setzt sich hier gegen Sead Mehic durch und erzielte gegen Offenbach den zweiten Treffer für die Babelsberger. Foto: Imago

Trotz guter spielerischer Leistung verloren die Benbennek-Schützlinge in der Dritten Liga klar mit 2:5

Christian Benbennek, Trainer des Fußball-Drittligisten SV Babelsberg, lehnte vor der Abfahrt aus Offenbach minutenlang am Mannschaftsbus und starrte ins Leere. Fassungslos schüttelte er immer wieder den Kopf. Durchaus verständlich. Denn mit einer couragierten Leistung hatten die Babelsberger zuvor den favorisierten Kickers Paroli geboten, sich dann aber durch grobe Fehler in der Defensive um den Lohn der Arbeit gebracht. Die Offenbacher sind jetzt bereits seit zehn Pflichtspielen ungeschlagen.

Zweimal waren die Babelsberger durch Oliver Kragl (3.) und Christian Groß (21.) in Führung gegangen. Christian Essig (schoss freistehend Torwart Robert Wulnikowski an) und Markus Müller (Kopfball knapp vorbei) vergaben nach dem 2:1 die Chancen zur Vorentscheidung. Bei den Standardsituationen der Kickers waren die Babelsberger aber hoffnungslos überfordert. Da stimmte die Zuordnung überhaupt nicht. „Das muss ich mir nochmals genau auf Video anschauen und die nötigen Schlüsse daraus ziehen“, hielt sich SVB 03-Trainer Benbennek mit der Kritik an Zlatko Hebib und Co. zunächst zurück.

Offenbachs Julius Reinhardt war an allen fünf Toren beteiligt. Viermal fanden seine Flanken die Köpfe der Kollegen, dreimal nach Standards. Das letzte Tor erzielte er mit einem gefühlvollen Freistoß aus 25 Metern selbst. Und Frederic Löhe war immer chancenlos.

„Als Torwart kannst du da echt verzweifeln – das ist ganz bitter. Ich fand uns insgesamt nicht schlechter als die Kickers, aber sie haben ihre stärkste Waffe, die Standards, perfekt eingesetzt“, sagte Löhe. Kapitän Daniel Reiche ergänzte zu Recht: „Wir haben uns bei den Standards viel zu naiv angestellt, wir haben ein Verhalten an den Tag gelegt, das für den Herrenfußball nicht geeignet ist.“

Im Spiel nach vorn wussten die Babelsberger durchaus zu überzeugen. Sie machten geschickt die Räume eng, erkämpften sich durch Reiche und Groß im zentralen Mittelfeld sowie Kragl und Christian Essig den Ball, spielten schnell nach vorn und stellten die behäbigen Kickers vor große Probleme. Aber sie nutzten die Chancen nicht. Und das rächte sich in der Endphase.

„2:5 verloren – das ist ganz schön hart. Dabei haben wir alles gegeben und lange sehr ordentlich gespielt. Durch die Fehler bei den Standards haben wir uns leider selbst die Beine weggezogen. Unsere Unerfahrenheit war am Ende der Grund, dass das Ergebnis so deutlich wurde“, sagte Benbennek und hofft jetzt nach der Länderspielpause für das Heimspiel gegen den Karlsruher SC auf die Rückkehrer Süleyman Koc (ihm war in Offenbach die noch fehlende Spielpraxis anzumerken) und Christian Essig. „Auftritte wie dieser sind okay, aber wir müssen sie endlich in Punkte ummünzen“, zog Reiche ein richtiges Fazit.

Denn ansonsten zählt der SVB trotz guter Leistungen wie in Offenbach zu den Abstiegskandidaten.

Kickers Offenbach: Wulnikowski; Stein, Husterer, Stadel, Ahlschwede; Reinhardt (88. Bender), Mehic (58. Vogler), Feldhahn, Hahn; Rathgeber, Fetsch (85. Kleinheismann).

SV Babelsberg 03: Löhe; Kühne, Hebib, Berzel, Touré (55. Rudolf); Kragl (62. Koc), Reiche, Groß, Essig (67. Schulz); Kreuels; Markus Müller.

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