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  • 05.10.2012
  • von Henner Mallwitz

Klar verteilte Rollen

von Henner Mallwitz

Realist und Optimist. „Unsere Chance ist, dass wir keine haben“, sagt Markus Müller mit Blick auf das Spiel bei den Offenbacher Kickers. Dennoch fährt er zuversichtlich mit seiner Mannschaft nach Hessen. Foto: Jan Kuppert

Fußball-Drittligist SV Babelsberg 03 tritt am Samstag bei den Offenbacher Kickers als Außenseiter an

Da ist er Profi und zudem Realist durch und durch. „Unsere Chance ist, dass wir keine haben“, sagt Markus Müller. Der Stürmer des Fußball-Drittligisten SV Babelsberg 03 macht sich mit seinen Mitstreitern heute Mittag auf den Weg nach Hessen, wo am morgigen Samstag um 14 Uhr zum 13. Punktspieltag das Match bei den Offenbacher Kickers angepfiffen wird.

Die Favoritenrolle dürfte im Stadion am Bieberer Berg klar verteilt sein. Die Gastgeber trumpfen mit einer erfahrenen Mannschaft auf und verfügen über zahlreiche Spieler mit Erst- und Zweitligaerfahrung. Unter anderem haben die Hessen den Rekordspieler der Dritten Liga, Torwart Robert Wulnikowski, in ihren Reihen. Der bei Schalke 04 ausgebildete Keeper kann auf 159 Partien in der Dritten Liga zurückblicken, die er allesamt für den OFC absolvierte. Das Team um Trainer Arie van Lent legte einen schlechten Saisonstart hin und fand erst nach vier Niederlagen in Folge zur alten Form. Am fünften Spieltag wurde Alemannia Aachen besiegt – seitdem hat Offenbach keine Niederlage mehr kassiert. Während der SV Babelsberg 03 nach der 0:1-Heimniederlage gegen Saarbrücken derzeit auf dem 16. Tabellenplatz steht, nimmt sein Gastgeber den achten Rang ein.

Markus Müller kennt das Team noch aus der vergangenen Saison. Im Hinspiel in Offenbach gab es ein 1:1. „Ein heißes Spiel in einem tollen Stadion und mit vielen Zuschauern“, erinnert sich der 24-Jährige. „Aber wir haben die Leute ruhiggestellt, die Offenbacher Fans zum Schweigen gebracht.“ Allerdings mit ein bisschen Glück. In der 90. Minute ging Müller damals bei einem vermeintlichen Foul im Strafraum zu Boden – den fälligen Elfmeter verwandelte Dominik Stroh-Engel zum 1:1. „Ehrlich gesagt, war es kein Elfer“, bekennt Müller heute. Auch im Rückspiel im Babelsberger Karl-Liebknecht- Stadion wurde es eine enge Kiste. Allerdings hatte diesmal Offenbach die Nase vorn und setzte sich am Ende mit 1:0 durch.

Der Vorteil in der am Samstag anstehenden Begegnung dürfte vielleicht sogar auf Babelsberger Seite liegen. Denn: „Wir können ohne jeden Druck nach Offenbach fahren“, sagt Markus Müller. „Eine Niederlage beim Favoriten erwartet jeder und so können wir befreit aufspielen.“ Zuletzt gab es nach der Niederlage gegen Saarbrücken vonseiten des SVB-Trainers Christian Benbennek eine Kritik an der Offensivabteilung seiner Mannschaft. Müller wurde nur fünf Minuten nach dem Wiederanpfiff aus dem Spiel genommen. Kurz zuvor hatte er noch eine sehr gute Vorlage auf Christian Groß gegeben, der das Tor jedoch verfehlte. Nicolas Hebisch kam für ihn schließlich ins Spiel. Ärger wegen dieser Auswechslung kam in Müller dennoch nicht auf. „Dafür bin ich Profi genug“, sagt er. „Es ist das gute Recht des Trainers, Leute auszuwechseln. Und er wird sich sicherlich etwas dabei gedacht haben. Ich habe sein Vertrauen, das weiß ich.“

Die Heimniederlage gegen Saarbrücken ist inzwischen abgehakt. Am Sonntag gab es eine ausführliche Videoanalyse, Fehler wurden ausgemacht. Welche genau, so Müller, behielte die Mannschaft jedoch für sich. Sie kann am Bieberer Berg jedoch nicht komplett auflaufen: Benjamin Kauffmann zog sich beim Training eine Bänderverletzung zu und wird für ein paar Wochen ausfallen. Dennoch begeben sich die Nulldreier zuversichtlich auf die Reise. „Die Favoritenrolle ist klar verteilt“, meint Markus Müller. „Aber wir haben ja schon einige Favoriten geschlagen.“

Anpfiff ist am Samstag um 14 Uhr.

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